Achtung: Mitte Mai bricht in Burgdorf “Die Franzosenkrankheit” aus. Wer sich jetzt schon einen Platz im Siechenhaus sichern will, kann das tun. Der Vorverkauf für das Schauspiel der Szenerie Burgdorf ist eröffnet.
Im Zug sitzen an diesem Wintersonntagabend nur wenige Leute – darunter ein Grossvater mit seinem drei-, vielleicht vierjährigen Enkel. “Jetzt kommt Burgdorf”, sagt der Senior. “Dann kommt bald Langenthal. Wenn wir daheim sind, nehmen wir ein Bad, gäu.” Mir wird chli gschmuuch. Ich fühle mich wie damals auf dem WC von Toni’s Zoo in...
Als Bartwuchs für mich noch etwas war, womit ich mich vielleicht in ein paar Jahren beschäftigen würde, posierte ich aus einer Laune heraus und weil ich das Geld brauchte, als Fotomodell für Rasierapparate. Das Bild erschien in einem dieser Kataloge, die immer die Briefkästen verstopfen und undurchgeblättert im Altpapier landen. Die nächsten 30 Jahre...
Ist er nicht wunderschön, der Schneemann, den Nathalie Oswald aus Thun gebaut hat? Doch, ist er. Und ich bin sicher: Es gibt noch gaaaaaaaaaanz viele weitere solcher Gesellen, die es verdient haben, einmal einer *räusper* breiteren Öffentlichkeit gezeigt zu werden. Den hier, zum Beispiel; made by Schatz: Deshalb eröffne ich hiermit in der Galerie...
Poetisch, witzig, verblüffend, interessant, liebevoll, schlitzohrig, clever, berührend…: Wenn man so dasitzt in der kulturfabrikbigla und dem Bühnenarbeiter Aeschi Rüegsegger beim Wärche zuschaut, merkt man nicht, wie die Zeit vergeht. Der Mann im blauen Kittel, der normalerweise einen kleinen Bauernhof samt Sägerei in Eggiwil betreibt und sich daneben um vier Chueli und drei Guschti...
Deswegen liebe ich Facebook: Wegen dieser Kurzmeldungen von Kollegen, die einen manchmal besser unterhalten als ein Roman. Beat Rüdt zum Beispiel notierte neulich: “Heute Morgen um 9.30 Uhr Explosion in der Münstergasse. Habe am Bio-Marktstand den Kinderwagen zu nahe an den Heizstrahler gestellt, Pneu futsch. Verletzt wurde niemand, 12 Märitgänger und fünf Standbetreiber standen...
Die Leserin hatte behauptet, es sei “inakzeptabel”, dass die Berner Busse und Trams im Winter nicht besser geheizt werden. Ich vertrat den Standpunkt, dass man Fahrten in diesen Verkehrsmitteln auch überlebe, wenn darin keine Zimmertemperaturen herrschen. Am Ende des Mailwechsels kündigte die Dame ihr BZ-Abo. “Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie sich...
Das freut den Blogwart: Per Zufall ist Peter Hitz aus Münsingen in dieses Online-Gefäss gestolpert. Er sah sich eine Weile darin um – und als er wieder herauskam, überschüttete er mich – was nicht jeder Gast tut – mit Lob: “Ich gratuliere zum Trueberhus, zur australischen Baldverwandtschaft, statt Wulffs Gattin wäre Martin Bäumles Gemahlin...
Jetzt ist der Schuss draussen: Die Messe “Fischen, Jagen, Schiessen” findet vom 16. bis am 19. Februar in Bern statt. Im Bemühen darum, möglichst viel Publikum ans bleihaltige Land zu ziehen, haben die Veranstalter auch für die zehnte Auflage unwiderstehliche Köder ausgeworfen: Was dem Komasäufer die Schinkenstrasse auf Mallorca, ist dem Schützen die “Schiessmeile”...
Noch husch die Zähne putzen und dann ab unter die warme Decke, dachte ich…, …aber als ich den Hahn aufdrehen wollte, fielen nur ein paar armselige Tröpfchen ins Lavabo. Dann kam nichts mehr. Auch bei Chantals Waschbecken nebenan: Kein Wasser. Küche, Bad, Toilette – rien n’allait plus. Wir klopften bei den Nachbarn, um zu...
Rund 750 Jahre alt ist das Haus, in dem ich seit bald zwei Jahren lebe. Bis heute kannte ich die Geschichte dieses Gebäudes nicht. Doch nun hat Franco Rappa, der Präsident des Burgdorfer Altstadtleistes, einen langen Blick in die Vergangenheit geworfen. In der Wochenzeitung “D Region” erzählt er, was es mit dem “Truerbhuus” auf...
