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Category: Heimisches

Ein Abend mit Fleisch am Knochen

Fägige Musik, flotte Leute und Fleisch bis gnue: Am Samstag, 12. Mai, lassen mein Mit-Rocknrolldie Peter Urech und ich wieder einmal eine Sause unter den „Metzgere“-Lauben in der Burgdorfer Oberstadt steigen. Am Grill legt erneut Markus Chalilow auf. Der Eintritt ist gratis.

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Abgestellt statt ausgestellt

“Die Geschichte der Dorf-Apotheke Beinwil am See und der Reinacher Löwen- und Central-Apotheke”: Unter diesem Titel wurde in Beinwil am See gestern Abend eine Ausstellung eröffnet.

Ich reiste mit einigen Erwartungen an die Vernissage. Die Böjuer Dorf-Apotheke wurde von meinem Grossvater gegründet. Mein Vater führte sie anschliessend jahrzehntelang weiter, bis er sie im Pensionsalter verkaufte. Als TopPharm Homberg-Apotheke befindet sich nach wie vor im Parterre jenes Hauses an der Aarauerstrasse, in dem meine Geschwister und ich aufgewachsen sind.

Der Laden war uns Kindern so vertraut wie unsere zwei Stockwerke darüberliegende Wohnung. Wir gingen in dem Geschäft ein und aus. Hinten links befand sich das rauchgeschwängerte Büro des offiziell immer mal wieder nichtrauchenden Chefs und gleich daneben das Labor, in dem er an einem freien Tag einmal extra für mich irgendwelche Stoffe zusammenmischte, bis sie bunte Kristalle bildeten (ich glaube, er war auf diesen Trick damals genauso stolz wie ich auf ihn).

Die “Helferinnen”, wie die heutigen Pharma-Assistentinnen seinerzeit hiessen, waren in unseren Kinderaugen engelsgleiche Wesen. Sie gehörten für uns zur Familie: Sie hüteten uns mit langen Leinen, wenn die Eltern wegwaren, und assen bei Skiweltmeisterschaften oder Olympischen Spielen mit uns vor dem Fernseher zu Mittag.

Über das Geschäft selber wusste ich jedoch nur wenig (aber gut: Ich hatte meinen Vater auch nie danach gefragt). Als mir der Lokalhistoriker Fritz Springer die Einladung zu seiner Ausstellung schickte, freute ich mich deshalb sehr: Nun würde ich doch noch erfahren, wie das war, als Ruedi Hofstetter und seine weissgekittelten Frauen das halbe Seetal mit Pülverchen und Tabletten versorgten. Was die Leute damals für Bresten hatten. Wie es kam, dass immer ausreichend Medikamente an Lager waren, obwohl zu jener Zeit weit und breit kein Internet in Sicht war. Wie sich die Apotheke nach dem Verkauf entwickelte. Und so weiter, und so fort.

Aber oha: Nach der Vernissage sind für mich mehr Fragen offen als beantwortet. Statt, wie versprochen, “die Geschichte der Dorf-Apotheke Beinwil am See und der Reinacher Löwen- und Central-Apotheke” zu erhellen, erging sich der Ausstellungsmacher in seiner Ansprache in ausufernden Betrachtungen zum Thema “Kaiserschnitt”, ohne auch nur einmal anzudeuten, was genau ein Kaiserschnitt mit einer Apotheke zu tun haben könnte.

Die Ausstellung selber befindet sich in einem Zimmer eines Buch- und Kunstantiquariats. Inmitten all der ohnehin schon präsenten Folianten und Bilder aus alter Zeit ist sie erst auf den zweiten Blick als solche erkennbar. Auf einem Tisch liegen allerlei Utensilien, die ebensogut aus einer Haus- oder Zahnarztpraxis stammen könnten. Darumherum sind ohne Zusammenhang oder zeitlich-örtliche Einordnung Bücher und Dokumente drapiert.

Worum es sich bei den Geräten handelt, wird nicht erklärt. Was sich in den Fläschchen befindet und wofür oder -gegen die Mittel gut waren: Egal. Inwiefern die Ausstellungsstücke einen Bezug zu den drei Apotheken haben, bleibt ein Rätsel.

Der Raum erzählt weder, wie angekündigt, “die Geschichte”, noch Geschichten. Er wirkt wie eine vergessene Ecke in einem Flohmarkt. Was fehlt, ist ein aus Karton geschnittener Wegweiser mit der Aufschrift “Medizinischer Krimskrams”.

Und vieles, vieles andere auch.

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Endspurt

Das fägt: Am ersten richtigen Frühlingstag amte ich draussen meines Amtes als Jurymitglied für den Krimipreis der Burgdorfer Krimitage 2018.

