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Schleimer, Scharwenzler und ein Schlitzohr

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Doch, doch: Im Emmental wird allen Überschwemmungen und Hangrutschen zum Trotz noch herzhaft gelacht. Grund dazu bietet “Hansjoggeli, der Erbvetter” auf der Moosegg, auf 1000 Metern über Meer – und damit fernab vom Katastrophengebiet.

Mit seiner Adaption des Stücks von Jeremias Gotthelf trifft Regisseur Peter Leu die Humornerven des Publikums auf den Punkt, obwohl die Handlung – wie so oft bei Gotthelf – an sich eine traurige ist: Das Leben des kinderlosen Hansjoggeli neigt sich dem Ende zu. Die Verwandtschaft des ebenso gmögigen wie schlitzohrigen und mutmasslich vermögenden Alten kann es kaum erwarten, dass er seine Augen für immer schliesst.

Mit mehr oder weniger gut getarnten Schmeicheleien, Scharwenzeleien und Schleimereien versuchen Hansjoggelis Verwandte, sich auf dem Nidlebode im Kampf um einen möglichst grossen Brocken der Hinterlassenschaft eine optimale Ausgangslage zu verschaffen. Manche versuchen ihr Glück heuchelnd anteilnehmend, andere schiessen aus dem Hinterhalt mit in Gier und Neid getränkten Giftpfeilen auf die Konkurrenz.

Am Ende kommt naturgemäss alles anders, als man denkt (oder vielmehr: genauso, wie mans von Anfang an erwartet hat), und für die Ehrlichen und Guten auf dem Gehöft ist die Welt wieder in Ordnung. Alle anderen stapfen, zumindest um eine Lektion fürs Leben reicher geworden, frustriert in die Tannen von dannen.

“Ein rasantes, kurzweiliges Stück mit viel Witz und Tiefgang”, sei die 18. Inszenierung des Freilichttheaters Moosegg, lobte die Berner Zeitung. “Die bodenständige Sprache und der lebhafte Einsatz der Schauspielerinnen und Schauspieler schmücken das imposante Bühnenstück mit Lebensweisheiten, die das Herz berühren”, befand die Wochenzeitung für das Emmental und Entlebuch nach der Premiere.

“Hansjoggeli, der Erbvetter” wird noch bis am 23. August gespielt. Für weitere Infos und Tickets gehts hier entlang.

Published inHeimischesKulturelles

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