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Schlagwort: Karriere

Dank zum Voraus

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Hopperla: Für die Schweizer Illustrierte zählt Verena Zürcher, die Gründerin und Chefin des Langnauer „Landverlags“ und Erfinderin und Herausgeberin der „Lebenslust Emmental“, zu den 100 wichtigsten Bernerinnen.

Falls ich mal weltberühmt werden sollte, werde ich bei jeder Autogrammstunde, an jeder Lesung und bei jeder Preisverleihung zuallererst sagen: „Ohne sie hätte ich das nie geschafft. Sie hat meine drei Mordsgeschichten aus dem Emmental sozusagen fast unbesehen gedruckt. Diese Frau, Ladies and Gentlemen, weiss also nicht nur, was gut ist. Sie ist auch bereit, gewisse Risiken zu tragen und hoffnungsfrohen Jungautoren eine Chance zu geben. Die Chance nämlich, einfach draufloszuschreiben, ohne zu wissen, was undsoweiterundsofort, und deshalb, meine sehr geehrten Fans/Leserinnen und Leser/Jurymitglieder, stehe ich jetzt hier, vor Ihnen, für diese Autogrammstunde/Lesung/Preisverleihung, statt immer noch unter verrosteten Autos liegen und Abgaswartungen machen zu müssen.“

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Gesucht wird: Luca Hänni

(Bild: Hannes Zaugg/z-arts.ch)

Manche Leute stolpern in letzter Zeit über den immer gleichen Suchbegriff in diesen Blog:

All die Teenager, die das Netz auch nach winzigsten Text- und Bildkrümelchen über ihr Idol abklicken, stossen dann zwar nur auf das hier. Aber mir solls Recht sein. In meiner virtuellen Stube ist jeder willkommen.

Es ist schon gschpässig: Vor ein paar Monaten war Luca Hänni aus Uetendorf noch ein Teenager wie unzählige andere auch. Seit er bei „Deutschland sucht den Superstar“ mitwirkt, schieben die Schwerarbeiter, die im Google-Keller ununterbrochen Informationen für Milliarden von Menschen zusammentragen, wegen eines musikalischen Maurerlehrlings aus dem Kanton Bern Überstunden.

Was – wieder einmal – die Frage aufwirft: Wie funktionierte die Welt eigentlich vor der Erfindung des Internets?

Nachtrag Sonntag, 4. März: Luca Hänni kommt seinem Ziel immer näher. Inzwischen fiebern auch Leute mit, die mit „DSDS“ sonst nichts am Hut haben. Seine Wohngemeinde drückt kollektiv die Daumen:

 

 

Nachtrag Montag, 5. März: „Ich weiss nicht recht, ich mich über die geklauten Luca Hänni-Plakate bei den Dorfeingängen ärgern oder amüsieren soll. Henu: Jedenfalls gibts ab nächstem Samstag ein Public Viewing“, notiert Uetendorfs Gemeindepräsident Hannes Zaugg auf Faceboo.

Nachtrag Dienstag, 6. März: Die Gemeinde Uetendorf schaltet sich offiziell in den Trubel ein. Sie bietet „unserem Luca“, dessen Eltern und seinen Fans moralisch-logistischen Support.

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Die grosse Chance

Als Bartwuchs für mich noch etwas war, womit ich mich vielleicht in ein paar Jahren beschäftigen würde, posierte ich aus einer Laune heraus und weil ich das Geld brauchte, als Fotomodell für Rasierapparate. Das Bild erschien in einem dieser Kataloge, die immer die Briefkästen verstopfen und undurchgeblättert im Altpapier landen.

Die nächsten 30 Jahre verbrachte ich damit, auf meine Entdeckung als Model zu warten. Ich konnte mir das gut vorstellen: Am Morgen in Paris, über Mittag in Mailand, ein paar Stunden später in Sydney, dann weiter nach Kapstadt – ich war bereit; die ganze Zeit. Aber kein Schwein rief mich an. Nicht einmal zweideutige Angebote habe ich erhalten.

Aber jetzt…jetzt fühle ich mich plötzlich wie beim letzten Wippen auf dem Fünfmeterbrett, unmittelbar vor dem Sprung – und Sekunden vor dem Eintauchen in eine andere Welt. Am Horizont winkt mir etwas zu. Ich kann es nicht ganz genau erkennen. Aber ich glaube, es ist der internationale Durchbruch.

Wenn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle, bin ich spätestens im Sommer reich und berühmt. Anlass zur Hoffnung gibt mir diese Ausschreibung, die ich auf der Website des Fotografen Hannes Zaugg-Graf entdeckt habe:

„Zur Neueröffnung der renovierten Badi Uetendorf im Frühling 2012 wird die Badigenossenschaft einen Flyer produzieren und auch aktuelle Bilder auf der Website der Gemeinde aufschalten. Für die Illustration suchen wir Fotomodelle, welche nächsten Frühling vor der offiziellen Eröffnung die neue Badi zum ersten Mal für ein Fotoshooting bevölkern.

Sie brauchen weder Traummasse noch das Aussehen eines Supermodells. Ob jung oder alt, ob Mann oder Frau, selbst wenn Sie nicht im Badeanzug, sondern lieber mit Kleidern im Badibeizli Modell sitzen möchten…

…melden Sie sich.“

Was mich ein wenig irritiert, ist, dass die Bewerber „weder Traummasse noch das Aussehen eines Supermodells“ benötigen: Heisst das, das Leute, die genau diese Voraussetzungen mitbringen, nicht teilnehmen dürfen? Sollten all die Stunden in Fitnesszentren, auf Finnenbahnen, in Schwimmbecken und auf allerlei Foltermaschinen umsonst gewesen sein?

Oder anders gefragt: Wenn sich irgendein dahergelaufener Uetendorfer, der für sein Gewicht viel zu klein ist, als Badi-Model bewirbt, nur weil er von seinem Gemeindepräsidenten auch mal wie, sagen wir,


DSDS-Kandidat Luca Hänni

in Szene gesetzt werden möchte: Hat der tatsächlich dieselben Chancen wie ein durchtrainierter Burgdorfer?

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Das Karrierekillerbild

Von bald jedem Menschen existiert ein Bild, das ihn die Karriere kosten kann, falls der Chef es beim völlig zufälligen Googlen seiner Mitarbeiter entdeckt.

Dank Chantal gibt es jetzt auch eines von mir:

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