Bald setzt sich das Gremium zusammen, um den Gewinner oder die Gewinnerin auszudiskutieren. Das dürfte, wie schon in den Vorjahren, nicht ohne Blutvergiessen abgehen.

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Altpapier

Liebe Kinder

In der Schule hört ihr ständig, wie wichtig doch eure Noten und Zeugnisse seien.

Meine Zeugnisse lagen über 30 Jahre lang irgendwo im Haus meiner Eltern. Jetzt hat meine Mutter sie mir geschickt.

Ich wusste nicht, dass sie noch existieren. Kein Mensch hat je danach gefragt.

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Nebenverdienst

März ists, und immer noch Winter. Inzwischen dürfte es den meisten Leuten verleidet sein, jeden Tag den Schnee von den Wägli vor ihren Häusern zu schippen.

Das ist meine Chance: Ich starte ein Start-up als Callschneeschaufler.

Ich arbeite speditiv, auf Wunsch munter pfeifend (riesige Songauswahl!) und ziehe fadengerade Bahnen auch im stotzigsten Gelände (siehe Bild).

Preis: Fr. 10.—/Meter. Pauschalen nach Vereinbarung. Sagenhafte Sommerrabatte!

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Full House

Einen tolleren Jahresabschluss hätten wir uns nicht vorstellen können: Dutzende von Familienmitgliedern, Freunden, Arbeitskolleginnen und kollegen, ehemaligen Nachbarinnen und Nachbarn und weiteren lieben Leuten folgten gestern Abend der Einladung zur Einweihung unseres neuen Daheims.

Gegen Mitternacht hatten sämtliche Schuhe, die beim Eingang deponiert worden waren, wieder eine Besitzerin oder einen Besitzer gefunden. An der Hauswand erinnert nur noch ein knallgelber Knirps an diese wunderschönen Stunden im Kreise von wunderbaren Menschen.

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Besuch von gegenüber

“So kalt hatten wir in unseren ganzen Leben noch nie”, sagten Chantals Cousine Niqui Caridad und deren Freundin Tiff Batcheldor, als sie uns neulich besuchten.

Das ist kein Wunder: Wenn zwei Australierinnen Ende November durch Europa reisen, ist ein Temperaturschock programmiert. Cool, wie die beiden nunmal sind, verkrochen sie sich jedoch nicht in der Wärme, sondern fuhren mit uns nach draussen, an die Frostfront.

Am Thunersee und in Interlaken bestaunten sie die Berge (und die unzähligen asiatischen) Touristen. Beim Bummel über den Weihnachtsmarkt in der Strafanstalt Hindelbank wärmten sie sich mit Glühwein wieder auf. Dann war die Zeit in wonderful Switzerland auch schon wieder vorbei: Unsere Gäste flogen weiter nach Madrid, wos den Prognosen zufolge zwei, drei Grad wärmer gewesen sein dürfte.

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Glühwein, Gschänkli, Gitterstäbe

Fotografieren war zwar verboten. Aber weils so romantisch aussah, kam ich nicht umhin (schöne Redewendung übrigens, dieses “Nichtumhinkommen”, aber, leider, halt wie noch viele andere schöne Redewendungen vom Aussterben bedroht), das iPhone zu zücken und zu dokumentieren, wie schön die Justizvollzugsanstalt für Frauen in Hindelbank sich auch in diesem Jahr für ihren Weihnachtsmarkt herausgeputzt hatte.

Ganz besonders freute ich mich über den aufstellenden Auftritt des aus Insassinnen gebildeten “Sing out”-Chors (den entsprechenden Artikel aus der BZ gibts hier, aber nur gegen Bezahlung; die Miniinvestition lohnt sich!).

Und über das überraschende Treffen mit einem Mann, der als Mitarbeiter der Südhang-Klinik in Kirchlindach vor bald 15 Jahren einiges dazu beitrug, dass ich um die Glühweinstände an solchen Veranstaltungen einen grossen Bogen machen kann ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen.

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Trautes Heim, Glück zu Dritt

Für all jene, dies noch nicht wissen: Wir leben seit Neustem an der Pestalozzistrasse 50 in Burgdorf. Von unserer Wohnung und den Nachbarn im alten Markt haben wir uns mit dem berühmten lachenden und weinenden Auge verabschiedet – im beruhigenden Wissen darum, dass wir ja nicht gleich ans andere Ende der Welt verschwunden sind.

Zwischen dem wunderschönen Gestern und dem fantastischen Heute, Morgen, Übermorgen undsoweiterundsofort liegen nur ein paar hundert Meter.

Frau, Hund und Mann sind nach der Züglete wohlauf. Jetzt freuen wir uns schampar aufs Einrichten unseres neuen Daheims.

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