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Tag: Musik

Ein Abend mit Fleisch am Knochen

Fägige Musik, flotte Leute und Fleisch bis gnue: Am Samstag, 12. Mai, lassen mein Mit-Rocknrolldie Peter Urech und ich wieder einmal eine Sause unter den „Metzgere“-Lauben in der Burgdorfer Oberstadt steigen. Am Grill legt erneut Markus Chalilow auf. Der Eintritt ist gratis.

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Ohne Worte, ämu fast

Die Beatles verewigten sie in “A day in the life”, Deep Purple führten darin ihr “Concerto for Group and Orchestra” urauf, Pink Floyd bekamen Hausverbot, weil sie in dem 1871 eingeweihten Bau echte Kanonen abfeuerten, Cream traten dort ein letztes Mal auf, Eric Clapton verkaufte sie über 200 Mal aus, Al Green war ebenso da wie B.B. King und Bob Dylan und Joe Bonamassa und Phil Collins und Mark Knopfler undsoweiterundsofort; wer die Bilder in den rund um die Arena führenden Fluren betrachtet, erstarrt beinahe vor Ehrfurcht, und jetzt spielten Toto zur Feier ihres 40-jährigen Bandjubiläums in der Royal Albert Hall in London, und mein Schatz und ich waren dabei, und auch wenn der Begriff “Once in a lifetime-experience” für manche vielleicht chli gar übertrieben klingen mag: Für Chantal und mich wars eine, und für die Musiker hörbar auch, und für die anderen 9000 Fans ebenfalls, und ehrlich gesagt, weiss ich jetzt – ich bin immer noch halb in Africa und versuche, the line zur Realität zu holden – gar nicht so recht, wie ich beschreiben soll, was ich an diesem Abend des 1. April 2018 über zwei Stunden lang dachte und, vor allem, fühlte; es hat keinen Sinn, nach Worten für etwas zu suchen, wofür es keine Worte gibt (Will Lavin hat sich auf jow.co.uk in dieser Hinsicht mehr Mühe gegeben, aber irgendwie ist auch er gescheitert, wobei: Mit “The night had it all” traf ers nicht schlecht).

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Vorne, bei den Vollidioten

Für ihre Plätze im “Golden Circle” des Zürcher Hallenstadions hatten die Leute je 140 Franken bezahlt. Weitere 150 Euro blätterten manche von ihnen für die “VIP-Experience” hin. So heisst das Privileg, vor dem Toto-Konzert beim Soundcheck dabeisein zu dürfen. Anschliessend signieren die Bandmitglieder T-Shirts, Chäppis, Poster und Platten und halten am Ende für ein Erinnerungsbild mit ihren solventen Fans hin:

(diese Aufnahme klaute ich von der Facebook-Seite des Toto- und Steve Lukather-Fanclubs. Sie entstand in Italien, hätte aber auf jeder beliebigen anderen Station der “40 Trips around the sun“-Tournee geschossen werden können).

Minuten, bevor es auf der Bühne losgeht, sitzen sie mit ihren Handys im Anschlag auf ihren Stühlen. Kaum fällt der Vorhang, schiessen sie auf, recken die Arme in die Höhe und filmen, was das Zeug hält. “Alone”, “Hold the line”, “Lovers in the night”, “Spanish Sea”: Einen Song nach dem anderen halten sie mit ihren Kameras für die Ewigkeit fest.

Mit den 300 Stutz, die sie für diesen Abend hingeblättert haben (die Kosten für ein paar Cüpli, das Parkhaus und allerlei Merchandising-Artikel sind darin noch nicht eingerechnet), sicherten sie sich offensichtlich auch das Recht, sich in der Halle ohne Rücksicht auf die gängigsten Anstandsregeln aufzuführen.

Die Angehörigen des hinter ihnen platzierten Pöbels sehen ausser abstehenden Ohren, fast haarfreien Hinterköpfen und verschwitzten Unterarmhöhlen nichts mehr. Sich ebenfalls erheben mögen sie aus Rücksicht auf die Zu”schauerinnen” und -“schauer” in den Reihen 4, 5, 6 ff. nicht, und überhaupt: Um das Konzert stehend geniessen zu können, hätten sie nicht zwingend Sitzplätze zu buchen brauchen.

Irgendwann haben die Hobbyfilmer ein Einsehen oder Krämpfe in den Waden. Man hat jetzt freien Blick auf die Band und wünscht sich nichts sehnlicher, als dass das bis zum Schluss so bleibt, aber chasch dänke: Kaum erklingen die ersten Akkorde des nächsten Hits, baut sich die Wand aus Jacken und Hemden und Mobiltelefonen wie von alleine erneut vor einem auf.

