Skip to content

Fuckin’ fantastisch

13221115_10209587802036386_3673292698671050820_n

Sie ist, einerseits, “eine Diva mit fast übermenschlicher Stimme“, eine “Königin” oder “der allerletzte wahre Star“, heimst vom Oscar bis zum Grammy Preise am laufenden Band ein und zählt mit über 100 Millionen verkauften Platten zu den erfolgreichsten Künstlern der Gegenwart.

Andrerseits: Wenn Adele Laurie Blue Atkins, wie gestern Abend während ihres Konzerts im rappelvollen Zürcher Hallenstadion, einen mit zahllosen “Fuckin’s” gespickten Schwank aus ihrem Leben erzählt (was sie ziemlich oft tut), wirkt sie wie eine Arbeitskollegin, die beim Feierabendbier ein Glas zuviel erwischt hat.

Dieser Kontrast irritiert ebenso, wie er fasziniert. Sie singt, als ob sie ein Wesen von einem anderen Stern wäre – und scheint die Bodenhaftung trotz des gigantischen Rummels, der rund um den Erdball spätestens seit ihrem sagenhaften Comeback-Album “25” um sie veranstaltet wird, nicht verloren zu haben.

Adeles Auftritt ist von baffmachender Makellosigkeit. Von “Hello” – ihrem Über-Hit, mit dem sie den Abend eröffnet – über das atemberaubende “Skyfall” bis hin zur letzten Zugabe “Rolling in the deep” sitzt jeder Ton.

Unter einer monumentalen Leinwand begleitet eine blind harmonierende zwanzigköpfige Band mit Gitarristen und Schlagzeugern und Streichern und Bläsern und Backgroundsängerinnen und allem druckvoll, was die Chefin auf der vierzehn mal fünfzig Meter grossen Bühne – sie erinnert entfernt an einen überdimensionierten Schminkspiegel –  in ihrem mit Strass verzierten bodenlangen dunklen Kleid vorträgt.

Kostümwechsel (wie bei Madonna, Lady Gaga und anderen Mitbewerberinnen) gibt es keine. Auch auf aufwändige Choreografien, Feuerwerk und artverwandte Ablenkungsmanöver haben die Showgestalter der Show verzichtet. Dafür gönnen sie den 13 000 Zuschauerinnen und Zuschauern nach einem bombastischen Auftakt im musikalischen XXL-Format eine kurze Atempause mit einem fast schon intim wirkenden akustischen Teil. Wenig später steht Adele mitten in der Halle auf einen kleinen Bühne und lässt sich zu “Set fire to the rain” verregnen, ohne nass zu werden.

Der Trick passt wunderbar in diesen durch und durch magischen Abend.

Published inKulturelles

Be First to Comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *