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Hochstimmung unter dem Hochnebel

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Er zieht und zieht und zieht sich hin, der Winter, und das Schlimmste daran ist: Es schneit nicht einmal. Dafür liegt die Welt fast ständig unter einer Hochnebeldecke, die nur hin und wieder einen Fleck Blau durchscheinen lässt.

Aber mir wei nid chlage. Wir haben ja noch die Musik. Und solange wir die Musik haben, ist und wird alles gut. Drei Bands aus dem Bernerbiet hellen mit ihren jüngsten Werken auch die düstersten Stimmungen innert weniger Minuten auf:

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Von “Oesch’s die Dritten” kannte ich bisher nur den “Ku-Ku-Jodel” und, ämu ein bisschen, die Chefin. Weil mich wunder nahm, was die europaweit erfolgreiche Familienkapelle sonst noch zu bieten hat, hörte ich mich gestern Abend zum ersten Mal durch eine komplette CD (genauer gesagt: gleich durch das ganze Live-Doppelalbum mit all ihren Hits) und muss auch mit meinem volksmusikalisch eher zweifelhaften Hintergrund sagen: Das fägt ja wahnsinnig!

Würde man die 30 Abdiepost-Lieder in eine logische Abfolge bringen, ergäbe sich eine hübsche Geschichte:

Ein “Swiss-Girl” mit “rehbrune Ouge” trifft unter “grünen Tannen” nicht “üse Ätti”, sondern den “Jodler-Bueb”. Über allem leuchtet “der weisse Mond von Maratonga”.

“Du bist mein Sonnenschein”, sagt das Swiss-Girl zum Bueb; “ich tanz so gern mit dir”. Auf ihrem Beobachtungsposten hinter dem Musikantenstadl nicken “der alte Jäger” und “die Bergvagabunden” zustimmend: “Jodeln ist cool”.

“Mein Jodler kommt von Herzen”, flüstert das Swiss-Girl seinem “Pepito” zu. Dieser, etwas verlegen geworden, weiss nicht so recht, was er darauf erwidern soll, und murmelt “es blüht ein Edelweiss”. Das Swiss-Girl erkennt den zweideutigen Sinn dieser Bemerkung sofort. Es nimmt den Bueb bei der Hand und bummelt mit ihm dorthin, “wo der Wildbach rauscht”.

“Typisch Oesch”, sagt der Jäger zu den Vagabunden, und schwenkt vor lauter Freude “les cloches de ma vallée”, worauf “7000 Rinder” fluchtartig das Weite suchen.

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Ebensoviel gute Laune versprühen Marc Trauffer und seine Band auf ihrer vierten CD “Alpentainer”. Auch ihnen gelingt es – wie schon auf “Fischer & Jäger” und “Dr Heimat zlieb” – scheinbar mühelos, aus Optimismus Ohrwürmer zu kreieren, die auf der Bühne erfahrungsgemäss noch viel lebendiger wirken als ab Konserve. “Etwas altmodisch, etwas modern, etwas verrückt, äh, verrockt”: Mit diesen Worten beschreibt Trauffer nicht nur seinen aktuellen Hit

“Brienzer Buurli”;

diese Beschreibung passt auch bestens auf die 13 weiteren Stücke, die der Chef eines Holzspielwaren-Unternehmens und Lokalpolitiker mit seiner hochkarätigen Truppe auf dem Silberling verewigt hat.

Darüberhinaus ist es Trauffer mit “Du drükisch dä Chnopf” auch noch gelungen, eines der schönsten Schweizer Liebeslieder der letzten Jahre zu schreiben.

Kurz gesagt: “Alpentainer” ist eine in jeder Beziehung runde Sache, die nicht nur dann Freude macht, wenn das Wetter einem selbige nimmt.

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Zum Einstieg hämmert ein altes Klavier. Dann setzen die Bläser ein – und schon schepperts und chlöpfts, dass auch der verbohrteste Tanzmuffel unwillkürlich mit dem Fuss wippt: Mit “Musig”, ihrer jüngsten Single, blicken die Halunke auf die swingin’ 20er- und 30er-Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Der Song ist ein Vorgeschmack auf das neue Album, das noch in diesem Jahr erscheinen soll.

Und für das Christian Häni, der Anführer der Hippopp-Bande, schon ordentlich Material verschlissen hat, wie er auf der Halunke-Website notiert:

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Online ist “Musig” nicht gratis erhältlich. Dafür wird auf Facebook der Video-Dreh kostenlos dokumentiert:

1)

2)

Nachtrag 27. Februar: Jetzt gibts “Musig” doch noch online. Et voilà:

Published inKulturelles

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