Ich bin sicher (und hoffe inständig): Wenn die Leute nach Hause kommen und von ihren Lieben gefragt werden, wie es so war, das Konzert, sagen sie: “Keine Ahnung. Ich muss zuerst auf dem Handy nachschauen.”

Dann öffnen sie ihre Film-App, klicken sabbernd vor Vorfreude auf “Play” – und bekommen ausser einem undefinierbaren Krach nichts zu hören und abgesehen von heillos überbelichteten Musikern auch nichts zu sehen.

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Mythen und Musik

“Wahnsinnig”, “unbeschreiblich”, “sagenhaft”, “imposant”, “gigantisch”, “phänomenal”: Wer am Rande des Grand Canyon steht, sucht automatisch nach Worten, die beschreiben, was er oder sie gerade sieht.

450 Kilometer lang, bis zu 30 Kilometer breit und stellenweise 1800 Meter tief: Die “technischen Daten” der Schlucht, die der Colorado-River während Millionen von Jahren ins Land gegraben hat, sind, eigentlich, schon eindrücklich genug.

Nur: Dieses Steintal, das weder einen Anfang noch ein Ende zu haben scheint, einmal “live” bestaunen zu dürfen – das liegt meilenweit jenseits des üblichen Sehenswürdigkeitenabklopfens.

Das hat etwas Mythisches.

Ähnliches gilt für die Route 66. Die einst knapp 4000 Kilometer lange Strasse führt von Chicago an der amerikanischen Ost- nach Santa Monica an der Westküste. Sie ist zwar nicht mehr durchgehend befahrbar, hat aber bei Menschen, die sich vorzugsweise auf schweren Töffs und noch vorzugsweiser auf Maschinen der Marke Harley Davidson fortbewegen, nichts von ihrem Legenden-Nimbus eingebüsst.

Williams im Bundesstaat Arizona, wo wir unsere letzten zwei Nächte verbrachten, liegt an dieser Strecke. Die 3000 Einwohnerinnen und Einwohner geben alles, um sich von dem offensichtlich immer noch sehr wertvollen Kuchen mit der “66”-Glasur das eine und andere Brösmeli zu sichern, wie ein Gang entlang der Hauptstrasse zeigt:

Die Route 66 ist jedoch nicht ganz das einzige, was Williams zu bieten hat. Zu den Sehens-, bzw. Hörenswürdigkeiten zählt auch John Carpino. Der Singer/Songwriter bedient sein Publikum “with an impressive blend of acoustic rock, roots, rhythm and truth”, wie er selber sagt, und wurde nun schon zum 14. Mal in Folge zum “best local musician” erkoren.

Wir erlebten den gmögigen Ex-Lehrer auf einer kleinen Bühne neben unserem Tisch in Goldie’s Route 66 Diner. Mit vielen Eigenkompositionen – eine davon widmete er seinem Hund, was ihm von uns spontan mindestens 10 000 Bonuspunkte einbrachte – und Coverversionen zeitloser Hits von Johnny Cash, Simon & Garfunkel, The Doors, The Animals, den Beatles undsoweiterundsofort; es war chli wie im Paradies für hoffnungslose Musiknostalgiker, sorgte er für einen wunderschönen Abend.

Den Wunsch seiner vier neuen friends of Switzerland erfüllte er gerne:

“You can check out anytime you like, but you can never leave”: Was für die Gäste des – ebenfalls von unzähligen Mythen umrankten – “Hotel California” ein Problem sein mag, ist für uns kein Thema: Wir verlassen Williams in wenigen Stunden in Richtung Las Vegas.

Dort war ich noch nie, aber nach allem, was man schon so von Freunden gehört, in Büchern und Reportagen gelesen und in Filmen gesehen hat, gilt auch und ganz besonders für diese Stadt:

This could be heaven. Or this could be hell.

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Walk of Shame statt Walk of Fame

2547 Sterne sind aktuell im Walk of Fame in Los Angeles eingelassen. Von A wie Abba bis Z wie ZZ Top – wer in der Unterhaltungsindustrie je eine grössere Rolle gespielt hat oder nach wie vor spielt, wird von der Handelskammer von Hollywood seit 1957 mit einem gravierten Symbol geehrt (wobei: Abba fehlen auf dem kilometerlangen Trottoir ebenso wie ZZ Top und Toto und Bob Dylan und die Beatles oder die Rolling Stones; dafür sind mit Julio Iglesias, Andrea Bocelli, Heidi Klum und Siegfried und Roy Zeitgenossen vertreten, die im Gruselkabinett der Geschichte sicher besser aufgehoben wären, aber wenn dieser Abschnitt mit “Von A wie Bud Abbott bis Z wie Adolph Zukor” begonnen hätte, wären 998 von 1000 Lesern, ob ihres Nichtwissens aufs Peinlichste berührt, in ihre Bibliotheken gehastet, um die Bildungslücken in Sachen “Abbott” und “Zukor” huschhusch zu stopfen, und wenn sie, vor dem lodernden Kaminfeuer fast platzend vor Wohlbehagen auf ihre mit Bisonleder bezogenen Louis XXX-Sofas gefläzt, gerade so schön dabeigewesen wären, sich intellektuell mal wieder so richtig nordkoreamässig hochzurüsten, hätten sie auch noch dieses nachgeschaut und nach jenem geblättert und irgendwann beschlossen, lieber gleich liegenzubleiben, statt starren Ganges in mein virtuelles Stübchen hier zurückzukehren).

