Durchstieren statt eindämmen

Die Corona-Fallzahlen seien am Steigen. Man müsse die Eindämmungsmassnahmen „unbedingt verstärken“ hiess es heute an einer Medienkonferenz des Bundesamtes für Gesundheit.

In Burgdorf halten ein paar Leute trotzdem an der in ihren Augen offenkundig systemrelevanten Kulturnacht fest. Die wird jetzt einfach durchgestiert – gehauen oder gestochen oder, wenns ganz dumm läuft, infiziert.

Aber, immerhin: ohne das Casino Theater. Dessen Verantwortliche machen ihrem Namen alle Ehre und verzichten aus Sicherheitsgründen darauf, ihr Haus für diesen Anlass zur Verfügung zu stellen.

Nachtrag 18.9.2020: Heute berichtete auch BZ Online über das Thema (der Artikel ist kostenpflichtig). Und liess die Leserinnen und Leser abstimmen:

4 Kommentare

  1. Das sehe ich jetzt nicht so eng. Wenn die Abstände eingehalten, die Hände fleissig gewaschen und die Hygienemasken aufgesetzt werden, ist das Risiko m.E. vertretbar. Die Kulturbranche braucht solche Gelegenheiten, sonst geht das Ganze komplett den Bach runter.

  2. Soweit ich es beurteilen kann (Laie, aber ich habe in den letzten Wochen mehr „Schutzkonzepte“ gesehen als vorher in meinem ganzen Leben) ist der Anlass so Stand heute im Kanton Bern zwar bewilligungsfähig.

    Der Punkt ist:

    1) Die Lage verschlechert sich wöchentlich, und es ist erst September.

    2) Es gibt schwer kontrollierbare Friktionen, die alle den Grund haben, dass viele Leute auf engem Raum sind.

    3) Es war auch vor Corona so, dass nicht alles, was erlaubt bist, schlau ist.

    4) Die Stadt als faktischer Mitträger hat eine Vorbildfunktion, in mehreren Dimensionen.

    5) Wenn jemand spreadet, was der Kulturgott vermeiden möge, sind die Schäden auf mehreren Ebenen fatal; und zum Schluss

    6) noch dies: Ich unterrichte seit Wochen 14- bis 18jährige mit fucking Masken (während dem Unterricht!!), die sie faktisch nur deshalb tragen müssen, damit Risikogruppen (ü60, Vorerkrankte) nicht auf der IPS abnippeln. Es gibt Ärger, wenn sie zu lange maskenlos näher als 1,5 m zusammen sind (man beachte noch einmal das Alter!).

    Und dann kommt die Sitzstadt meiner Stätte für höhere Bildung und veranstaltet de facto die einzige Sause zwischen Grönland und Kapstadt, wo gerade auch die Risikogruppe sich vergnügt.

    Das ist eine Schweinerei, und mir ist es gerade glich, wem ich damit auf die Zehen tschalpe.

  3. Nun – ich gehöre bekanntermassen nicht gerade zu denen, die Covid-19 als Mutter aller Seuchen betrachten. Sondern als Krankheit irgendwo zwischen Influenza und der Spanischen Grippe, mit Fokussierungstendenz auf Risikogruppen.

    Das genügt aber auch für mich, diesem Winter mit Grauen entgegenzublicken, aus infektiologischen, aber ebenso aus psychohygienischen und sozialen Gründen.

    Ob in diesem Kontext eine ansteckungstreibende Kulturnacht in all diesen Lokalen und mit den vielen Leuten angezeigt ist?

    Ich bin mit dir, Hannes, und wage es zu bezweifeln.

  4. Mit vernünftiger Selbstdisziplin sind Treffen und kulturelle Anlässe kein Problem. Wer Panik hat, soll bitte gerne die nächsten Monate oder Jahre zu Hause bleiben, aber bitte die jenigen, die mit dem Virus umzugehen wissen, in Ruhe lassen. Ist eh angenehmer mit weniger Leuten, man sieht so besser zur Bühne….sorry mir reichts langsam mit den miesepetrigen Besserwissern und ich freue mich auf Kultur heute Abend.

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