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Couple Dänemark (II)

Aus den Wohnwagen und Campern links und rechts drang leises Schnaufen und Schnarchen, als ich mit dem Badetuch unter dem Arm in aller Herrgottsfrühe zum Duschhäuschen schlurfte. Es war noch stockfinster.

Auf einmal hörte ich ein Rascheln im Gebüsch. Erst dachte ich, gleich würde eine Katze aus der süüferli gestutzten Hecke schiessen…aber dann sah ich im Schein meines Handydisplays, wie zwei Hasen über den Asphalt hoppelten. Der eine ging einfach weiter und verschwand mit zwei, drei Hüpfern in der Dunkelheit. Der andere blieb stehen und schaute mich mit seinen schwarzen Knopfaugen an. Wir wünschten einander einen guten Morgen, der Hase und ich, und gingen dann wieder unserer Wege.

So begann er also, unser zweiter Tag auf dem Campingplatz in Münster. Gestern kamen wir nach einer vier- oder fünfstündigen Fahrt (wir nehmens mit den Zeiten grad nicht sooo genau) an…und wussten gleich: Hier würden wir länger als nur eine Nacht bleiben. Ausnehmend freundliche Leute, ein tiptopp gepflegtes Areal, viel Grün und gleich daneben ein Fluss, in dem Tess sich abkühlen kann:

Es herrschen hier fast schon paradiesische Zustände, und das gilt nicht nur für den Campingplatz, sondern auch für die rund 20 Busminuten entfernte Stadt. In dieser nahmen wir noch vor dem Auspacken unserer siebenhundert Sachen einen ersten Augenschein.

Professor Dr. Dr. Friedrich Boerne, Kommissar Frank Thiel

und der Antiquar-Privatdetektiv Georg Wilsberg waren zwar nicht da, aber das spielte für uns keine Rolle; Was wir von der 300 000 Einwohner-Stadt in Nordrhein-Westfalen schon gesehen haben, hat uns auch so ziemlich beeindruckt: Die Pflastersteine in den unzähligen Gässchen sind so sauber gefegt, dass man darauf essen könnte, und die Häuser wirken wie frisch aus dem Truckli. Gegessen haben wir auf einem kulinarischen Niveau, das wir so nur von Burgdorf her kennen: sehr, sehr hoch oben.

Was in Münster ganz besonders auffällt, ist die Tatsache, dass hier jedermann und -frau mit dem Velo unterwegs zu sein scheint. Abgesehen vom Dom – oder eben: dem Münster – prägt nichts diese Stadt dermassen wie die Zweiräder in allen Grössen und Formen.

Davon, dass Münster dank des „Tatorts“ und „Wilsberg“ regelmässig am TV zu sehen ist, deutet wenig bis nichts hin. Wer mag, kann die Stadt auf den Spuren der Serienhelden entdecken. Doch irgendwie scheint Münster es gar nicht gross nötig zu haben, sich mit diesen Federn zu schmücken. Es ist auch so schon schön genug.

Wir bleiben jetzt noch einen Tag und eine Nacht hier, auf „unserem“ Campingplatz, und fahren dann weiter nordwärts. Möglicherweise sind wir morgen Abend schon in Dänemark. Vielleicht entdecken wir aber noch einen anderen Ort, an dem es uns auf Anhieb so vögeliwohl ist wie in Münster. Dann müsste Skandinavien halt nochli auf uns warten.

Published inFerientechnisches

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