Jedenfalls: Gestern bummelten wir den Walk of Fame ab. Anfänglich taten wir das mit der gebotenen Ehrfurcht, doch diese wich bald einer routinierten Nonchalance. Bryan Adams, Aretha Franklin, Greta Garbo, Chuck Berry, Michael Jackson oder die Simpsons: Letztlich sind das alles nur Namen oder vielmehr: Öltropfen für eine endlos ratternde gigantische Geldmaschine, und wenn man diesen Standpunkt erst einmal entdeckt hat, hört man auf, unentwegt auf den Boden zu starren und fragt sich stattdessen lieber, wie wohl die drei Showgirls aussehen mögen, die das “Déja vu” auf der anderen Seite der Strasse als “ugly” anpreist, und wenn ja, warum nicht.

Falls jemand mich fragen würde – was erfahrungsgemäss aber eher selten passiert – würde ich vorschlagen, in jedem Land der Welt einen Walk of Shame mit, zum Beispiel, stilisierten Toilettensitzen statt Sternen anzulegen. Auf diese dürfte jedermann und -frau den Namen von Leuten gravieren lassen, für die man, wenn man etwas weiter südlich wohnen und über ein Minimum an handwerklichem Geschick verfügen würde, längst eine Voodoo-Puppe gebastelt hätte.

Bei Bedarf sucht man die Steinplatte auf und reinigt seine Psyche unter Absingen wüster Lieder, dass Gott erbarm fluchend oder über dem Schriftzug stumm Körpersäfte absondernd porentief rein. Das schützt vor Frustrationen und Aggressionen, beseitigt Komplexe und senkt die Kriminalitätsrate auf knapp Null. Die Finanzierung einer solchen Anlage wäre folglich ein klarer Fall für die Krankenkasse.

Um der Transparenz Genüge zu tun: Ich habe im Geiste bereits sechs Tafeln reserviert. Die Namen, mit denen ich sie beschriften liesse, behalte ich aus Datenschutzgründen für mich.

Und, klar: Auch mir würde wohl eher früher als später die eine und andere Platte gewidmet. Ich könnte damit aber wesentlich besser leben als mit der Vorstellung, bis in alle Ewigkeit zwischen Julio Iglesias und Heidi Klum liegen zu müssen.

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Hello again, ihr Helden!

Vor 30 Jahren gehörten sie mit Toto, Krokus, Abba (jawoll: Abba), Deep Purple, den Dire Straits und ein paar anderen Bands zu den Helden meiner Jugend. Nun stand ich auf einmal mit Foolhouse auf der Bühne des Theaters Z in Burgdorf.

Unmittelbar davor hatten ich und drei Dutzend Gäste – ihren Besuch angekündigt hatte eine dreistellige Anzahl von Leuten, aber das ist eine andere und alles andere als neue Geschichte – zwei Stunden lang freudig feststellen dürfen, dass die Bluesrock-Haudegen von dem Zauber, den sie damals auf Zigtausende von Fans in ganz Europa ausstrahlten, kaum etwas eingebüsst haben.

Auch wenn die Band um Jüre Reinhard sich zwischenzeitlich aufgelöst hat und später teilweise neu zusammengesetzt wurde, lässt sies immer noch durch die Boxen rocken und rollen und rumpeln, als ob sie sich gerade erst formiert hätte und nun finster entschlossen wäre, die Bühnen der Welt zu stürmen.

Eigentlich waren Peter Urech und ich ja vor Ort, um vor und nach dem Konzert als DJ-Duo Rocknrolldies für Stimmung zu sorgen. Wir merkten jedoch schnell, dass der Abend auch ohne uns tiptopp laufen würde.

Nachdem die letzte Foolhouse-Zugabe verklungen war, bildeten einige der vielen befreundeten Musikerinnen und Musiker, die sich zu dem Gig ihrer Kollegen an der Hohengasse 2 eingefunden hatten, spontan einen Halbkreis, um nach Herzenslust zu jammen.

