Nachtdienst in der Vorhölle

In Burgdorf war Solätte, wieder einmal, aber heuer gabs neben all der Routine, die dieses Riesenfest prägt (Blumenchränzli, weisse Röckli, farbenprächtige Umzüge…) etwas Neues: Erstmals mussten die Wirte das Abfallkonzept umsetzen, zu dem der Stadtrat vor zwei Jahren trotz lauten Murrens aus Gastro- und Veranstalterkreisen ja gesagt hatte.

Für die Beizer hiess das: Getränke werden nur noch gegen ein Depot in Mehrwegbehältern ausgeschenkt. So wird “die Qualität eines Festes” nach Ansicht der Weisen im Rathaus “gleich doppelt” gesteigert: “Essen und Trinken werden aufgewertet und der Veranstaltungsort bleibt sauberer und damit attraktiver. Die Festbesucher fühlen sich dadurch erwiesenermassen wohler”, heisst es auf der Website der Stadt.

Ein Lokalbetreiber sagte mir schon Wochen vor der Solätte, dass er für das Handling dieser Challenge einen Chief Executive Officer suche. Eine solche Person zu finden, sei alles anders als einfach, klagte er: Sie müsse über ein Höchstmass an sozialer Kompetenz und ein Maximum an kaufmännischem Know-how verfügen und darüberhinaus auf den ersten Blick gerichtsfest beurteilen können, ob ein Becher mit einem dicken, schwarzen Rand verziert ist oder nicht. Nur, falls Ersteres zutreffe, handle es sich um ein retournierbares Trinkgefäss aus seinen Beständen. Andernfalls sei der Kunde freundlich darauf hinzuweisen, er soll seinen Kram woanders loszuwerden versuchen.

Weil ich am Solätte-Abend sowieso nichts Dümmeres vorhatte, versprach ich meinem Kumpel, die offene Temporärstelle zu besetzen.

So sass ich dann an diesem Montagabend vor einem langen Holztisch. Darauf stand das Kässeli mit 420 Franken Stock. Hinten links tummelten sich, unbeschwert plappernd, die Gäste der Beiz, für die ich im Einsatz stand. Wenige Meter neben ihnen war vor einem Club jemand damit beschäftigt, ein DJ-Pult einzurichten.

“Schön”, dachte ich. “Ein bisschen Hintergrundblues oder Sommersonnesandstrandchillsound passt sicher wunderbar zu diesem prächtigen Abend.”

Als ich meinen Dienst antrat, wars in der Oberstadt noch recht ruhig. Zwar bummelten ununterbrochen Menschen an mir vorbei, doch überbeschäftigt war ich nicht. Denn bevor die Becher zurückgegeben werden können, müssen sie ja erst einmal gefüllt und geleert sein und dann gleich noch einmal gefüllt und erneut geleert undsoweiterundsofort.

Ich nutzte die freie Zeit, um mich bei Wirtsleuten in der Nachbarschaft danach zu erkundigen, wie sie die Mehrwegregel umzusetzen gedenken; bei meiner Premiere wollte ich möglichst nichts falschmachen. Auf drei identische Fragen erhielt ich drei verschiedene Antworten.

Kaum hatte ich wieder an meinem Tisch Platz genommen, brach etwas los, was mit “Inferno” nur unzulänglich beschrieben wäre. Es tönte wie damals, als ich im Traum mit den US-Truppen in Bagdad unterwegs gewesen war: Ein ohrenbetäubendes Rummsen und Chlöpfen und Tätschen und Pfeifen und Heulen toste durch die historischen Gemäuer und fegte alles weg, was an Gesprächsfetzen eben noch munter durch die Luft geschwebt war.

Bis dahin war es mir problemlos möglich gewesen, mit meinen sich auf einmal wie die Doppeladlerexperten vermehrenden Kundinnen und Kunden einen Schwatz zu halten, bevor sie mir ihre Becher aushändigten und ich ihnen einen Zweifränkler. Jetzt konnte ich nur noch ihrer Mimik entnehmen, dass sie mich fragten, ob sie das und das abgeben dürften.

