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Schlagwort: Inszenierung

Schiffmann ist bestens im Bilde

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In weniger als einem Monat – genauer gesagt: am 9. Mai – feiern wir mit der Szenerie Burgdorf die Premiere unserer neuen Inszenierung „Schiffmann“.

Der Langnauer Fotograf Hans Wüthrich hat mit der Kamera im Anschlag die Probearbeiten besucht und den Bühnenbauern über die Schultern geschaut. Seine Bilder können in dieser Galerie bestaunt werden.

Gwundrig geworden? Zum Vorverkauf gehts hier entlang.

Übrigens: Die ersten Werbebanden hängen auch schon. Eine haben wir am schönsten Flecken der ganzen Stadt montiert:

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„Ein Theaterstück über Adolf Ogi? – Das ist ein reizvoller Gedanke.“

Noch einmal geht es mit Ulrich Ochsenbein „stotzig obsi“, bis hinauf in die Landesregierung. Und noch einmal stürzt der Seeländer Politiker aus den höchsten Höhen in tiefste Tiefen. Dann ist auch seine Karriere auf der Theaterbühne zu Ende: Heute Abend wird das Stück über den ersten Berner Bundesrat in der einmal mehr ausverkauften kulturfabrikbigla zum letzten Mal aufgeführt. Peter Leu, der Chef des Hauses, blickt freudig zurück – und wälzt schon neue Pläne.

Ein Theater auf dem Land erzählt die Geschichte eines ehemaligen Bundesrates, den kaum jemand kennt – und feiert damit eine ausverkaufte Vorstellung nach der anderen. Das ist erstaunlich.

Ich bin sehr überrascht, dass sich so viele Leute für dieses Stück interessierten, obwohl sehr viele Gäste beim Betreten des Theaters gestanden, sie hätten von den damaligen politischen Ereignissen keine grosse Ahnung und Ulrich Ochsenbein sei ihnen unbekannt. Auf der andern Seite gab es eine stattliche Anzahl von Besucherinnen und Besuchern, die sich auskannten und neugierig darauf waren, wie wir einen solch komplexen Stoff auf die Bühne bringen würden.

Was ist an diesem Ochsenbein – oder dessen Geschichte – so faszinierend?

Ochsenbein ist eine Figur, wie sie kein Dramatiker besser erfinden könnte. Sein Leben ist geprägt von Triumph und Niederlage, von Sturheit, Verbissenheit und Resignation. Er ist ein Visionär und Zweifler, Rebell und Bewahrer. Nur schon sein Chrakter, seine charismatische Art, macht ihn zur geeigneten Bühnenfigur. Dazu kommt seine enorme Bedeutung für den Kanton Bern und die Eidgenossenschaft. Schliesslich ist auch faszinierend zu sehen, dass sich gewisse Dinge – zum Beispiel die Frage der Neutralität oder das „Fertigmachen“ von exponierten Persönlichkeiten – ständig wiederholen.

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Wenn der beinahe vergessene Ochsenbein zu einem derartigen Publikumsmagneten avancieren kann: Was wäre wohl los, wenn in der kulturfabrikbigla ein Stück über den ungleich bekannteren und populäreren Adolf Ogi aufgeführt würde?

Ich glaube nicht, dass das heute schon funktionieren würde. Ogi und seine politisch ebenfalls recht turbulente Zeit liegen noch zuwenig weit zurück.

Wäre das überhaupt möglich: Ein Theaterstück über Ogi?

Der Gedanke ist durchaus reizvoll: Ogi wurde immer wieder belächelt, obwohl er längst und auf vielen Ebenen seine grossen Qualitäten bewiesen hatte. Und auch er hat – wie Ulrich Ochsenbein – unzählige Hochs und Tief durchlebt und durchlitten. Er ging und geht unbeirrt seinen Weg; besonnen, wach, und, wie ich glaube, mit einer gewissen Demut. Ein Theaterstück über den Menschen Ogi könnte ich mir schon vorstellen. Auch unser Ochsenbein schafft ja einen Bezug zu ihm, in dem er dessen „Freude herrscht“ zitiert.

