Hello again, ihr Helden!

Vor 30 Jahren gehörten sie mit Toto, Krokus, Abba (jawoll: Abba), Deep Purple, den Dire Straits und ein paar anderen Bands zu den Helden meiner Jugend. Nun stand ich auf einmal mit Foolhouse auf der Bühne des Theaters Z in Burgdorf.

Unmittelbar davor hatten ich und drei Dutzend Gäste – ihren Besuch angekündigt hatte eine dreistellige Anzahl von Leuten, aber das ist eine andere und alles andere als neue Geschichte – zwei Stunden lang freudig feststellen dürfen, dass die Bluesrock-Haudegen von dem Zauber, den sie damals auf Zigtausende von Fans in ganz Europa ausstrahlten, kaum etwas eingebüsst haben.

Auch wenn die Band um Jüre Reinhard sich zwischenzeitlich aufgelöst hat und später teilweise neu zusammengesetzt wurde, lässt sies immer noch durch die Boxen rocken und rollen und rumpeln, als ob sie sich gerade erst formiert hätte und nun finster entschlossen wäre, die Bühnen der Welt zu stürmen.

Eigentlich waren Peter Urech und ich ja vor Ort, um vor und nach dem Konzert als DJ-Duo Rocknrolldies für Stimmung zu sorgen. Wir merkten jedoch schnell, dass der Abend auch ohne uns tiptopp laufen würde.

Nachdem die letzte Foolhouse-Zugabe verklungen war, bildeten einige der vielen befreundeten Musikerinnen und Musiker, die sich zu dem Gig ihrer Kollegen an der Hohengasse 2 eingefunden hatten, spontan einen Halbkreis, um nach Herzenslust zu jammen.

Peter und ich packten unsere Siebensachen weit vor Mitternacht zusammen und liessen die Freunde miteinander drauflosimprovisieren. Wir wollten nicht stören, sondern zuhören. Den Musikern – und Jüre Reinhard, der uns das eine und andere Müsterchen aus der glorreichen Zeit erzählte, in der Foolhouse mit den Eagles im Studio waren und von ihnen lernten, wie ein richtiger Chorgesang funktioniert. Plus vieles andere mehr.

Doch nicht “forever”

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Es war einer jener Abende, den all jene, die ihn erleben dürfen, als “magisch” bezeichnen, bevor er zu Ende ist: Im Basler St. Jakobsstadion spielten am 16. Juli 1983 Joe Cocker, Chris de Burgh und Supertramp, und alles wäre perfekt gewesen, wenn man nicht gewusst hätte, dass Letztere sich gerade auf ihrer Abschiedstournee befinden und man “The Logical Song”, “Breakfast in America”, “Fool’s Ouverture”, “Dreamer”, “Bloody well right”, “Crime of the Century” und was die Herren um Roger Hodgson und Rick Davies noch an musikalischen Perlen aus den Ärmeln geschüttelt hatten, nie mehr live zu hören bekommen würde.

Nur: “Abschiedstournee” war schon immer ein dehnbarer Begriff (Tina Turner kann auch zu diesem Thema einen ganzen Strauss Lieder singen). 14 Jahre später waren Supertramp wieder da, wenn auch ohne Roger Hodgson, der sich längst sehr erfolgreich selbstständig gemacht hatte, aber das machte fast gar nichts: In der “Arena” von Genf zelebrierte die Truppe eine Pop-Rock-Messe der Sonderklasse. Dass sie den Gig gleich mit “School”, einem ihrer Überhits, lancierten, zeigte: an Selbstvertrauen fehlt es den Briten nach wie vor nicht. Als die Lichter in der Halle wieder angingen, dachte ich: das wars jetzt endgültig. Supertramp siehst du nie mehr.

Aber oha: Am 25. Oktober 2010 feierten Rick Davies – das nach Hodgsons Ausstieg letzte verbliebene Gründungsmitglied -, und John A. Helliwell, der den Supertramp-Sound mit seinem Saxofon jahrzehntelang mitgeprägt hatte, mit sieben Mitstreitern den 40. Geburtstag der Band auch im Zürcher Hallenstadion. “Die Formation zog zwei Stunden lang alle Register, um das Publikum zu begeistern”, notierte der “Tagesanzeiger”, und fügte an: “Sollte sich das Konzert als allerletzter Auftritt in der Schweiz herausstellen, war es ein würdiger Abschied.”

