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Kategorie: Heimisches

Sound of Silence

Nachdem ich zuhause den halben Nachmittag lang versucht hatte, den in zwei Regenwochen zum Dschungel mutierten Rasen in Form zu mähen, beschloss ich, ein Päuschen zu machen. Ich setzte mich aufs Bike und düste zum Artcafé beim Gertsch-Museum hinunter. Dort setzte ich mich hin, bestellte ein Mineralwasser und genoss die Ruhe.

Aber nicht lange:

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Kein Häppchenschnäppchen

Versprochen wurde „ein unvergessliches kulinarisches Erlebnis“: Auf der ersten „Route Gourmande“ durch Langenthal würden Feinschmeckerinnen und Feinschmecker in sieben Lokalitäten der Stadt „mit Gourmet Spezialitäten und Weindegustationen“ verwöhnt, stellte die auf „lustvoll inszenierte Kulinarik“ spezialisierte Gusto Servicios AG in Aussicht.

Wer sich auf das Abenteuer einliess, erlebte eine minimale Sättigung zu einem maximalen Preis: Auf der Bühne des Stadttheaters wurden den Gästen – die für diesen Gastrobummel je 170 Franken bezahlt hatten – ein paar hauchdünne Streifen Rohschinken serviert. Im Vagner Parterre gabs einen Klacks etwas gar bissfesten Risottos, in der Bar „Provisorium“ zwei aus dem Solothurnischen angecaterte Lachsforellenhäppchen, im „Bären“ zerrupfte Rindsbäggli auf ziemlich offensiv gesalzenem Härdöpfustock, im „A la carte“ drei Käseversuecherli und im Kunsthaus eine Erdbeer-Pannacotta, die bestens in eine Bäbistube gepasst hätte.

Ganz und gar unbefriedigend verlief für mich die Visite in der „Auberge“. Das Hämpfeli Gemüse trieb der Hunger in den Magen, die radiergummiartige Rondelle darunter musste ich mit meiner angeborenen Tofu-Intoleranz leider liegenlassen. Neben mir seufzte ein Langenthaler Unternehmer: „Eine Bratwurst oder ein Kotelette: Das wäre jetzt etwas.“

Beim Hinausgehen warf ich einen Blick auf die Speisekarte in der Vitrine. Da war er, der gute Stoff; so nah – und doch so fern.

Fazit: So „unvergesslich“, wie von den Veranstaltern angekündigt, war das „kulinarische Erlebnis“ vermutlich nicht für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wer soviel Geld für über ein halbes Dutzend Speisen hinblättert, sollte am Ende nicht ernsthaft darüber nachdenken müssen, im nächstbesten Mc Donald’s noch einen Hamburger verputzen zu gehen.

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Piratenpost

Hin und wieder spiele ich für den Sohn eines Freundes „El Golfo“, den Piratenkapitän. Dieser lotst den Knirps am Telefon mit gfürchig tiefer Stimme zu Schätzen, die der Vater kurz vorher verbuddelt hatte.

Nach dem jüngsten Fund bedankte sich der Dreikäsehoch nun schriftlich bei seinem Informanten:

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Das letzte Mittagsmahl

Das ging fix: Keine zwei Monate, nachdem die Grün(liberal)en, die EVP und die SP der Stadt Burgdorf den Klimanotstand ausriefen, detachiert die Armee Personal an den Schlossfuss.

Das Militär scheint nicht damit zu rechnen, dass am 27. Mai noch viele Überlebende des Wettermassakers mit irr aufgerissenen Augen über halbabgenagte Ratten durch die Burgdorfer Gassen schlurfen, in denen aus Ölfässern züngelnde Flammen gespenstisch zuckende Schatten an die Hauswände werfen: Ein Koch aus Thun muss für die Speisung der paar katastrophenkompatibel in Plasticsäcke gehüllten Halbtoten genügen.

Die Qualität des Essens spielt bis dann offenbar sowieso nur noch eine periphere Rolle. Wenn das letzte Mittagsmahl ein Freudenfest für die längst ausgetrockneten Gaumen werden sollte, stünde Manuel Hölterhoff, Christian Bolliger, Yannick Jakob, Giusy Rovetto, Katja Donadonibus, Lukas Kiener, Marc Oppliger oder ein anderes Mitglied der Burgdorfer Gastrofamilie an den Töpfen.

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Wettermacher

Das ging fix: Ende März riefen die Grün(liberal)en, die EVP und die SP Burgdorf öffentlich den Klimatnotstand aus.

Eine Woche später teilte die Stadt mit, sie habe verstanden:

„Force“ ist immer gut: Kaum hatte die Medienmitteilung die Verwaltung verlassen, war die Schweiz zugeschneit.

Ich wollte gestern eigentlich einmal mehr gegen die Erderwärmung demonstrieren gehen, liess es dann aber bleiben: Nach dem Winter-Comeback wars dafür viel zu kalt.

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Wunsch und Wirklichkeit

Als ich am Herd süüferli Fische veredle, sehe ich durchs Küchenfenster auf einmal ein schwaches Funkeln in der Ferne.

Ist es der Stern von Michelin? Oder ein Tester von Gault&Millau, der sich laternenschwingend unserem Haus nähert?

Ah! Auf dem Kurhaus Weissenstein sind auch heute wieder die Scheinwerfer an.

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