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Als Zuschauer hatte man das Gefühl, „Ochsenbein“ sei ein relativ „einfaches“ Stück: Es gibt wenig Personal, die Handlung hat einen klar erkennbaren roten Faden, auf Chichi auf der Bühne wird verzichtet. Wie anspruchsvoll war „Ochsenbein“ tatsächlich?

Es war mein Bestreben, dem Publikum ein einfaches Stück zu zeigen. „Einfach“ im Sinne von „süffig“, unterhaltend, nachvollziehbar, interessant und spannend. Und wie so oft, steckte auch bei „Ochsenbein“ hinter dem „Einfachen“ viel mehr Arbeit, als man als Aussenstehender vermuten würde. Das Regiekonzept stellte eine sehr grosse Herausforderung für das Ensemble dar. Das ständige Wechseln der Rollen verlangte geistige Beweglichkeit, Intelligenz und absolute Beherrschung der Geschichte und deren Figuren. Es bedingte die Fähigkeit, schnell und präzise die Zeitebenen und Charaktere zu wechseln. Dazu kamen die logistischen Herausforderungen: Wo braucht es welches Requisit? Wann wird welches Kostüm getragen? Von den Darstellenden und den Mitwirkenden hinter den Kulissen war also schon vor der Aufführung ein sehr hohes Mass an Konzentration gefordert. Eine unsorgfältige Vorbereitung auch nur eines einzelnen Akteurs hätte die ganze Vorstellung gefährdet. Ich bin sehr stolz auf mein grossartiges Ensemble. Es hat jeden Abend präzise und lustvoll gespielt.

Wie hat das Publikum auf die Inszenierung reagiert?

Durchs Band weg mit Begeisterung, Staunen – und mit einer gewissen Dankbarkeit für einen höchst unterhaltsamen und kurzweiligen Geschichtsunterricht. Die Zuschauerinnen und Zuschauer lobten nicht nur das Schauspiel, sondern auch die Bühne, die Regie und so weiter. Es gab gar Standig Ovations. Sämtliche Aufführungen waren bis auf den letzten Platz ausverkauft. Wer das Stück gesehen hatte, trug seine Begeisterung offensichtlich aus der kulturfabrikbigla hinaus unter die Leute, die es noch nicht kannten. Das Publikum reiste in Scharen auch aus weit entfernten Gegeden nach Biglen. Auch Politiker wie der amtierende Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger liessen sich „Ochsenbein“ nicht entgehen.

Ist der Erfolg von „Ochsenbein“ für Sie ein Ansporn, in Zukunft verstärkt auf solche historischen Stoffe zu setzen?

Was heisst „in Zukunft“? Wer meine Theaterarbeit über längere Zeit verfolgt hat, weiss, dass ich immer wieder historische oder gesellschaftlich bedeutende Themen aufgegriffen habe und von verschiedenen Autoren entsprechend Stücke schreiben liess. Und zwar meist, bevor diese Themen von der Politik oder von den Medien aufgegriffen und vereinnahmt wurden. Das begann bereits während meiner Schauspielschulzeit mit dem Stück über die Jenischen („I dr Nacht sy si cho“). Dann haben wir mit dem Freilichttheater Moosegg Stücke über den Bauernkrieg, die Täuferverfolgung oder das Verdingwesen uraufgeführt. Stosse ich auf interessante und relevante Themen und Figuren, werde ich diese auch künftig auf die Bühne bringen. Momentan bereiten wir ein Stück über einen sehr speziellen Mann vor, der mit sich und den Behörden nicht klarkommt – mit drmatischen Folgen. Uns interessiert sein queres Denken, sein „verschobenes“ Weltbild, wir spüren dem „Werden“ seines Ausrastens nach und wollen versuchen, möglichst viele Facetten seines Charakters, seines Denkens und Fühlens zu beleuchten.

Wann wird dieses Stück zu sehen sein?

Voraussichtlich im nächsten Winter, in der kulturfabrikbigla.

