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Auf Souvenirjagd

(Ja: Um wahr zu sein, ist diese Geschichte fast zu herzig. Ob sie stimmt, oder ob es sich dabei um eine der unzähligen urbanen Legenden handelt, weiss ich nicht. Erzählt wurde sie mir von jemandem, dem ich aus Prinzip jedes Wort glaube. Falls sich die Story so zugetragen hat, ist sie mindestens so gut wie die vom Hasen ohne Ohren, der bei einer extra für ihn veranstalteten Pressekonferenz flach herausgekommen ist.)

Eine Schulklasse besucht einen Zoo. Auf einmal fehlt eines der Kinder. Der Lehrer startet eine grosse Suchaktion. Alles Rufen und in den Büschen Herumstochern hilft nichts: Das Mädchen bleibt veschwunden.

Doch plötzlich taucht es wieder auf. Es wirkt leicht verstört. Seine Kleider sind schmutzig. Der Lehrer und die Gspändli wollen wissen, wo es (mit wem?) gewesen und was dort passiert sei. Die Kleine schweigt.

Ununterbrochen über den aufregenden Spaziergang durch den Tierpark plappernd, verdrücken die Kinder auf der Heimfahrt im Zug ihre Zvieri. Das Mädchen mit den feuchten Schuhen und den dreckigen Hosen sagt kein Wort. Es scheint keinen Hunger zu haben. Teilnahmslos sitzt es mit dem Rucksäckli auf dem Schoss da.

Am Bahnhof werden die Kinder von ihren Eltern abgeholt. Der Lehrer erzählt dem Vater und der Mutter der Ausreisserin das wenige, was er über das kurzfristige Verschwinden der Schülerin weiss. Für ihre die dreckigen Kleider und ihr sonderbares Verhalten hat er keine Erklärung.

Zuhause angekommen, hebt die Kleine vorsichtig einen jungen Pinguin aus ihrem Rucksack.

Published inMediales

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