Leben light

Manchmal, wenn ich, wie vorhin auf einer Facebookseite des Dorfes, in dem ich aufwuchs, über einen Artikel aus der Frühphase meiner journalistischen Laufbahn stolpere, denke ich zurück an die Zeiten, in denen alles möglich war (oder zumindest schien) und in denen sich das Dasein so fluffig und leicht anfühlte wie ein Marshmellow, doch meist tue ich das nicht melancholisch-wehmütig, sondern voller Dankbarkeit im Wissen darum, dass die Leute, die heute so jung sind wie ich damals war, mit ungleich viel mehr Ängsten und Einschränkungen leben müssen und die möglicherweise nie ein Openair erleben dürfen wie jenes in Arbon im an Wundern auch sonst reichen Jahr 1987 (DDR-Staatschef Erich Honecker besuchte damals erstmals die Bundesrepublik Deutschland, Thomas Gottschalk feierte seine Premiere als „Wetten, dass…“-Moderator), in dem es kein Corona gab und keine Klimakatastrophe und keine internetten Hassbotschaften und das ewig hätte so weitergehen können, nur: dann hätten unzählige Menschen nie gemerkt, wie es sich anfühlt, wenn das Glück mal fehlt und verlernt, es wahrzunehmen und zu geniessen, und langfristig wäre das wohl ziemlich viel schlimmer gewesen als die Tatsache, dass die Wild Hearts bei ihrem grössten Auftritt ever nur eine Zugabe spielen durften.

1 Kommentar

  1. Dass du in jüngsten Jahren bereits ein Chronist warst, wusste ich nicht; aber dass mann Bo Katzman mit nur einem N schreibt: das weiss ich mit Bestimmtheit. Schliesslich war ich lange Jahre ein Bo Katzman-Chorohneglied, gelle.

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