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Full Houses: Das Publikum strömte in Scharen in die kulturfabrikbigla, um die Geschichte von Bundesrat Ochsenbein zu erleben.

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Die Hölle liegt gleich hinter dem Himmel

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Im Leben von Ulrich Ochsenbein (Hans Witschi) war nicht jeder Schuss ein Treffer. Mancher ging nach hinten los. Und einer tötete seine geliebte Frau. (Bilder: zvg)

Adolf Ogi, Samuel Schmid, Ruedi Minger, Rudolf Gnägi, Friedrich Wahlen…und…äh…: Wer die zwölf Berner aufzählen will, die seit der Gründung des Schweizer Bundesstaates 1848 in der Landesregierung sassen, gerät schnell einmal ins Stocken.

Der Name „Ulrich Ochsenbein“ zum Beispiel ist kaum noch jemandem ein Begriff. Dabei gilt er als „Gründer der modernen Schweiz“.

In der kulturfabrikbigla in Biglen zeichnet die Berner TheaterCompanie das Leben dieses Mannes nun nach. Er musste durch blutgetränkte Abgründe gehen, um höchste Gipfel zu erklimmen. Und stürzte, kaum auf dem politischen Zenith angelangt, zurück in die Hölle.

Visionär und Realist, Ehrgeizling und Träumer, Zauderer und Macher: Ulrich Ochsenbein vereinigte offenbar viele Charaktere in sich. Entsprechend schillernd verlief die Laufbahn des Mannes, der in Schwarzenegg im Berner Oberland am 11.11.1811 in ärmliche Verhältnisse geboren wurde: Nach dem Gymnasium und dem Jus-Studium eröffnete er mit einem Schwager eine Anwaltskanzlei in Nidau. Militärisch brachte er es bis zum Hauptmann im Generalstab.

1844 und 45 beteiligte er sich als Vordenker der radikalen Berner Regierung an den Freischarenzügen, mit denen die „Jesuitenregierung“ in Luzern gestürzt werden sollte. Beide Waffengänge scheiterten; bei den Attacken auf das geografische Herz der Schweiz liessen Dutzende von Bernern ihr Leben. Hunderte wurden verwundet. Die verheerende Niederlage im „Gefecht von Malters“ bedeutete das Ende von Ochsenbeins Militärlaufbahn.

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Trotzdem avancierte er in seiner Heimat zu einem Volkshelden. Ochsenbein wurde in den Grossen Rat und in den Regierungsrat gewählt. Als Präsident der Verfassungsrevisionskommission verwandelte er die vom Sonderbundskrieg gebeutelte Schweiz innert weniger Wochen in einen für Europa völlig neuartigen demokratischen Bundesstaat.

1848 durfte sich der Seeländer als einer der ersten sieben Bundesräte feiern lassen. Sieben Jahre später verzichtete die Vereinigte Bundesversammlung darauf, ihn im Amt zu bestätigen. Ochsenbein schloss sich der französischen Armee an und kommandierte eine Zeitlang die Fremdenlegion, ohne je in einen Krieg verwickelt zu werden.

Nach seiner Rückkehr in die Schweiz verbrachte er seinen Lebensabend in Nidau. Dort ereignete sich die wohl grösste Tragödie seines Lebens: Aus Versehen erschoss er seine über alles geliebte Frau. Politisch nach wie vor interessiert, aber zunehmend isoliert und verbittert, verstarb er mit 75 Jahren.

Damian Zingg, dem Autoren des Stücks, und Peter Leu, dem Regisseur, gelingt es, diese an Höhen und Tiefen überaus reiche Geschichte in knapp zwei Stunden nachzuzeichnen. 16 Darstellerinnen und Darsteller treten – zum Teil in Doppel- und Dreifachrollen – als Weggefährten und Gegner von Ochsenbein in Erscheinung.

