Die neue Virklichkeit (22)

„Des leere Blatt’l Papier, des liegt no immer vor mir. I schreib besser goa nix.“
(Relax, „Ein weisses Blatt’l Papier“)

Dass er kommen würde,

war mir

schon klar.

Die Frage war ja

nicht ob,

sondern wann

in meinem Leben

24 Stunden lang

nicht nur

so erschütternd wenig,

sondern dermassen

überhaupt nichts

passieren würde,

dass es hier

nullkommanull

zu berichten gibt.

Aber jetzt

ist er da,

der Tag,

und ich sitze

vor dem Compi

wie der Esel

am Berg,

nur dass Esel

in der Regel

nicht sitzen,

sondern stehen,

und dann erst noch

mit ohne

einem Compi vor sich,

und ihr Heu chätschen

und gucken,

was um sie herum

passiert.

Abgesehen davon

sind Esel,

im Gegensatz etwa

zu den Steinböcken,

Gämschi

u dä Mungge,

wie der Berner sagt,

meist nicht

in den Bergen zuhause,

sondern im Flachland

und besonders gerne

in südlichen Flachländern,

wos warm ist

und sonnig,

und wenn ich gerade

so daran denke,

darf ich ich gar

nicht daran denken,

wies jetzt

auf den Kanaren wäre,

so ohne Touristen

und Walrosse

am FKK-Strand

und ohne Leute,

die erst grossartig

eine Pälla bestellen,

nur um dann

die Muscheln und Crevetten

aus dem Reis zu klauben,

weil sie

„diesen Meerscheiss“

nicht haben müssen,

aber ich schwenke ab.

Eigentlich könnte ich jetzt

einfach einmal

nichts schreiben,

und sonst etwas machen,

die Frage wäre nur,

was,

aber mit weissen Blättern

und leeren Textmasken

komme ich einfach

nicht z Schlag

oder,

wie ein ein Fachmann

sagen würde,

wenn ich einen Fachmann

fragen würde:

damit kann ich

„nicht umgehen“

(so, jetzt ist

es raus und mir

grad hundertmal wohler.)

Wenn ich

ein weisses Papier

oder ein

fabrikneues Worddokument

vor mir habe,

muss ich es füllen,

egal womit,

nur nicht

mit einer Zeichnung,

weil zeichnen

kann ich nicht,

aber muss ich

ja auch

gar nicht können

(uff!),

und zwar ungeachtet dessen,

obs etwas

zu schreiben gibt

oder,

wie in diesem Fall,

nicht.

Wenn man schreibt,

ohne etwas zu schreiben

zu haben,

ist das Wichtigste,

dass die Leserinnen und Leser

das nicht merken.

Für sie muss alles

sein wie immer,

und das hat oft

mit dem Umfang

zu tun

(was,

auch wenns

da und dort

jetzt vielleicht

kurz wehtut,

bedeutet:

Die Länge spielt

halt doch

eine Rolle.)

Wenn sie

fast endlos

Zeile

um

Zeile

lesen können,

haben sie

automatisch das Gefühl,

schampar viel

zu entdecken,

obwohl ihre Augen

sich im Grunde genommen

nur von Wort

zu Wort

hangeln

(man könnte das

auch

ins

ganz

Extreme

steigern,

wenn

man

unbedingt

möchte,

aber

irgendwann

würde

wohl

auch

der

dümmste

Leser

und

die

doofste

Leserin

merken,

dass

hier

etwas

nicht

stimmt,

und

zwar

ganz

und

gar

nicht,

und

sich

verärgert

einer

anderen

Lektüre

zuwenden,

und das,

wollen wir

ja nicht,

Migottstüüri!)

ohne in der ganzen Zeit

auch nur einmal

etwas zu sehen

zu bekommen,

das anzuschauen

sich lohnt.

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