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Alles im Lot

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Los gehts mit “Frau ich freu mich” (vom 1982 erschienenen Album “Für usszeschnigge”) und weiter mit “Ne schöne Jrooss” (1980), “Nix wie bissher”, “Anna” (beide aus dem Jahr 1992), “Fortsetzung folgt” (1988) und “Aff und zo (2001), und dann ist die BAP-Maschinerie soweit warmgelaufen, dass Wolfgang Niedecken (Gesang und Gitarre), Michael Nass (Keyboards), Ulrich Rode (Gitarre), Werner Kopal (Bass), Sönke Reich (Schlagzeug) und Anne de Wolff (zig Instrumente) sich daran machen können, mit der “Ballade vom Vollkasko-Deperado”, “Alles relativ”, “Absurdistan” und “Vision von Europa” aktuelles Liedgut von der CD “Lebenslänglich” zu präsentieren, aber irgendwie…nun…irgendwie wollen die rund 800 Fans im Basler Rhypark letztlich halt doch nur das eine, nämlich: abtauchen in die guten, alten Zeiten, und weil Niedecken, wie er schon zu Beginn des Konzertes gesagt hat, “natürlich genau weiss, was ihr am Liebsten habt”, zündet die Band daraufhin das komplette Hitfeuerwerk mit “Jraduss”, “Do kanns zaubere”, “Kristallnaach” und allem, und auch wenn jene BAP, welche an diesem Abend auf der Bühne stehen, mit jenen BAP, die vor 40 Jahren damit begannen, die Musikwelt auf Kölsch zu erobern, nur noch den Gründer Niedecken gemeinsam haben, fägts nach wie vor, als wenn et jestern woo, dass sie am 4. November 1988 für Schweissausbrüche in der Luzerner Festhalle sorgten, oder dass sie am 24. Februar 1991 das Zürcher Volkhaus vier oder fünf Stunden lang in Grund und Boden rockten und rollten und kammermusizierten, und fast wie bestellt wechselt sich Sozialkritisches alle paar Minuten ab mit Hochpolitischem und Zuckersüssem, und wer den Menschen, wenn die Scheinwerfer von der Bühne weg ins Publikum strahlen, in die Gesichter schaut, und wer beobachtet, mit wieviel ungekünstelter Freude die Band sich durch ihr endlos scheinendes Repertoire fidelt, kommt irgendwann zum beruhigenden Schluss: Im Grunde genommen ist “Alles im Lot”, solange BAP alle Jubeljahre wieder eine neue Platte aufnehmen und damit die Lande bereisen, auch wenn ihre ganz, ganz grossen Tage inzwischen verdamp lang her sind; oder vielleicht gerade deshalb.

Published inKulturelles

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