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Hans Witschi gibt einerseits den Erzähler, der das Publikum mit magistraler Souveränität durch die Handlung führt, und andrerseits einen vom Scheitel bis zur Sohle glaubwürdigen Ochsenbein, der eben diese Handlung prägt. Ihm treu zur Seite steht seine Ehefrau Emilie (Claudia Iten; sie spielt auch die ebenso liebenswürdige wie wehrhafte Mutter Helvetia).

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Für einen Hauch Mystik und eine Prise Humor sorgen auf ihrem Bänkli in der Ecke Vreni Schneider als Ochsenbeins Tante Bäsilina (Bild unten) und Lukas Tanner und Jürg Walther als Gesandte ihrer französischen und österreichischen Majestäten. Gastauftritte von Jeremias Gotthelf oder Gottfried Keller lockern die über weite Strecken sehr happige Kost zusätzlch auf.

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Mit Blick auf die beeindruckende Gesamtleistung des Ensembles – das auch das ganz und gar chichifreie Bühnenbild konzipierte – mutet es jedoch fast schon unfair an, einzelne Akteure hervorzuheben.

Wer auch immer in welcher Rolle auch immer agiert: Die Schauspielerinnen und Schauspieler leisten in „Ochsenbein“ viel mehr, als sich glaubhaft durch die Handlung zu „arbeiten“. Sie ermöglichen dem Publikum vielmehr einen Blick auf eine Epoche, die schon Ewigkeiten zurückzuliegen scheint – und die angesichts der endlosen politischen Ränkespiele in der heutigen Zeit doch so nah ist.

Wäre Staatskunde seinerzeit in dieser Form dargeboten worden: Man hätte wie von alleine sehr viel mehr lernen können – und wollen.

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Stimmen zum Stück

Die Berner Zeitung lobte nach der Premiere: „Auch wenn sich das Stück an historische Fakten hält, ist daraus keinen trockene Geschichtsstunde geworden.“

Das Bieler Tagblatt staunte: „Im kleinen Biglen wird europäische Geschichte vordemonstriert, entsteht das politisch und brisante höchst brisante Biotop des vorletzten Jahrhunderts neu, in dem Ulrich Ochsenbein gefordert war.“

Hannes Zaugg, Chefredaktor der Theater-Zytig: „So unterhaltsam und spannend wurde wohl noch nie ein wichtiger Teil der bernischen und schweizerischen Geschichte vermittelt. Unbedingt empfehlenswert (für amtierende Politiker quasi Pflicht).“

Das Regionaljournal Bern-Freiburg-Wallis berichtet von einem „läbigen“ Stück; „gäng geit öppis.“ (A propos „Radio“: SRF1 widmete Ulrich Ochsenbein schon vor drei Jahren einen „Doppelpunkt“).

Volkmusikstar Melanie Oesch aus Ulrich Ochsenbeins Geburtsort Schwarzenegg (im Gästebuch der kulturfabrikbigla): „I bi begeistert vo dere grossartige Arbeit u vo öiere Art jedi einzelni Rolle so ufe Punkt z bringe. Mau sehr sachlich, mau dramatisch, mau lustig, mau truurig, mau euphorisch, mau unghüürig – es isch aus drbi. Eifach genial. “

Die Berner kulturagenda beleuchtet Hintergründe der „geschichtsträchtigen“ Inszenierung.

Weitere Aufführungen:

Donnerstag, 6. Februar,
Samstag, 8. Februar,
Sonntag, 9. Februar (ausverkauft),
Dienstag, 11. Februar,
Mittwoch, 13. Februar,
Donnerstag, 14. Februar,
Freitag, 15. Februar.

Für Tickets gehts hier entlang. Der telefonische Vorverkauf ist von Montag bis Sonntag jeweils von 10 bis 13 Uhr geöffnet (0900 10 11 12 / Fr. 1.19/Min.)

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Seebueb freut sich auf „Schiffmann“

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Der Schuss ist draussen: Als nächstes Stück führt die Szenerie Burgdorf im Frühling 2014 „Der Schiffmann“ auf. Als jemand, der fast 30 Jahre lang an einem See gelebt hat, bin ich naturgemäss ganz besonders gespannt darauf, bei der Inszenierung dieses von meinem Kollegen Hans Herrmann verfassten Lustspiels mitzuwirken.