Fünf Jahre später, am nächsten Mittwoch, wollten Supertramp erneut in Zürich gastieren. Doch daraus wird nichts: Wie ihr Management mitteilt, mussten sie die komplette Europatournee absagen, weil Rick Davis an Knochenmarkkrebs erkrankt ist und sich “einer aggressiven Behandlung” unterziehen muss.

Die tragische Ironie der Geschichte: Die Tour stand unter dem Motto “Forever Supertramp”.

Ein flotter Dreier zum Dreiunddreissigsten

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Professionelle Performance auch vor lichten Zuhörerreihen: Gigi Moto mit Jean-Pierre von Dach, Gigi Moto und Roland Sumi (von links) im Theater Z in Burgdorf.

Sie hätten es sich auch einfach machen und ihren Geburtstag mit einem Nachtessen oder einem kleinen Ausflug oder so begehen können. Aber nach dem Motto “33 wird frau schliesslich nur einmal” liessen sich Karin und Claudia Fankhauser, die kulturellen Power-Zwillinge aus der Burgdorfer Oberstadt, etwas ganz Besonderes einfallen: sie engagierten Gigi Moto aus Zürich für ein Konzert in ihrem Theater Z. Um mit möglichst vielen Leuten festen zu können, schrieben sie den Gig öffentlich aus; wer mochte, konnte für 35 Franken mitfeiern und, je nach Kondition, nach dem Auftritt der Gaststars unter der musikalischen Regie von DJ Law das Tanzbein schwingen.

Gigi Moto? Das ist nicht irgendeine Kappelle, die für Geld an jeder Hundsverlochete den Chaschperli macht. Vor ein paar Jahren spielte das Trio, das seit seiner Gründung im Jahr 2000 acht CDs veröffentlicht und mit “Superstar” einen zeitlosen Hit im Palmarès hat, als Vorband von Deep Purple im Hallenstadion. Zuvor und danach begeisterten die quirlige Sängerin, die der Band ihren Namen gab, der Saitenvirtuose Jean-Pierre von Dach und Bassist Roland Sumi unzählige Fans an zig Openairfestivals und illustren Lokalitäten wie der Mühle Hunziken, dem Volkshaus Zürich, dem Nordportal in Baden oder dem Casino Theater Burgdorf. Aktuell sorgt die Truppe im Musical “Ost Side Story” in Zürich für Furore.

Wer dachte, dass diese Referenzen genügen müssten, um das Theater Z bis auf den letzten verfügbaren Platz zu füllen, sah sich allerdings getäuscht: Als Gigi Moto am Samstagabend um kurz nach halb neun die Bühne betraten, standen und sassen vor ihnen keine 20 Zuhörerinnen und -hörer. Falls die Band darob irritiert gewesen sein sollte, liess sie sich nicht das Geringste anmerken: Nachdem sie mit “Fragile” vom neusten Album “Drive me home” losgelegt hatte, spielte sie sich bis spät in die Nacht hinein kreuz und quer durch ihr Repertoire voll ungezügeltem Rock, gschpürigem Soul und munterem Pop.

Und beim Musizieren allein liessen es die erkennbar gutgelaunten Künstler nicht bewenden: die Frontfrau unterhielt sich von der Bühne hinunter immer wieder mit den beiden Geburtstags”kindern”, suchte (und fand) auch den Kontakt zu anderen Gästen, sparte nicht mit selbstironischen Einlagen (“Es ist doch schön, wenn man an einem Konzert einmal jeden Besucher persönlich begrüssen kann!”) und sorgte mit ihren Männern auf eine liebevoll-unverkrampfte Weise dafür, dass die Feier letztlich doch noch in einem ebenso würdigen wie unvergesslichen Rahmen steigen konnte.

All jene, die sich in der (richtigen) Annahme, der Eintritt sei dann wesentlich günstiger als am Anfang, erst nach der Pause an den Ort des Geschehens bemühten, haben ebenso etwas verpasst wie die Ewigjammerer, die sich ununterbrochen darüber beklagen, dass in der Burgdorfer Oberstadt nichts laufe, und die immer dann, wenn tatsächlich etwas läuft, durch Abwesenheit glänzen.