Während ich hier meinem Ende dem sibirischen Wochenende entgegenbibbere und bloss ab und zu nach draussen gehe, um die Eisbären im Burgdorfer Freibad beim Spielen zu filmen, läufts meteorologisch nur ein paar Kilometer weiter ganz anders: “Tooooo hotttt can’t sleep!” “God I hate this humidity feels like a 100 degrees.” “Sore head already, heat...
Vor zwei Jahren habe ich mich hier über den Sinn und Unsinn von Mitarbeitergesprächen ausgelassen. Passiert ist seither: Nichts (sieht man einmal davon ab, dass die Klickzahlen selten so steil in die Höhe schossen wie bei jenem Text. Den fraglichen Beitrag sahen sich knapp 900 Leserinnen und Leser an). In den nächsten Wochen werden...
“Ist es draussen kalt und grau, mach ‘nen Ausflug mit der Frau.” (Alte indianische Weisheit) Um chli dem Winter zu entfliehen, schauten mein Schatz und ich gestern im Tropenhaus in Frutigen vorbei: Wir können einen Besuch nur empfehlen. Fischfreunde kommen auf dem informativ-unterhaltsamen Rundgang ebenso auf ihre Kosten wie Technikenthusiasten und Tunnelfans. Besonders faszinierend...
Gemeinsam zu kochen, gehört zu unseren Lieblingsbeschäftigungen. (Hinweis für die jüngeren Leserinnen und Leser: Früher lief das noch ganz anders. Da wusste die Frau: “Der Mann will täglich aufs Neue gewonnen sein.” Und verbrachte den grössten Teil ihres Lebens alleine zwischen Herd und Ofen: ) Zu Streiteren kommt es in unserer Küche nie selten....
“Dickschädelig, besserwisserisch, engstirnig – aber wärchig!”: Mit diesen Worten charakterisiert Peter Leu, der Intendant der kulturfabrikbigla, seinen neuen Gehilfen Aschi Rüegsegger. Dieser erlebt am 8. Februar mit der “Revue für einen Bühnenarbeiter” seine “Stärnstund”. Obwohl er bis weit über die Mützenspitze hinaus mit Büez eingedeckt ist, nahm sich der Eggiwiler Bauer, Kleinsägerei-Betreiber und Gelegenheits-Tookmaschter...
Eines schönen Tages strickte unsere Grossmutter für meinen Brüetsch, den grössten Servette-Fan der Welt, eine Mütze im original echten Grenatrot-Weiss seines Lieblingsvereins. Die Kappe ist nach wie vor in Betrieb. Wegen ihr hat Urs sogar einen Club gegründet, der inzwischen rund 150 Mitglieder zählt und sich ungebrochener Beliebtheit erfreut. “Miini Chappe” heisst er. Dazugehört,...
Das macht Mut: Während die einen ständig vom Ende der Zeitungen reden, erfinden andere Maschinen, um Zeitungen gäbiger lesen zu können. Besonders toll ist, dass auf diese Weise auch Haustiere sinnvoll beschäftigt werden:
Ich habe wirklich nicht vor, hier alle zwei Tage ein Bild von meinem jüngsten Neffen zu veröffentlichen. Aber wenn Chantals iPhone schon zufällig im Fotografiermodus läuft, wenn mein bald viermonatiger Verwandter seinen Onkel mit diesem sehr speziellen Robinlemmyblick anguckt, kann ich gar nicht anders, als den Rest der Menschheit meine Leserschaft an diesem kleinen...
Unser Quartierkater ist es sich gewohnt, im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses zu stehen. Entsprechend irritiert war Mauz, als Chantal und ich unsere Aufmerksamkeit heute Abend einem fremden Wesen schenkten. Ein Igel war über den Kiesweg in den Garten getäppelt. An einem Mäuerchen hielt er nach faulen Äpfeln Ausschau. Mein Schatz zückte den Fotoapparat. Kaum...
Zuerst sind pdf-Dateien das grosse Thema. Dann gehts um Excel-Tabellen und kurz darauf um irgendwelche Programme. Als es dazu wirklich nichts mehr zu sagen gibt, dreht sich der Monolog um Stellvertretungen, Nachfolgeregelungen, Versetzungen nach Übersee, den Lohn, Spesen, buchhalterische Probleme, doofe Zicken, arrogante Chefs, strohdumme Mitarbeitende und – immer wieder – darum, dass die...