Wobei: Mit dem Hallwilersee hat „Der Schiffmann“ nichts zu tun. Die Handlung dreht sich vielmehr um eine Teerunde, in deren Verlauf es zu dieser und jener amourösen Verstrickung kommt. Eine wichtige Rolle spielt auch ein Zauberschloss in China.

Weitere Infos und das Neuste aus „meinem“ Verein gibts hier.

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Unter Heuchlern

Allein gegen der Rest seiner kleinen Welt: „Dr Zuchthüsler“ René Tanner auf der Moosegg (Bilder: Hans Wüthrich).

Eine angesehene Frau, die ein behindertes Kind schlägt, ein Gemeindepräsident ohne Rückgrat, ein Lehrer ohne Einfühlungsvermögen, grenzdebile Feuerwehrleute ohne Skrupel, Polizisten ohne Ahnung: Sie und viele andere Menschen voller Vorurteile und Ängste bilden das Milieu, in dem René Tanner lebt.

Oder vielmehr: Zu leben versucht.

Wegen versuchten Mordes sass Tanner in Amerika zwölf Jahre lang im Gefängnis. Zurück in der Heimat, haust er ausserhalb der Dorfgemeinschaft in einer bescheidenen Hütte auf einem Hoger. Als ein kleines Mädchen verschwindet, wissen alle, wer dafür verantwortlich ist. Dass sich eine blutjunge Frau vor den Augen der hasszerfressenen Mitbürgerinnen und -bürger ständig bei und in Tanners Heimetli herumtreibt, weil sie sich von dem Aussenseiter wie magisch angezogen fühlt, macht es dem ehemaligen Sträfling nicht einfacher, sich eine neue Existenz aufzubauen und endlich den Frieden zu haben.

Doch irgendwann, nach vielen bösen Worten, löst sich alles in Wohlgefallen auf: Eine plump eingefädelte Intrige scheitert. Tanner erhält aus Übersee die Bestätigung, dass er unschuldig hinter Gittern schmoren musste – und zehn Millionen Dollar als Entschädigung für das erlittene Ungemach. Mit der Ladenbesitzerin, die sich als einzige Erwachsene nie in die Horde der Heuchler einreihen mochte, und seinen zwei Kindern (um die sich während seiner Abwesenheit Adoptiveltern…nun ja…“gekümmert“ hatten) bricht er auf in eine Zukunft ohne Argwohn, Feigheit und Niedertracht.

In Markus Michels „Dr Zuchthüsler“ wird dem Publikum sehr schnell klar, wer gut ist und wer nicht. Das unterscheidet diese 16. Inszenierung des Freilichttheaters Moosegg stark von dessen letzten Aufführung „Eichbüehlersch – e starchi Frou“. Ging es bei „Eichbüehlersch“ darum, die Charaktere mit feingezeichneten Strichen zu porträtieren, um die Handlung nachvollziehbar zu gestalten, präsentiert Regisseur Peter Leu die Figuren in „Dr Zuchthüsler“ nun um einiges holzschnittartiger.

Über diesen Mangel an Tiefenschärfe mögen sich Zeitgenossen, die beim Stichwort „Laientheater“ gleich das kulturelle Abendland untergehen sehen, wortreich mokieren.

Alle anderen, denen der Sinn nach nicht mehr, aber auch nicht weniger als zwei Stunden guter Unterhaltung steht, fahren oder wandern auf die Moosegg, setzen sich auf die Tribüne in diesem wunderschönen Blätz Natur – und schauen der kleinen kranken Welt, in der für wackere Mannen wie René Tanner kein Platz ist, dabei zu, wie sie, begleitet von der einmal mehr wunderschönen Musik von Dany Nussbaumer, erst ganz leise und dann mit Getöse sich zusammenkracht.

(Infos zu weiteren Aufführungen, Reservationsmöglichkeiten und Preisen gibts hier).

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