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Noch kein Vetterwetter

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Die Organisatoren von Openair-Aufführungen habens in diesem Sommer nicht leicht: Wegen heftiger Regengüsse fallen landauf und -ab fast täglich Veranstaltungen ins Wasser. Das Freilichttheater Moosegg zum Beispiel musste die beiden Hauptproben wetterbedingt streichen. Dann ertränkte Petrus auch noch die Premiere.

7. Juli 2014. Für das Freilichttheater Moosegg ist die Welt noch in Ordnung. “Wir freuen uns, dass es endlich losgeht”, notiert Regisseur Peter Leu zwei Tage vor der Premiere von “Hansjoggeli der Erbvetter” auf Facebook.

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8. Juli. Nachdem die erste Hauptprobe ins Wasser gefallen war, muss wetterbedingt auch die zweite gestrichen werden. Leu bleibt gelassen: “Henu, mein Ensemble hat gut probiert und ich sehe der morgigen Premiere (so die Wettergöttinnen denn endlich ein Einsehen haben) mit Gelassenheit und Vorfreude entgegen.”

9. Juli. Dauerregen auf dem Hoger. Keine Premiere. Leu: “Die Wettergöttinnen wollten wohl lieber Fussball als Theater schauen.”

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10. Juli. Es regnet weiter. “Ob wir heute die Premiere doch durchführen können, entscheide ich erst um 16 Uhr”, teilt der Regisseur mit. Grosse Hoffnungen mag er sich, der Schauspielequipe und dem Publikum aber nicht machen: “Im Moment sieht es nicht sehr gut aus. Also abwarten und Schnaps trinken!”

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10. Juli, am Nachmittag. “Wir versuchen, ich betone, wir ‘versuchen’ die Premiere heute durchzuführen”, schreibt Peter Leu. “Die Wetterlage sieht besser aus als gestern, einen wirklich trockenen Abend wage ich aber noch nicht zu versprechen. Zieht Euch also warm und wasserdicht an.”

11. Juli, am frühen Morgen. Leu jubelt: “Gelungene Premiere – erfolgreicher Start! Ich gratuliere meinem wunderbaren Ensemble ganz herzlich zu einer wirklich schönen ersten Aufführung! Gut habt Ihr’s gemacht, sehr gut!” – Auch die Berner Zeitung ist des Lobes voll: “Die Premiere des Freilichttheaters «Hansjoggeli, der Erbvetter» auf der Moosegg liess keine Wünsche offen”, konstatiert Susanne Graf. Einziger Kritikpunkt: “Das Wetter hätte besser sein können.”

11. Juli, später. “Ich bin verhalten optimistisch, dass der Abend trocken bleibt, rate Ihnen aber trotzdem dringend, sich mit wasserdichten und warmen Kleidern auszurüsten!”, lässt der Regisseur all jene wissen, die für die erste normale Vorstellung von heute Abend ein Ticket reserviert haben.

12. Juli, tagsüber. “Allein die Tatsache, dass ich heute mit dem Motorrad auf den Berg fahre, beweist doch, wie zuversichtlich ich bin!”, schreibt Peter Leu.

12. Juli, am Abend. Die Aufführung wird abgebrochen.

13. Juli, frühmorgens. Peter Leu wirft einen Blick aus dem Fenster:

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14. Juli: Es bessert. Die vorzeitig beendete Samststag-Vorstellung konnte “erfolgreich nachgeholt” und ein “gelungener Start in eine strenge Vorstellungswoche” gefeiert werden. Jetzt hoffe er einfach, dass “die Wettergöttinnen nicht in alte Muster verfallen”, merkt Leu an.

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Nachtrag: Über 10 000 Besucherinnen und Besucher strömten wegen Hansjoggeli und seinen mehr oder weniger lieben Verwandten auf die Moosegg. Laut Regisseur Peter Leu konnten sämtliche Vorstellungen gespielt werden, wenn zum Teil auch nicht an den vorgesehenen Tagen.

Published inFragwürdigesHeimischesKulturelles

One Comment

  1. Seit 1978 mache ich Sommer für Sommer Freilichttheater – mich erschüttert bezüglich Wetter nichts mehr!

    Nur die Reaktionen von einzelnen Zuschauern gehen mir gelegentlich ziemlich auf den Wecker! 🙂

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