Love was in the Burgdorfer air

Das gabs noch nie: Fast eine Woche lang verwandelte das Schweizer Fernsehen die Burgdorfer Oberstadt in ein riesiges Openair-Studio.

Unter dem Motto “Burgdorf blüht” liess es gestern Abend mit Tausenden von Einheimischen und Gästen von auswärts ein Frühlingsfest steigen.

Charmant moderiert wurde die zwei Tage lang minutiös geprobte Livesendung “SRF bi de Lüt” vom gebürtigen Burgdorfer Nik Hartmann. Mit von der Partie waren nebst anderen Schwingerkönig Matthias Sempach (Bild oben), Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Jeremias Gotthelfs Ururenkelin Elsi Schneider-Bitzius, Stapi Stefan Berger plus ein Chor – in dem auch mein Schatz mitsang -, der eigens für diesen Anlass zusammengestellt wurde und von der Bühne aus “Love is in the air” in die Zuschauermenge schmetterte.

Die vom Fernsehen gestellte Aufgabe – auf dem Schlosshof bis zum Ende der Sendung 50 Solättebögen zu basteln und auf den Kronenplatz zu bringen – löste Burgdorf dank des spontanen Engagements von zig spontanen Helferinnen und Helfern und für mich sehr wenig überraschend souverän.

Die Medien würdigten das Spektakel schon im Vorfeld. Die BZ schickte einen Fotografen auf den Kronenplatz…

…Radio neo1 wollte von Stadtpräsident Stefan Berger und mir als Chef des Altstadtleistes wissen, wie Burgdorf von der Sendung profitieren könne und was die Anwohnerinnen und Anwohner dazu sagen.

Mein Schatz gewährte in der BZ Blicke in das Innenleben des Burgdorfer Chors. Der Abend, fasste D Region zusammen, sei “ein voller Erfolg” gewesen.

Die komplette Sendung kann hier (nochmals) angeschaut werden.

Keep cool

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Aha: Es schneit wieder einmal. Oder immer noch. Irgendwie schneits in diesem Jahr, von wenigen verregneten Ausnahmen abgesehen, ununterbrochen.

Wir schreiben heute den 25. März 2013. Vor knapp vier Wochen hat der Frühling, zumindest meteorologisch, begonnen. Seit fünf Tagen läuft er auch astronomisch. Knosp- und spriessmässig und überhaupt könnte es also losgehen.

Zweifel daran, dass es tatsächlich losgehen würde, zerstreuten Wetter-Experten “Experten” auf allen Kanälen:

Auf die Frage “Wie wird der Frühling 2013?” antwortet das dem Eidgenössischen Departement des Inneren angegliederte Bundesamt für Meteologie und Klimatologie auf seiner Homepage: “Ein warmer Frühling erscheint geringfügig wahrscheinlicher als ein normaler oder kühler Frühling.”

Im “Blick” warnte ein Allergiefachmann vor einer “Pollenexplosion”.

Professionelle Wetterfrösche versprachen einen “sonnigen Start” in den Lenz.

Und dann: Winter, wohin das tränenumflorte Aug’ blickt.

Henu. Was solls. Dann hat er halt chli Verspätung, der Lenz.

Ich rege mich deswegen nicht auf. Oh, nein.

ICH! REGE! MICH! DESWEGEN! GANZ! BESTIMMT! NICHT! AUF!

Stattdessen suche ich, wie meist in düst’ren Stunden, wenn hinterrücks die Verzweiflung sich meiner bemächtigt und mein heit’res Gemüt verdunkelt wie schwarze Vorhänge eine sonnenlichtdurchflutete Stube, Trost und Hoffnung in der Landwirtschaft.

Aber oha:

“Hüpfen Eichhörnlein und Finken, siehst Du schon den Frühling winken”, “Grasmücken, die fleissig singen, wollen uns das Frühjahr bringen”, “Hasen, die springen, Lerchen, die singen, werden sicher den Frühling bringen”: Die Bauern und ihre Regeln sind auch nicht mehr, was sie mal waren.

Von den Dichtern ganz zu schweigen:

“Der Frühling kommt heran,
Der holde Blumenmann,
Es geht schon Feld und Anger
Mit seiner Schönheit schwanger.”

(Angelus Silesius, 1624-1677)

“Grosser Gott, in dieser Pracht
Seh’ ich Deine Wunder-Macht
Aus vergnüg’ter Seelen an.
Es gereiche dir zu Ehren,
Dass ich sehen, dass ich hören,
Fühlen, schmecken, riechen kann!”

(Barthold Heinrich Brockes, 1680-1747)

Willkommen, schöner Jüngling!
Du Wonne der Natur!
Mit deinem Blumenkörbchen
Willkommen auf der Flur!

(Friedrich von Schiller, 1759-1805).

“Mit Schönheit schwanger”…”vergnügte Seelen”…”Wonne der Natur”: Da lachen ja die Hühner, sofern sie nicht längst steifgefroren in ihren tiefgekühlten Häuschen liegen.

Hello again!


Juhui! Nach dem Endlos-Winter blühen in unserem Garten die ersten Blumen.

Der Frühling ist zurück, in seiner ganzen Pracht und Wärme und vierfarbig und mit dem heiteren Zwitschern puurlimunterer Vögel am Morgen und am Nachmittag und auch am Abend.

Ich merke gerade: Ich weiss vor lauter Freude kaum, wie beschreiben, was sich draussen in der Natur und deshalb auch in mir drin alles abspielt.

Deshalb, nur kurz: Das Leben ist einfach WUNDERBAR!

(Wobei: Das wärs auch ohne Frühling. Aber mit ist es beinahe perfekt. Ganz perfekt ist es dann im Sommer. Oder chli später, im australischen Winter.)

Eine sehr hübsche Definition der zweitschönsten von allen Jahreszeiten ist übrigens meinem Bruderherz eingefallen: “Wenn d’Facebook-Fröndinne fasch öberegheie vor Fröid, dass sie d’Wösch ändlech weder chöne verusehänke!!!” – dann seis Frühling geworden, schreibt er.

Zur Feier des Tages singen Papermoon “Paris in springtime”:

Schöne Aussichten

Falls ich je für das Wetter zuständig sein sollte: Genau so wirds werden; jeden Tag und Jahr für Jahr. Die Menschen kennen nur noch Sonne und Hitze. Pflanzen und Tiere gewöhnen sich daran, dass Wasser nicht einfach so vom Himmel fällt und lassen sich evolutionstechnisch etwas einfallen. Es gibt keine Überschwemmungen und keine Unfälle auf glatten Fahrbahnen. In den Zügen tropfts nie mehr von pflotschnassen Schirmen auf der Gepäckablage auf die Passagiere herunter. Niemand kann sich mehr darüber beklagen, was das jetzt wieder für ein Scheisssommer/-herbst/-winter/-frühling sei, kaum schiffts einmal zwei Stunden nonstopp.