Wir habens damals mehr gehört als gesehen. Imposant wars so oder so: Dieses Feuerwerk zündete Sydney in den letzten Minuten von 2010, um 2011 willkommen zu heissen. Ich nehme mir dir Freiheit, es zu recyclen, um all meinen Stamm- und zufällig dahergelaufenen Gästen für ihre Treue, Nachsicht, Geduld und Toleranz zu danken und ihnen...
Wir hatten gerade fertig gegessen, als mein Neffe im Nebenzimmer signalisierte, dass er im Fall nicht daran denke, zu schlafen, während alle anderen munter miteinander plaudern. Also nahm ich ihn auf, legt ihn mir vorsichtig über die Schulter und machte mit ihm eine Besichtigungstour durch unsere heiligabendlich beleuchtete Wohnung. Ich ging mit Robin Lemmy...
Daraus werden unter den Händen von meinem Schatz heute Nachmittag die besten Brunsli der Welt. Der Schatz von meinem Brüetsch ist gleichzeitig nach derselben Methode mit denselben Zutaten schon zwei, drei Schritte weiter: Das Rezept stammt von meiner Grossmutter und ist…äätsch! (Hier hats ein paar Alternativen, die mit dem Original allerdings nie mithalten können.)
Vor zwei Jahren hatte ich chli Ärger mit einer jungen Frau. Sie war damals noch nicht meine Schwägerin und gerade dabei, mit zwei Kollegen in eine Glasbox beim Bundeshaus zu ziehen, um dort für einen guten Zweck eine Woche lang “Radio live” zu machen; vor allen Leuten, Tag und Nacht. “Jeder Rappen zählt”, hiess...
Gwundernasen, aufgepasst: Hier ist das erste Bild von meinem jüngsten Neffen Robin Lemmy: Die glücklichen Eltern teilen dazu mit: “Nach nächtelangen Diskussionen, teuren Besuchen bei renommierten Beratern und mehrfachen psychologischen Einschätzungen haben wir uns entschlossen, dem immensen Druck der Öffentlichkeit nachzugeben und von unserem Sohn nun doch ein Bild zu veröffentlichen.”
Manche könnens kaum erwarten: Alle Jahre wieder versammeln sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von grossen und kleinen Firmen zum grossen Weihnachtsessen. Was manche nicht bedenken: Organisatorisch gibts auf dem Weg zum Buffet zig Hürden zu nehmen. Olga Meier-Eiergeist, die fiktive Personalchefin einer ebenso fiktiven Firma, kann davon traurige Liedchen singen. 1. Dezember LIEBE MITARBEITERINNEN...
Eben: Wir haben bei der BZ ja die Rubrik “Wünsch dir was”. Sie ist ein grosser Erfolg – für alle Beteiligten: Die Menschen, für die ein Traum Wirklichkeit wird, freuen sich ebensosehr darüber wie die Leute, die den Traum Wirklichkeit werden lassen. Neulich aber… …neulich lag ein Brief von einer Mutter in meinem Mailfach....
Das war jetzt ein bisschen komisch etwas merkwürdig fast ein wenig unheimlich: Ich hatte von Schafen geträumt. Meinem Unterbewusstsein scheint das Gebimmel und Geblöke zu fehlen, seit die Schafe, die monatelang an der Wand von “meinem Haus” und an zig anderen Plätzen in der Stadt herumstanden, im Herbst auf einmal verschwunden waren. Nach dem...
Mit Weihnachtsbeleuchtungen habe ich es sonst nicht so. Weihnachtsbeleuchtungen: Das sind für mich hässige Eltern und nörgelnde Kinder und kalte Hände und abgestorbene Füsse und Krieg in den Läden statt Frieden auf Erden. Aber es gibt eine Ausnahme: Die Weihnachtsbeleuchtung auf dem Burgdorfer Kronenplatz wirkt, als ob sie von einem besonders poetisch veranlagten Menschen...
“Schinken und Ei”: Unter diesem Titel schreibt Dialika Neufeld im “Spiegel” über ein Ehepaar, das 72 Jahre Seite an Seite verbrachte. Ich hoffe, dass die Autorin und der “Spiegel” nichts dagegen haben, wenn ich die Geschichte hier weitergebe. Für mich ist es die schönste Geschichte der Welt. “Der letzte Tag im Leben von Gordon...
Es mag ja sein, dass ich dazu neige, es manchmal chli zu übertreiben mit meinem ewigen “Burgdorf, Burgdorf über alles“. Aber ich kann nicht umhin zu sagen: Schönere Wände als in Burgdorf gibts nirgendwo: Das heisst – doch. In Sydney: Aber das zählt auf dieser Seite der Erde nicht. Das wäre Burgdorf gegenüber nicht...
Lob & Tadel