Skip to content

Hell & dunkel

IMG_1981

Schneeweisser Sand, türkisblaugrünes Wasser, kaum Touristen: Die Stunden, die wir gestern auf Withehaven Beach verbringen durften, waren für uns wie ein Wirklichkeit gewordener Traum. Wir werden sie nie mehr vergessen.

In dieses Paradies gebracht hat uns ein überaus gmögiger Mann namens Dan. Mit einem Wasserflugzeug flog er uns, nur wenige hundert Meter über Meer schwebend, von Airlie Beach nach Hayman Island, um zwei weitere Gäste an Bord des Maschinelis zu nehmen. Eine weitere Viertelstunde später setzte er erneut auf dem lauwarmen Wasser auf; diesmal vor dem fast unberührt scheinenden Strand, der laut unserem Piloten zu den drei schönsten Stränden der Welt zählt.

IMG_1951

Nachdem wir – von den Eindrücken immer noch erschlagen – zurück in Airlie Beach waren, gönnten wir uns im Restaurant des Mini-Flughafens etwas Kühles zu trinken. Dabei konnte Chantal ihre Knieverletzung, die sie sich bei einem Zusammenstoss mit dem Flugzeug zugezogen hatte, genauer studieren. Ein zufällig in der Beiz anwesender Kookaburra assistierte ihr bei der Diagnose.

IMG_2040

Die Prellung ist zwar schmerzhaft und lästig, aber nicht so gravierend, dass sie uns an der Weiterreise hindern könnte. Also gings auf dem Bruce Highway ab nach Townsville, wo wir nach einer vierstündigen Fahrt im nächstbesten Hotel eincheckten. In einem Supermarkt besorgten wir Eisbeutel und Voltarensalbe. Das sollte fürs Erste genügen.

Townsville selber? Naja: Hügel, Hafen, Hotelkästen.

IMG_2049

Im Moment sitze ich im Internet-Café im Parterre des Hotels. Als ich vorhin vor das Gebäude ging, um zu rauchen, näherten sich mir wie aus dem Nichts zwei Aborigines. Sie trugen halbzerfetzte Turnhosen, die in den frühen 80er Jahren modern gewesen waren, und sonst nichts.

Der eine hatte eine Schnapsfahne, die vermutlich noch in Melbourne zu riechen war, und einen verschmutzten Verband am rechten Oberarm. Dem anderen waren im Laufe der Zeit ein Auge und die meisten Zähne abhanden gekommen. Er blutete aus dem Mund. „A fuckn dollah“, verlangte er. Als ich nicht reagierte, wiederholte er: „Gimmi a fuckn dolla. Just a fuckn dollah!“

Ausser den zwei Ureinwohnern war auf der Strasse zu dieser frühen Stunde kein Mensch zu sehen. Irgendwie wurde es mir chli gschmuuch. Ich liess die beiden Dunkelhäutigen stehen und ging, von wüsten Flüchen begleitet, zurück ins Hotel.

Auch das ist Australien”, dachte ich, als sich die Glastüre hinter mir lautlos vor den Fremden schloss.

Published inAustralisches

Be First to Comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *