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Jeden Tag im Puff

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Vermutlich ist das die Erklärung dafür, dass auf diesem Planeten nie Ausserirdische landen: Wenn sie in ihren Ufos über uns kreisen und nach unten gucken, sehen sie nur mit Erdlingen zugestellte Flächen.

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Besonders abschreckend muss der Blick auf den Berner Bahnhof wirken: Kurz nach Tagesanbruch ist dort kaum ein Durchkommen mehr. Ob unter- oder oberdisch: Überall trampen sich die Leute auf den Füssen herum.

Wenn sie es endlich aus dem Gebäude geschafft haben, geht das Gstungg weiter, beim Warten auf den und beim Fahren im Bus…und wenig später erneut auf dem Weg zum Bahnhof, auf der Rolltreppe, in den Aufgängen zu den Geleisen, auf den Perrons und in den Zügen.

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Am Feierabend dann, im 16.38-Doppelstöcker zurück nach Burgdorf, hat man, oben auf der quasi stufenlos besetzten Treppe ausharrend,

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chli Zeit, um darüber nachzudenken, wie man dem alltäglichen Puff im öffentlichen Verkehr abhelfen könnte.

Kurz nach Lyssach ist das – Achtung, Politikerspeech! – Massnahmenpaket geschnürt:

– Schliessung sämtlicher Gewerbeschulen
– Bahn- und Busverbot für alle Dächlikappenträger mit mehr als zwei Pickeln im Gesicht,
– Mitfahrgelegenheiten für Rentner nur zwischen 10 und 15 Uhr,
– Auslagerung von XXL-Kinderwagenschiebenden, Gehbehinderten und Familien mit mehr als einem Kind in separate Anhänger plus
– Fünfminutentakt auf dem gesamten Schweizer Schienennetz.

Kaum ist der Zug in Burgdorf eingefahren, kämpft man sich mit längst routiniertem Ellbogen- und Knieeinsatz aus der nach Schweiss, Kebabsauce und Mottenkugeln stinkenden rollenden Hölle ins Freie, geht durch die Bahnhofunterführung, registriert aufatmend, wie sich die Menschen an deren Ende in alle Richtungen verteilen, bummelt entspannt hinüber zum Busterminal, wartet auf den 461er zum Kronenplatz, steigt ein…und bekommt bestätigt: So gemütlich wie in Burgdorf ist es nördlich von Australien nirgendwo sonst auf der Welt.

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Published inFragwürdiges

One Comment

  1. Markus Schärer

    Lieber Hannes, hier mal einige Tipps von Pendler zu Pendler:

    1. Steig morgens im Wankdorf aus und nimm den 20er Bus bis ins Büro, herrlich friedlich. Wenn’s zu viele Leute hat wartest du auf den nächsten. Abend’s machst Du den gleichen Weg zurück, oder brauchst deine Statur um Eindruck zu schinden, das hilft glaub mir.

    Wenn beim Aussteigen jemand vor dem Eingang steht – egal wer – Ellbogen ausfahren und drauf los. Beim Rumgemotze sagst Du einfach, ganz ruhig und mit tiefem Blick in die Augen: ” Wotsch ufe Bös oder Lämpe”.

    Und ja Burgdorf ist wirklich schön, aber ich kenn da auch noch andere nicht so urbane Orte im Emmental, wir verstehen uns:-)

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