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Happy birthday: Claudia und Karin Fankhauser (von links) feiern in ihrem Theater Z ihre 33. Geburtstage. Unter den Gratulantinnen ist naturgemäss auch Katja Born, die ebenfalls zu den Betreiberinnen des Kulturlokals an der Hohengasse gehört.

Er ist so frei

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Der Abend beginnt mit etwas Nigelnagelneuem (“Broken Bones“, 2015)) und endet mit etwas Steinaltem (“Going home“, 1983), und natürlich gibts zwischendurch ausreichend Gelegenheiten, um in Erinnerungen zu schwelgen. Das ist in erster Linie den “Sultans of Swing” zu verdanken, und “Romeo and Juliet”, und als der “Speedway at Nazareth” kurz vor Schluss in die “Telegraph Road” mündet, die direkt in die Schützengräben führt, in denen “So far away” die “Brothers in arms” kauern, ist es fast so wie früher, aber eben: nur fast.

Ganz so wie früher wirds ohnehin nie mehr werden, wenn Mark Knopfler mit Guy Fletcher, Richard Bennett, Jim Cox, Mike McGoldrick, John McCusker, Glenn Worf und Ian Thomas um die Welt reist. Die Zeiten, in denen seine Konzerte wie Live-Darbietungen von Greatest-Hits-Sammlungen der Dire Straits klangen; jener vokuhilafrisierten und dauergewellten Softrockertruppe, die 1977, in der Hochblüte des Punk, aus dem Nichts riesengross wurde und in den folgenden 20 Jahren rund 120 Millionen Platten verkaufte – sie sind vorbei.

Die einen freuts, die andern reuts: Wenn Mark Knopfler heute seine “Private Investigations” anstellt, geht es ihm nicht mehr darum, weiteres “Money for nothing” zu scheffeln. Für den 65-Jährigen zählt nur noch, mit der Gitarre in der Hand und seinen Jungs um sich herum sein eigenes Glück zu finden. “Glück” wiederum definiert der gebürtige Schotte längst nicht mehr über Zuschauerzahlen, Journalistenlob oder Chartsplatzierungen.

“Das Wichtigste ist für mich, dass ich mich noch begeistern kann. Wenn ich zur Probe komme und die Instrumente sehe, die dort darauf warten, dass sie sich jemand greift und losspielt – dann ist das immer wieder aufregend, stimulierend”, sagte Knopfler drei Wochen vor dem Gig in Zürich in einem sehr lesenswerten Interview mit dem Tagesanzeiger.

Anders als in seinem ersten Leben als Superstar sehe er sich inzwischen als “Fährtenleser, der versucht, die Spuren der Zeit zu erfassen”, denn “in meinem Alter erhält man eine andere Sicht auf die Zeit und das Leben”.

Ihm auf dieser Spurensuche im von vorne bis hinten durchgestuhlten, keimfreien, irgendwie kalten und für derlei Abenteuer folglich nur mässig geeigneten Hallenstadion zu folgen, bereitet dem einen und anderen Zuschauer, der mit dem Namen “Mark Knopfler” immer noch

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verbindet, etwelche Mühen. Der Applaus wirkt oft eher höflich als enthusiastisch, wobei: der Phase, in der es en vogue war, seiner Begeisterung mit frenetischem Kreischen, rhythmischem Stampfen und dem Inrichtungbühnewerfen von Unterwäsche Ausdruck zu verleihen, sind die allermeisten der Anwesenden schon entwachsen, als in Berlin noch die Mauer stand.

Statt die Post mit allerlei synthetischen Hilfsmitteln abgehen zu lassen, verschickt Knopfler heute lieber von Hand geschriebene Karten aus Paraguay. Wo im letzten Jahrtausend Melodien waren, die jeder Teenager aus dem Stand nachpfeifen konnte, säuseln heute irische Flöten durch den Raum, und was sich damals wie von selber ins Ohr schlängelte, muss nun erst umständlich durch die Gehirnwindungen kriechen, bis es als das erkannt werden kann, was es ist: grossartige Musik.