Weiter vorne brüllten sich ehemalige Schulkollegen, die sich vielleicht gerade zum ersten Mal seit zehn Jahren wiedersahen, an, als ob sie seit der Abschlussfeier nur darauf gewartet hätten, mit ihrem Ex-Gspändli was auch immer endlich z Grächtem z Bode zu reden. Liebespaare erstarrten mitten im Gefummel. Senioren liessen ihre Rollatoren stehen und flüchteten, die gichtverkrümmten Finger fest ineinander verschlungen, in Richtung Bahnhof.

Ich aktivierte die Dezibelmess-App auf meinem Handy und las: 109. Ein Dezibel mehr, und die Schmerzgrenze wäre auch nach wissenschaftlichen Kriterien erreicht gewesen. 110 Dezibel entsprechen dem Lärm einer Kreissäge oder eines Presslufthammers.

Nach einer Stunde begann ich zu ahnen, dass trotz meines Hoffens und Betens nie jemand des Wegs kommen würde, um die offensichtlich im- oder explodierten Lautsprecher vor dem Club zu flicken. Die Frau am Mischpult schien der Höllenkrach nicht im Geringsten zu stören, ganz im Gegenteil: Verzückt lächelnd sorgte sie dafür, dass die House-Orgie nicht auch nur für eine Millisekunde ruhte.

Also fügte ich mich in mein Schicksal und konzentrierte mich auf meinen Job. Dafür wurde ich ja schliesslich nicht bezahlt.

Im Laufe des Abends fiel mir auf, dass der Anteil der Menschen, die an so einem Anlass ungebremst in eine Tischkante stolpern, erstaunlich hoch ist. Und dass einen gestandene Männer als besten Freund betrachten, sobald sie zum dritten Mal einen leeren Becher vor einen hingestellt haben. Bei jenen Leuten, die sich tief zu mir herunterbeugten in der vergeblichen Hoffnung darauf, ich würde dann verstehen, was sie sagen, konnte ich bald wettendasskompatibel am Mundgeruch erkennen, was sie soeben konsumiert hatten. An den Lippen einer jungen Frau las ich ab, dass sie wissen wollte, wieviel der Eintritt koste (Eintritt? Hier? Bei der Mehrweggebinderückgabestelle?). Ein Mann krächzte mir solange “Onigg! Onigg!” ins Ohr, bis mir dämmerte, dass er wohl einen Gin Tonic bestellen möchte.

Darüberhinaus stellte ich fest, dass unzählige Gäste mit Billigbierbüchsen und Wodkaflaschen aus dem nächstbesten Tankstellenshop über das Gelände schlenderten und schwankten und nicht, wie von “der Stadt” vorgesehen, mit Recyclingutensilien bewehrt.

Die Box, in die ich das zurückgebrachte Geschirr warf, war bei meinem Abgang kurz vor Mitternacht nicht einmal ganz voll.

Aber die Festbesucher fühlten sich an diesem attraktiven Veranstaltungsort bestimmt auch so vögeliwohl.

 

 

Potz tuusig

Kommentare im Internet können auch Freude bereiten: Gestern teilte ich auf Facebook mit, dass ich zum neuen Präsidenten des Burgdorfer Altstadtleistes gewählt worden sei (siebe Bild oben). Und dass diese Vereinigung von rund 170 Geschäftsleuten, Gastronomen, Atelierbetreiberinnen, Privatpersonen und so weiter plane, eine grosse Adventsaktion durchzuführen. Unter dem Motto „Zu Gast im Geschäft“ öffnen Gewerbetreibende in der Oberstadt und im Kornhausquartier ihre Türen im Dezember für Menschen, die einmal einen Blick hinter Kulissen werfen möchten, die sie sonst nur von aussen sehen.

Mit dem einen oder anderen “Like” hatte ich gerechnet. Nicht aber damit:

Deep Purple, Desperate Housewives und Delikatessen à discrétion

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Nach einer Woche Gran Canaria und knapp zwei Monaten Australien folgten heute plusminus sechs Stunden Österreich, oder besser gesagt: Tirol, oder für jene, dies ganz genau wissen wollen: Ischgl.

Ischgl ist laut dem Internet wie Mallorca, nur mit Eis statt Sand, dafür mit mehr Russen als Deutschen, weshalb man sagen kann: Ischgl 2013  entspricht Stalingrad 1945, aber eigentlich gehts gar nicht darum, sondern um:

Meinen Brüetsch und mich und Deep Purple.