Peter und ich packten unsere Siebensachen weit vor Mitternacht zusammen und liessen die Freunde miteinander drauflosimprovisieren. Wir wollten nicht stören, sondern zuhören. Den Musikern – und Jüre Reinhard, der uns das eine und andere Müsterchen aus der glorreichen Zeit erzählte, in der Foolhouse mit den Eagles im Studio waren und von ihnen lernten, wie ein richtiger Chorgesang funktioniert. Plus vieles andere mehr.

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In den Spendierhosen

Aus lauter Vorfreude darüber, mit The Great Light of Slow (Bild) am 1. April erneut eine grossartige Band im Theater Z in Burgdorf begrüssen zu dürfen, montieren wir Rocknrolldies unsere Spendierhosen.

Der erste Besucher erhält „Homebound“, die Debüt-CD unserer Gäste, geschenkt.

Der zweite bezahlt keinen Eintritt.

Dem dritten und vierten drücken wir eine exklusive (es gibt davon nur zehn Stück) Rocknrolldies-Tasse in die Hand.

Für den fünften und sechsten gibts ein schickes Rocknrolldies-Chäppi.

Der siebte, achte, neunte und zehnte kann sich an der Theater Z-Bar mit einem Gratisdrink auf den Gig einstimmen.

(Nachtrag 1. April: Weil der Schlagzeuger erkrankt war, musste das Konzert kurzfristig abgesagt werden.)

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Verblasste Sterne

Sie gehörten damals, in den 70er und 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts, zu den ganz, ganz Grossen. Mit ihren Alben “Gone to earth”, “XII” und “Eyes of the universe” verzauberten Barclay James Harvest Millionen von Menschen rund um den Erdball.
Kuschelweichgespülte Songs wie “Hymn”, “Poor man’s moody Blues”, “Mocking Bird”, “Child of the Universe” oder “Life is for living” gehörten zur Grundausstattung jedes Plattenauflegers, der Intensivpubertierenden in den Partyräumen wohlwollender (oder naiver) Eltern ermöglichte, sich als “geschlossenes Tanzen” getarnten Kollektivknutschereien hinzugeben (an dieser Stelle: Beste Grüsse an I.M. aus B.!)

Doch dann begann der Stern der Balladenkönige aus England zu verblassen. Im März 1998 gaben John Lees, Woolly Wolstenholme, Les Holroyd und Mel Pritchard bekannt, dass Barclay James Harvest eine Pause einlege. Lees und Wolstenholme gingen ihrer eigenen Wege mit einer Gruppe namens Barclay James Harvest Through the Eye of John Lees (BJHTTEOJL; die “Abkürzung” ist kein Witz), Les Holroyd suchte sein Glück mit Barclay James Harvest Featuring Les Holroyd (BJHFLH).

Es folgte, was in solchen Fällen oft folgt: Alle paar Schaltjahre ein Best of- oder Livealbum, Neuinterpretationen alter Hits und Auftritte mit osteuropäischen Orchestern.

Nun, am 23. April, gastiert der John Lees-Ableger von Barclay James Harvest in der Kulturfabrik Kofmehl in Solothurn. Der Andrang hält sich im Rahmen: Die Veranstalterin bewirbt das Konzert seit Wochen täglich auf Facebook. Inzwischen zeigen sich knapp 200 Leute “interessiert” daran, dem Gig beizuwohnen. Weitere 50 haben mit der Verbindlichkeit eines Klicks zugesichert, sich die Truppe vor Ort anzuhören.

Wer einen Blick auf all die Städte und Stadien wirft, in denen die Meister des Schmusepop in ihrer Hochblüte aufgetreten sind, kämpft angesichts dieser Zahlen gegen das Augenwasser.

Andrerseits: Schon 1993 musste die Band “due to poor ticket sales” einen grossen Teil ihrer Europatournee absagen:

So betrachtet, ist das Solothurner Gastspiel von John Lees und seinen musikalischen Resteverwertern schon fast wieder ein Schritt auf dem Weg nach oben.

Oder zumindest aus der Bedeutungslosigkeit.

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Facelifting für die Rocknrolldies

Die Rocknrolldies haben ihre Website neu gestaltet – und freuen sich auf die Spielzeit 2017. Den ersten öffentlichen Auftritt der neuen Saison haben Peter Urech und ich am 1. April. Dann kramen wir im Theater Z in Burgdorf nach dem Konzert von “The Great Light of Slow” in unserem Schatztruhen. Wir sorgen aber auch gerne andernorts für Stimmung. Veranstalter von Hochzeiten, Firmenfesten, Geburtstagsparties, Jahrgängertreffen und anderen Feiern können uns im Doppelpack oder einzeln buchen.

Kontakt: +41 76 537 74 84 oder hofstetter.hannes@gmail.com

Zu unserer Facebook-Site gehts hier entlang.

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