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Schlagwort: Bruce Springsteen

Kurze Pause

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Wichtige Mitteilung an alle, die schon lange wieder einmal ein gutes Buch* statt immer nur so Internetsachen lesen wollen: Dieser Blog – bzw. dessen Wart – macht eine kurze Pause, denn bald ist er mit seinem Schatz hier

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(und zwar deshalb),

et puis nous sommes là:

Paris,

mit dem besten Brüetsch (und Schwager) aller Zeiten und the tollst Schwägerin ever.

Sehr wahrscheinlich gehts in diesem Blog erst Mitte nächste Woche weiter, aber vielleicht auch schon vorher.

* Sehr zu empfehlen sind

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– „Das Geheimnis der Söhne“, der nigelnagelneue Krimi meiner Berufs- und „Mordsgeschichten“-Kollegin Christine Brand,

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„Bruce“, die fantastische Biographie über Bruce Springsteen oder

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„Schuld“ und „Verbrechen“, die ebenso fesselnden wie wahren Geschichten des Berliner Strafverteidigers Ferdinand von Schirach.

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Mehr „Unser Lied“ geht nicht

Kurz, bevor er ans Bruce Springsteen-Konzert nach Zürich fuhr, zeigte uns mein Brüetsch einen grossen Karton: „If I should fall behind“, stand gross darauf geschrieben, und, etwas kleiner, „Our wedding song!“.

Diesen Karton, sagte mein Brüetsch, würden er und seine Judith während des Konzertes hochhalten. Denn Springsteen pflegt bei seinen Auftritten den einen und anderen Liederwunsch aus der Menge zu erfüllen.

„If I should fall behind“: Das ist das Lied von Urs und Judith. Es begleitet die beiden durch ihr gemeinsames Leben. Es gehört zu ihnen wie ihr Sohn und ihre Familien und ihre Jobs und ihre Autos und ihre Wohnung.

Wenn es auf der Welt nur noch einen Song geben dürfte und die beiden könnten entscheiden, welchen: Die Radios zwischen Melbourne und Reykjavik würden rund um die Uhr „If I should fall behind“ spielen.

Und dann, mitten im Konzert, zog Bruce Springsteen aus der 42 000köpfigen Menschenmasse im Letzigrund genau das Pappschild heraus. Er nahm es mit auf die Bühne, stellte es


auf den Flügel…

und spielte ganz alleine, ohne die Band, „If I should fall behind“ – nur für meinen Brüetsch und seine Frau:

(Bilder: Urs Hofstetter und Urs Utzinger)

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Sonderwünsche haben die Leute

Um das Thema „Extrawürste von Stars auf Tournee“ ranken sich Legenden, seit der erste Musiker mit seiner Gitarre woanders gespielt hat als in seinem Stammpub um die Ecke.

Und wer weiss: Vielleicht mussten schon in finsterster Vorzeit ganze Höhlen neu bemalt werden, wenn im Sommer Omark vorbeikam, um mit dem Aufeinanderschlagen von verschieden grossen Steinen ganze Sippen in Ekstase zu versetzen.

Überhaupt, dieser Omark. Vor dem Auftritt nur Mammut- statt Ziegenmilch; und nach dem Konzert Entrecôte vom Säbelzahntiger statt Huhn vom offenen Feuer. Er war, darin sind sich alle einig, die sich an ihn erinnern, eine grauenhafte Zicke. Aber: Er bot jedesmal eine tolle Show.

Omark selber blieb Zeit seines 14jährigen Lebens auf die ihm eigene Art bescheiden. Es sei ja „only Rock“; mehr habe er nicht, sagte er jedem, unabhängig davon, ob er es hören wollte oder nicht. Und fügte an: „But they like it!“. An guten Tagen schaffte er es, seine  wulstigen Lippen bei diesem Satz so zu schürzen, dass es wirkte, als würde er grinsen; seine halb verfaulten Zahnstummel sah dann nur, wer ganz genau hinschaute. Und hätte nicht eines unschönen Morgens eines seiner Groupies gepetzt: Niemand hätte je erfahren, welch grauenhafter Geruch demselben Mund entströmt, der kurz zuvor noch einen solch zauberhaften Singsang zustande gebracht hatte.