Wir alle waren heute in Ischgl, um entweder eine glatte Zeit zu verbringen und dabei auch noch einen Haufen Geld zu verdienen (Deep Purple) oder aber, um sozusagen fast nur zu arbeiten (mein Brüetsch) oder um eine glatte Zeit zu verbringen, indem man den einen zur Arbeit begleitet und den anderen beim Arbeiten zuschaut (ich).

Darüber, welche der drei Parteien das beste Los gezogen hatte, brauchen wir uns kaum lange zu unterhalten. Oder vielleicht doch, denn so einfach, wie sich das gerade noch las, war es dann auch wieder nicht, aber wenn ich lange genug darüber nachdenke, muss ich sagen: Irgendwie habe ich jetzt einfach keine Lust, all die Zusammenhänge en détail zu erläutern, deshalb abschliessend nur soviel: Während am Ballermann alles

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auf Deutsch

angeschrieben ist, setzen die Ischglerinnen und Ischgler aufs

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Englische.

Wenn man die Homepage des ehemaligen BergbauerndorfYscla (rumantsch für „Insel“) anklickt, schiessen einem wie Granatsplitter die Worte “Active”, “Enjoy”, “Relax”. “…& More”, “Sport”, “Action” und “Exictement” ins Auge, was jedoch niemandem wehtut, weil in Ischgl alle Sonnenbrillen tragen.

Die coolste von allen Sonnenbrillen habe à propos

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ich (links im Bild),

und zwar dank eines Besuches im Mountain Boutique Hotel “Cervo” in Zermatt, wo man diese tiptoppen und tophippen Sehhilfen, sobald man bezahlt hat, als Bhaltis mitnehmen darf.

In anderen Gastrobetrieben gibts ein Täfeli, das man am besten mit dem Papier kaut, weil mans sowieso nicht auspacken kann, oder einen Chugi, der nicht schreibt oder einen lauwarmen Händedruck vom Hotelfachassitentenlernenden, der sich hinter dem Rezeptionstresen nicht rechtzeitig wegducken konnte, aber das nur nebenbei.

Bevor ich den Faden, den ich ein paar Abschnitte weiter oben, gleich hinter “Ischgl ist laut dem Internet…”, aus den Fingern verloren habe, endgültig nicht mehr finde, muss ich…Sekunde…Moment…ich habs gleich…

…Mist.

Ich fange am besten nochmal von vorne an.

Also: Um ziemlich genau Punkt 6.37 Uhr heute Morgen düsten mein Bruder und ich vom Bahnhof Baden aus los. Über die Autofahrt gibts nicht viel zu erzählen (oder ämu nichts, was die breite Öffentlichkeit interessieren könntesollte). Es hatte manchmal viel Verkehr und manchmal weniger und wir hörten lässe Musik und führten gute Gespräche.

Am Zoll machte wegen des Freikörperabkommens mit Brüssel niemand Anstände, und als wir Ischgl mit einiger Verspätung endlich doch noch erreicht hatten (zuhinterst im Montafon gings auf einmal nicht mehr weiter; die Strasse war wegen Winters gesperrt, worauf wir umkehren und eine halbe Stunde zurück durch das Tal rasen blochen tuckern mussten), wussten wir: Jetzt sind wir in Ischgl.

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Viel Zeit zum Herumplämperlen hatten wir wegen der Montafonsache nicht. Mit dem Bähnli schwebten wir so husch es ging hoch ins “Alpenhaus”, die  – wir geben kurz ab in die Werbung – “wahrscheinlich stilvollste Skihütte der Tiroler Alpen”.

Dort warteten Deep Purple nicht nur, aber auch auf uns. Meinem Brüetsch, der in Diensten von Radio Argovia in Ischgl weilte , war es gelungen, einen Fünfminuten-“Slot” für ein Interview zu bekommen.

Fünf Minuten für Deep Purple: Das ist zuwenig, um die rund 50jährige Bandgeschichte durchzubesprechen und einen langen Blick in die Zukunft zu werfen, aber immer noch besser als, sagen wir: vier Minuten, in denen nicht mehr Platz hat als

– Journalist (J.): “Hello! A few days ago you released your new album ‘Now what?!’ What do you think about this CD?”

– Deep Purple-Mitglied (DPM): “Hi! I think it’s the best album we’ve ever made.”