Knopfler hat offenkundig nicht vor (und es auch ganz bestimmt nicht mehr nötig), dem Publikum seine Virtuosität ständig aufs Neue zu beweisen. “Am Ende springt meist eh der ganze Saal auf und ab”, sagt er mit der ihm eigenen Lakonie.

Längst erlöst von den wirtschaftlichen Fesseln und kommerziellen Zwängen, die seine Kreativität zu Dire Straits-Zeiten von Album zu Album mehr zu ersticken drohten, geniesst er auch in Zürich die Freiheit, die hohen Erwartungen seiner Getreuen mit unerwarteten Stilbrüchen, überraschenden Tempiwechseln und sperrigen Harmonien ein ums andere Mal unterlaufen zu dürfen ohne befürchten zu müssen, dafür niedergepfiffen zu werden.

Nur zwischendurch schiesst er aus dem Handgelenk zwei, drei Töne oder ein paar Akkorde wie Laserstrahlen in das mit den Lichtlein von zig Handykameras gesprenkelte Dunkel vor ihm ab. Es muss ihm grosses Vergnügen bereiten, zu wissen, dass in diesen Momenten zehntausend Menschen mit der Luftgitarre im Anschlag auf sehr viel mehr warten…und ihnen stattdessen “nur” das zu geben, was er will: etwas mit Panflöten zum Beispiel, oder einen Kontrabasslauf, oder eine Zithereinlage.

Wer sich darauf einlässt, wird belohnt. Vor dessen innerem Auge blühen sattgrüne Landschaften, in dessen Nase sticht der Geruch von feuchtem Moos, und irgendwo, in der Ferne, hört er stahlgraue Wellen mit derselben Gleichmütigkeit an schroffe Kalksteinwände schlagen, mit der Mark Knopfler sich und sein Publikum zwei Stunden lang rundumentschleunigt.

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Das waren noch Zeiten

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“Der Veranstalter empfahl uns aufgrund seiner trüben Erfahrungen, am besten einfach weiterzuspielen, was immer auch im Saal passierte, die Saalbeleuchtung voll aufzudrehen und unsere eigene Lightshow zu vergessen.

Seine Warnungen waren nichts im Vergleich zu dem, was sich zeigte, als ich meinen Platz hinter den Trommeln einnahm. Die dunkle Lache dort, wo noch ein paar Minuten zuvor der Drummer der vorigen Band gesessen hatte, war nicht zu übersehen. Er hatte offensichtlich zu wünschen übrig gelassen und dafür buchstäblich bluten müssen.

Als wir anfingen zu spielen und die Beleuchtung dämpften, verfielen die Zuhörer in staunendes Schweigen. Zunächst nahmen wir an, unsere Musik und die Lightshow hätten ihr Interesse geweckt.

Doch ein schauriges Gepolter belehrte uns bald eines Besseren: Die Dunkelheit bot ihnen lediglich die willkommene Gelegenheit, wie die Berserker übereinander herzufallen.

Erst sehr spät befolgten wir dann den Ratschlag des Veranstalters und erfüllten unseren Teil des Vertrages, mit psychedelischer Musik das Getöse der urlaubswütigen Schotten, die sich munter gegenseitig das Mark aus den Knochen droschen, zu begleiten.”

(Schlagzeuger Nick Mason erinnert sich in seinem Buch “Inside out” an einen frühen Auftritt seiner Band Pink Floyd)

…und niemand hat die Sultans vermisst

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Genauso, wie in der Natur der Tag auf die Nacht folgt, geht an Konzerten von Mark Knopfler “Romeo and Juliet” in “Sultans of Swing” über. Das war schon immer so, und das hätte nach Ansicht von Knopflers Fans auch für immer so bleiben können.

Als der Sänger und Gitarrist am Dienstagabend in der Londoner Royal Albert Hall “Romeo and Juliet” ausklingen und sich seine rote Fender-Gitarre umhängen lässt, geht das Auditorium folglich fest davon aus, dass es jetzt gleich losgehen würde mit “You get a shiver in the dark It’s raining in the park but meantime” und, später, einem der berühmtesten Gitarrensolos aller Zeiten:

Aber oha: Die Sultans swingen weder nach “Romeo and Juliet” noch irgendwann später. Der Hit, der wesentlich mit dazu beigetragen hatte, dass Knopflers damalige Band, die Dire Straits, zu einer der grössten Bands der 80er Jahre avancierten, erklingt nicht.