Aber item. Ein paar Jahrtausende später legen die Stars in Sachen „Sonderwünsche“ einen ähnlichen Einfallsreichtum an den Tag wie seinerzeit Omark.

Zu den pflegeleichteren Künstlern gehören die Bluesrocker von AC/DC. Wer sie engagiert, braucht nicht extra eine Mehrzweckhalle zu bauen, nur, weil die Band einen gewissen Wert auf grosse Garderoben legt. Die Australier benötigen hinter der Bühne literweise Mineralwasser, Energiedrinks, Tee plus ein paar Kilo Chips, Nüsschen, Popcorn sowie eine grosse Schale mit Früchten. Sehr wichtig:  Aschenbecher aus Glas. Sehr erstaunlich: Vor dem Auftritt gibts kein Bier.

Auch Gitarrengott Eric Clapton stellt an die Konzertvertanstalter keine unerfüllbaren Ansprüche. Er und seine Band sind zufrieden, wenn sie einen Raum zur Verfügung haben, in dem sie ihren Töggelikasten aufbauen können. Und wenn sichergestellt ist, dass sich die Bläser in einem anderen Zimmer einspielen können als der Rest der Truppe.

 

Ein wenig komplizierter gestaltet sich naturgemäss die Beherbergung von Familienvater Bruce Springsteen. Er legt grossen Wert auf frische Früchte, mag spezielle Mineralwasser und verlangt – was ihm eher hoch anzurechnen als zu verübeln ist – Extra-Mahlzeiten für seine Frau Patti Scialfa und allenfalls mitreisende Kinder.Menge und Art des Bestecks sind dem Boss wichtig: Je zwei Gabeln, ein Messer, plus ein Suppen- und ein Teelöffel – und zwar alles aus Silber – wollen er, bzw. sein Management auf dem Tisch liegen sehen.

Alicia Keys, die ungekrönte Königin des R&B, isst „nur Fische und Gemüse“, wie es in den Spielregeln heisst. Weiter mag sie Kräutertees, Mehrkornsnacks und Honig. Wenn Nüsse, dann ungesalzene. Und wenn Zucker, dann braunen. Um den kulinarischen Wünschen der Dame gerecht zu werden, hat der Veranstalter vorab bei drei „quality restaurants“ Meeresfrüchte-Menüs zu ordern.  Zwingend dazu gehören für Alicia Keys Kerzen. Aber nicht irgendwelche Billigwachszapfen von der Art, wie sie ihre Fans auf die Christbäume stecken: Verlangt werden „French Vanilla, „Rain shower“, „Wild berry“ oder „Tangerine Ginger“.

Wenig überraschend, stellen die Rolling Stones mit ihren XXL-Auftrittsbedingungen alle Branchenkollegen und Mitbewerber in den Schatten: Sie schreiben den Organisatoren nicht nur vor, was für Lampen, Teppiche und Blumen sie in ihren Garderoben haben wollen. Sie lassen auch regeln, welche und wieviele Spiegel wo zu hängen haben, haben genaue Vorstellungen davon, wie oft und wie gründlich geputzt werden muss und bestehen auf Fitnessräumen für jedes einzelne Bandmitglied. Ihre Wunschliste für den Backstage-Bereich umfasst mehrere Seiten. Darin enthalten sind Anliegen, die einem normalen Menschen auch nach längerem Nachdenken nicht in den Sinn kommen würden.

Die – an sich geheimen – „Wunschzettel“ (oder Bestellformulare) der Stars sammelt seit 1997 das Onlineportal „The Smokin‘ Gun“. Auf dieser Seite habe ich die oben erwähnten Beispiele entdeckt.

Und noch viele, viele weitere mehr.

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