– J.: “Even better than ‘Machine Head‘ or ‘In Rock‘”?

– DPM: “Let’s say…”

– Agentin der Plattenfirma: “Time’s over. Next journalist please.”

Aber so liefs in Ischgl natürlich nicht. Mein Brüetsch nutzte den Slot in seinem

 

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Gespräch mit Roger Glover, Don Airey und Steve Morse

optimal aus. Er unterhielt sich mit ihnen über das Jazzfestival Montreux, den Tod des Ex-DPM Jon Lord und anderes mehr, und am Ende schaffte er es sogar noch, den nebenan frühstückenden Purple-Sänger Ian Gillan dazu zu bewegen, mit ihm für ein Erinnerungsbild zu posieren.

Das wars dann auch schon, slotmässig, und ab gings zur Pressekonferenz im hundert Meter oder so weiter unten gelgenen Heliport. Um dorthin zu gelangen, musste die Journimeute durch knöcheltiefen Sulz stapfen, während die DPM mit einem Ratrac chauffiert wurden.

Die Pressekonferenz war nicht das Spannendste, was ich je erlebt habe – die Fragen drehten sich primär darum, wer von Deep Purple skifahre und ob es wohl stimme, dass Ian Gillan “Child in time” nicht mehr singe, weil die Stimmbänder nicht mehr alles mitmachen, dabei weiss inzwischen jeder auch nur randständig Musikinteressierte, dass Gillan “Child in time” seit vielen, vielen Jahren nicht mehr singt, weil die Stimmbänder nicht mehr alles mitmachen –  , doch zum Glück krachte hinter den in Reih und Glied platzierten Musikern, noch bevor es losging, die Wand mit den Sponsorenaufschriften zusammen, was für grosse Heiterkeit bei den Stars und Schreibern und für etwelche Unruhe bei den PR-Verantwortlichen dieser Veranstaltung sorgte.

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Nach dem Medientreffen gings wieder hoch ins “Alpenhaus”, wo für die Korrespondentinnen und Korrespondenten, die vor lauter Fragen und Mitschreiben und Durchvermatschtealpentschalpen inzwischen fast kollabierten, diverse Leckereien ihres Verzehrs harrten.

Gratis und franko gabs  à discrétion von diesem

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und as much as you can eat von jenem

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oder nach Herzenslust davon

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Und dann…dann gings endlich los: Nach einem Intro von mindestens Wagner’schen Dimensionen betraten Deep Purple die Bühne am Berg. Doch falls die Organisatoren des “Top of the mountain-Concerts” die Idee gehabt haben sollten, mit dem legendären Quintett auf 2300 Metern über Meer für Partystimmung zu sorgen, mussten sie alle Hoffnungen spätestens nach dem dritten Stück fahren lassen. Deep Purple improvisierten und solierten sich durch zum Teil hochkomplex angelegte Melodienlandschaften und verzichteten darauf, das grosse Hitfeuerwerk zu zünden. Von der nigelnagelneuen CD präsentierten sie lediglich “All the time in the world” und damit ausgerechnet jenen Song, den Gillan vor den Medien kurz zuvor als den “langweiligsten des ganzen Albums” abqualifiziert hatte.

Das zigtausendköpfige Publikum, das sich vorab aus operativ in Schuss gehaltenen Desperate Housewives und potenziellen Reality-Soap-Darstellern im Privatfernsehen zusammensetzte, konnte damit herzlich wenig anfangen. Die Connaisseurs echten Bluesrockschaffens hingegen kamen durchaus auf ihre Kosten.

Nach der letzten Zugabe verweilten wir nochli auf dem Berg. Dann liessen wir uns in einer 18er(!)-Gondel ins Tal tragen. Im Hotel angekommen, wussten wir auf einmal nicht mehr so recht, was wir mit der vörigen Zeit anfangen sollten. Eigentlich hatten wir ja geplant, in Ischgl zu übernachten.

Aber danach, den Rest dieses Tages in einm der vielen Halligalli-Schuppen zu verbringen, stand uns der Sinn ebensowenig wie nach ausgedehnten Mondscheinspaziergängen durchs Dorf.

