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Am Postschalter, mit ohne K

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“Guten Tag. Ich eröffne am 1. Mai ein Büro in der Burgdorfer Oberstadt und brauche ein Postfach. Ist vielleicht noch eines frei?”

“Das weiss ich nicht. Da müssten wir nachschauen.”

“Dann schauen wir doch einfach nach.”

“Genau. Moment…”

(geht nach hinten und kehrt mit einem Formular in der Hand alsbald von dort zurück)

“…also. Ein Postfach.”

“Exakt.”

“Dafür müssen wir einen Antrag machen.”

“Gut.”

“Dann benötige ich…Moment…das ist eine Firma, sagen Sie.”

“Ja.”

“Haben Sie einem Ausweis dabei?”

“Natürlich.”

(lege den Ausweis auf den Schalter)

“Und Sie heissen…”

“…Hofstetter. Johannes Hofstetter.”

(tippt und sagt dazu leise zu sich selber: “H-o-s-t-e-t-t-l-e-r”)

“Entschuldigung, nein: Hofstetter.”

“Ja, klar. Moment….”

(tippt und sagt dazu leise zu sich selber: “H-o-f-s-t-e-t-t-l-e-r”)

“Sorry, nein: Mit ohne L.. Nur Hofstetter.”

“Ach so. Gut.”

(tippt und sagt dazu leise zu sich selber: “H-o-f-s-t-e-t-t-e-r”)

“Mit einem oder zwei T?”

“Hinten mit zwei, vorne mit einem. Macht im ganzen drei.”

“Gut. Das haben wir. Und das wäre ab…”

“…1. Mai. 1. Mai 2015.”

“Ich sehe gerade: das wäre dann ab dem 30..”

“April.”

“Nein, März.”

“Aber ich brauche das Fach erst ab dem 1. Mai.”

“Ach so. Natürlich. Dann 30. April. Das heisst: 27. 27. April. Das ist ein Montag. Wäre das gut?”

“Yup.”

“Und Ihr Büro heisst…”

“Hofstetter-Kommunikation. Mit einem Bindestrich.”

(tippt, hält inne, überlegt, tippt noch einen Buchstaben und schaut von der Tastatur auf)

“Jetzt muss ich doch fragen: Kommunikation mit C oder K?”

“Mit K.”

“Gut.”

(tippt, hält wieder inne, überlegt und schaut erneut von der Tastatur auf)

“Und dann noch einmal K oder…?”

“Wo?”

“Hinten.”

“Ja. Noch einmal K. Zweimal K. Einmal vorne, einmal in der Mitte.”

“Gut.”

(tippt)

“Und die Adresse?”

“Meine oder die vom Büro?”

“Die vom Büro. Zuerst die vom Büro.”

“Hohengasse 4.”

(tippt)

“…in? Also, ich meine: die Postleitzahl?”

“Burgdorf. Sorry: 3400”

“Gut. Das haben wir. Und privat?”

“Alter Markt, in zwei…”

“…zuerst die Nummer.”

“6.”

“Gut. Und dann…”

“Alter Markt. In zwei Wörtern. Burgdorf. 3400.”

“Klar.”

(tippt)

“Hier steht, dass wir angeben müssen, wieviele Briefe Sie erhalten werden. Nur ungefähr.”

“Das kann ich jetzt beim besten Willen noch nicht sagen. Ich habe ja noch nicht angefangen.”

“Ja. Aber ungefähr.”

“Pro Tag oder pro Woche?”

“Pro Tag.”

“Zehn. Sagen wir: Zehn bis fünfzehn.”

“Zehn bis fünfzehn?”

“Vielleicht sinds auch weniger. Oder mehr. Ich weiss es wirklich nicht.”

“Also: Zehn bis fünfzehn.”

(tippt)

“So. Das hätten wir. Jetzt bekommen Sie dann Post. Dann sollte das mit dem Postfach laufen.”

“Sehr schön, danke.”

“Danke auch. Auf Wiedersehen, Herr…”

“Auf Wiedersehen.”

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Published inFragwürdigesGeschäftlichesHeimisches

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