Und etwas vom Erstaunlichsten an diesem an Erstaunlichem gewiss nicht armen Abend in der heiligen Halle der klassischen und zeitgenössischen Musik ist: Niemand scheint die Sultans zu vermissen; am allerwenigsten fehlen sie vermutlich ihrem Schöpfer selber.

Stattdessen bieten Knopfler und seine perfekt harmonierende Band eine umfassende Übersicht auf ihr neues Doppelalbum “Privateering”. Dazu gibts mit “What it is”, “Hill Farmer’s Blues”, “Seattle” oder “Brothers in arms” Perlen aus früheren Werken des 64jährigen Schotten, der offensichtlich nicht im Traum daran denkt, dieses Konzert als Egotrip zu gestalten.

Denn mittendrin, als die Dinge längst zünftig ins Rocken und Rollen gekommen sind, holt er Ruth Moody auf die Bühne. Die junge Kanadierin mit der Engelsstimme hatte mit ihrer eigenen Band schon das Vorprogramm bestritten und mit Knopfler auf “Privateering” zusammengearbeitet. Nun darf sie sich noch einmal vor einer ganz grossen – und sehr, sehr dankbaren – Zuhörermenge präsentieren.

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Bis kurz vor Schluss hält es das mit britischer Gelassenheit lauschende Publikum auf den rotgepolsterten Sitzen. Doch nach einem atemberaubenden “Marbletown” und einem episch-grandiosen “Telegraph Road” ist es mit der Coolness vorbei: Auch das Seniorenpaar direkt hinter uns erhebt sich, um einem fantastischen Musiker und dessen überwältigenden Melodien stehend applaudierend die Ehre zu erweisen.

Aber ehrlich gesagt: Mark Knopfler bräuchte sich gar nicht so grosse Mühe zu geben. Er würde das Volk auch mit einem Medley aus Trio Eugster-Heulern begeistern. Denn ein Konzert in der Royal Albert Hall – das ist nicht “nur” die Musik. Das ist auch die Ambiance, das ganze Drumherum und der Hauch der Geschichte, der durch jede Ritze in dem 1871 eröffneten Prachtgebäude im Herzen von London wabert.

Mein Schatz hat vor dem Konzert und während der Show einige Stimmungsbilder geschossen:

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“You got the best”

Das war wohl die Rock-MesseOrgie des Jahres: Mit einem perfekt choreografierten Sound- und Lichtgewitter sorgten Kiss an ihrem sonntäglichen Konzert im Zürcher Hallenstadion für wackelnde Ohren und glänzende Augen bei rund 12 000 Fans. Zwei Stunden lang zogen die US-Rocker, die in ihrer 30jährigen Karriere über 100 Millionen Tonträger unter die Leute gebracht und auch die grössten Arenen mühelos ausverkauft haben, ohne Ermüdungserscheinungen einen Hit nach dem anderen aus den Ärmeln ihrer Kostüme.

Einer der vielen Höhepunkte war der “Flug” von Gitarrist Paul Stanley auf ein im Pubikum aufgebautes Podest, von dem aus er den Überheuler “I was made vor lovin’ you” durch die Boxentürme jagte. Seine Kollegen Gene Simmons (Bass), Tommy Thayer (Gitarre) und Eric Singer (Drums) sorgten auf der Bühne dafür, dass die Sache trotz der Absenz des Sängers nicht aus dem Takt geriet.

“You wanted the best – you got the best!”: Mit diesem Schlachtruf werden die Kiss-Konzerte seit Jahr und Tag eröffnet. Was vor der Veranstaltung leicht überheblich klingen mag, entpuppt sich während des Gigs als Tatsache: Musikalisch mögen die Herren ihren Zenit schon vor einem Weilchen überschritten haben; aber in showtechnischer Hinsicht reicht ihnen dank des ununterbrochenen Einsatzes von Feuer, Schwarzpulver und Trockeneis nach wie vor niemand das Wasser.

Und das Kunstblut schon gar nicht.