Eine halbe Stunde, nachdem wir unser Viersternezimmer betreten (und, ja: gemerkt hatten, dass wir beide ein wenig Heimweh nach unseren Lieblingsmenschen) hatten, kamen wir wie von alleine zum Schluss, dass wir genausogut heimfahren, wie in Ischgl die Zeit totschlagen können. Für das Zimmer brauchten wir nichts zu bezahlen, weil wir, wie die Hotelchefin sagte, im Grunde ja gar nicht eingecheckt hatten.

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In der grossen Stadt

Gestern waren Chantal, Marion und ich in Sydney. Chantals Cousin Eric führte uns herum. Am Anfang tröpfelte es, aber es hörte wieder auf. Zuerst liefen wir eine halbe Stunde bis zum Bahnhof. Dort nahmen wir den Zug. Dann stiegen wir aus. Dann liefen wir wieder. Dann waren wir im Newtownquartier und assen Zmorge. Es gab alles. Ich hatte Eier mit Spinat und Griechenkäse und einen Long Black. Das ist ein Kaffee und nichts zum Ausschaffen.

Vor dem Zmorge waren wir übrigens in einem anderen Lokal. Es sah aus wie ein Bistro, nur ohne Franzosen. Wir sahen einen


Hund mit einem verchrügleten Gesicht.

Ich fand, den könnte man beim Chinesen um die Ecke abgeben, aber Chantal sagte, der sei herzig und sie wolle auch so einen haben. Chantal ist doof.

Nachher gingen wir auf einen Markt. Es hatte nichts Gescheites, nur Plastikzeug und Jesusse am Kreuz und Sachen, die wo die Alternativen basteln, wenn es ihnen langweilig ist, weil sie kein Haschisch mehr haben. Dann fuhren wir mit dem Bus in ein anderes Quartier, in dem wo vor allem Leute wohnen, die nicht mehr unbedingt die allerjüngsten sind und die es gerne chli ruhiger haben und in dem es


eine Bar

hat, in die Eric früher immer ging, als er noch nicht fast 28 war.

Die Leute in der Bar waren lieb. Es hatte ein Skateboard auf einem Schrank und ein Muse-Plakat an der Wand und ein Mischpult und Bilder im WC und ein Hefli mit einer Ironmaidenreklame. Die Eingeborenen hörten Musik von einer Band, die heisst “The Nations” und ich dachte, die muss ich haben, unbedingt. Die anderen tranken Bier und ich Cola Zero. Dann spazierten wir langelange bis zur Uni und noch weiter und sahen

im Park

eine tote Fledermaus am Boden. Ich glaube, ihr Pfeifsystem war kaputt, drum flog sie zackbumm voll in den Baum und fertig.

Dann liefen wir weiter und als ich schon glaubte, am Stadtrand von Burgdorf zu sein, sagte Eric zu mir, ich müsse mal schauen, hier sei das Paradies. Aber es war gar nicht das Paradies, nur ein megagigagrosses Massaschezenter mit Happy ending und allem. Chantal sagte, gang nur, aber ich ging nicht.

Auf einem anderen Markt hatte es viele Chinesen und Asiaten und auch Australier. Chantal kaufte mir ein frauenfeindliches Tiischi. Chantal ist überhaupt nicht doof. Dann liefen wir in die Kings Road. Eric sagte, dass hier immer Schwule und Lesben wohnen, doch ich hatte eigentlich überhaupt gar keine Angst. Wir gingen in einen Musikladen, der “The National” hatte und ich kaufte sie auf der Stelle. Leider habe ich hier keinen CD-Player, nur den iPod und das iPhone und das iPad mit 64 Giga.

Am späteren Nachmittag schauten wir in einem


Teeladen

vorbei und spazierten in eine andere Bar und dann in die Beiz, in der


Eric arbeitet.

Sie heisst “Bloodwood”, was mir irgendwie sehr gefällt. Dort kamen wir scharfe Drinks mit Ingwer und Kraschteis drin über. Am Ende assen wir in einem afrikanischen Restaurant afrikanisches Essen. Es war superduper! Zum Dessert gingen wir in ein hippes Restaurant mit uuuufeinen Schoggikuchen und lebendigen Tieren an den Wänden. Eric sagte, das ist überall so, wegen dem Meer. Dann liefen wir zum Bahnhof und fuhren von der Innenstadt nach Strathfield. Dort nahmen wir ein Taxi, das wo uns nach Hause brachte.

(Die meisten Bilder hat Chantal geschossen.)