Ende Feuer

Wir wissen nicht, in wessen Stube du im letzten Dezember standest, und wir staunten nicht schlecht, als du eines Januarmorgens in unserem Garten lagst.

Jetzt, lieber Christbaum, wurde es time to say good-bye. Auf deine trockene Art hast du dein Schicksal klaglos akzeptiert und gingst fast so schnell von uns, wie du gekommen warst.

Schade, aber richtig

Der Entscheid, nicht nach Tasmanien zu fliegen, fiel uns zwar nicht leicht. Am “Tag danach” ist für uns aber klar: Dieser Abstecher hätte uns kaum viel gebracht. Im dümmsten Fall wären wir tagelang auf der Insel festgesessen – und hätten amänd noch unseren Rückflug in die Schweiz verpasst (was unter andern Umständen durchaus verkraftbar wäre).

Die Buschbrände in Tasmanien – sie sind selbst aus dem All zu sehen – loderten heute weiter. Inzwischen helfen – nach den Feuerwehrleuten vom Festland – auch Löschtrupps aus Neuseeland bei der Bekämpfung der Flammen.

Traumstrasse statt Feuerinsel

Nun denn: Schweren Herzens verzichten wir – zumindest in diesen Australienferien – auf einen Abstecher nach Tasmanien. In dem bewaldeten Teil der Insel, in dem wir unsere Hotelzimmer gebucht hatten, sind neue Brände ausgebrochen.

Dafür werden wir die grandiose Great Ocean Road abfahren und uns viel Zeit nehmen, um durch Melbourne zu bummeln.

Zwischen Hype und Wirklichkeit

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Ganz so normal, wir ich mir das vor Kurzem noch gedacht habe, ist das mit den Waldbränden in Australien offensichtlich doch nicht: Seit ein paar Tagen hören und lesen wir auf unserer Reise immer wieder, dass um uns herum verheerende Feuersbrünste wüten.

Auch für Fernsehstationen, Zeitungen und Onlineportale im 20 000 Kilometer entfernten Europa sind die Brände ein Thema. Der Quote, der Auflage oder den Klickzahlen zuliebe zeigen manche Medien – wohl auch gestützt auf

australisches TV-Material

– ein Land, das demnächst in Schutt und Asche liegt.

Für die Verantwortlichen des halboffiziellen Informationsservices “Australien-Info.de” sind derlei Dramatisierungen nichts Neues: “Die spektakulären Bilder eines Buschbrandes in Australien erreichen garantiert auch das Fernsehpublikum im deutschsprachigen Raum. Feuersäulen, die Dutzende Meter hoch aufragen, sind Eye-Catcher”, heisst es auf der Site. Doch “meist fehlt innerhalb der Bildsequenz eines Nachrichtenblocks die Zeit für eine differenzierte Betrachtung, und so kann schon mal der Eindruck entstehen, ein ganzer Kontinent würde brennen.”

Nicht, um die (zweifellos bestehende) Gefahr zu verniedlichen, sondern primär, um Missverständnisse auszuräumen, haben die Portalbetreiber viele Zahlen und Fakten zum Thema “Buschbrände” zusammengetragen.

Wer die Angaben studiert, kommt zum Schluss: Die Lage ist vielerorts zwar sehr ernst, aber nicht überall so dramatisch, wie sie auf der nördlichen Hälfte des Globus dargestellt wird.

Wir haben auf unseren Fahrten durch die Bundesstaaten Queensland, New South Wales und – aktuell – Victoria Wälder gesehen, die nur noch aus verkohlten Bäumen und Sträuchern bestehen. In der Nähe unseres Motels in Ulladulla stieg eine Rauchsäule auf. Doch ein Feuer haben wir nirgendwo bemerkt.

Das Leben an den Orten, in denen wir Halt machen, geht seinen gewohnten Gang. Von Nervosität oder gar Panik ist bei den Einheimischen nichts zu spüren.

Selbstverständlich werden wir auch auf unserer Weiterreise jedes Risiko zu vermeiden versuchen. Ausflüge in den Busch haben wir keine vorgesehen. Wir bewegen uns möglichst der Küste entlang in Richtung Melbourne.

Ob wir den geplanten Trip nach Tasmanien tatsächlich realisieren, entscheiden wir heute Abend, wenn hoffentlich mehr gesicherte Angaben zur Situation vor Ort vorliegen. Im Moment ist alles sehr unübersichtlich. Was Medien-Hype ist und was Wirklichkeit, lässt sich kaum auseinanderhalten.

Feuer neben den Reiseplänen

Auch wenn wir unsere Hochzeitsreise alles andere als durchorganisiert haben: Klar war für uns immer, dass wir im Verlauf dieser sieben Australienwochen einen mehrtägigen Abstecher nach Tasmanien machen werden.

Doch nachdem wir uns nun über verschiedene Online-Medien und mit einem Blick auf die

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Website der lokalen Feuerwehr

erstmals ernsthaft darüber informiert haben, was auf dieser Insel seit dem Ausbruch der Buschbrände los ist, müssen wir sagen: Wir waren auch schon zuversichtlicher, diesen Trip antreten zu können, als heute. 100 Menschen werden auf dem Eiland vermisst. Tausende flohen vor den Flammen. Ein Ende des Infernos ist nicht absehbar.

Den Flug nach und die Hotelzimmer auf Tasmanien haben wir zwar bereits gebucht. Doch falls wir wegen der Feuer(folgen) auf die Reise verzichten müssten, dürften wir uns trotzdem nicht beklagen; nicht nach all dem Wunderschönen, was wir in unseren Flitterwochen erleben durften.

Wir nehmens jetzt einfach, wies kommt. Bis zum Abflug nach Hobart bleibt ja noch fast eine Woche.

Achtung! Hitzeentwicklung über der Flamme

Feuerzeug oder Terrorwaffe? Das ist offensichtlich die Frage bei einem atombombensicher verpackten Bhaltis, das zwischen dem Hotel Parque Tropical in Playa del Inglés und dem Flughafen Zürich in mein Handgepäck gelangte.

Auf einem separat eingeschweissten und doppelseitig beschriebenen Beiblatt wird dem Benutzer in zwei Dutzend Sprachen erklärt, worauf er im Umgang mit dem Höllengerät zu achten hat, wenn er nicht alles abfackeln will, was sich in einem Umkreis von 20 Kilmetern in seiner Nähe aufhält.

Auf Deutsch liest sich das so:

“1. Ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren! Bringen Sie Kindern nicht bei, wie man dieses Feuerzeug benutzt.

2. Enthält brennbares Gas und steht unter Druck!

3. Halten Sie das Feuerzeug von Gesicht und Kleidern fern, wenn Sie die Flamme zünden oder regulieren.

4. Auf keinen Fall längere Zeit Sonneneinstrahlung oder Hitze über 50 Grad aussetzen.

5. Auf keinen Fall durchstechen oder direkten Feuerquellen aussetzen.

6. Flamme nicht länger als 10 Sekunden brennen lassen.

7. Versichern Sie sich, dass die Flamme nach dem Gebrauch gelöscht ist.

8. Bei Tageslicht ist die Flamme möglicherweise nicht sichtbar.

9. Dieses Feuerzeug sollte ausschliesslich zum Anzünden von Zigaretten verwendet werden.

10. Über der sichtbaren Flamme kommt es zu einer starken Hitzeentwicklung. Hier ist besondere Vorsicht geboten, um Feuer- oder Brandwunden zu vermeiden.”

So. Auf das abe muss ich jetzt erstmal eine rauchen. Falls es gleich knallt, habe ich irgendetwas falsch verstanden.