Für, Burgdorf etwas bewirken

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Ende November möchte Cornelia Weber – wie auch Francesco Rappa und Stefan Berger – zum neuen Stadtoberhaupt von Burgdorf gewählt werden. Sie wolle “etwas für Burgdorf” bewirken, sagte die frühere Leiterin des Schweizerischen Zentrums für Volkskultur an einem Podiumsgespräch der Berner Zeitung.

Was genau sie bewirken möchte, liess sie offen. Wenn ich das riesengrosse Plakat betrachte, mit dem sie vor der alten Hauptpost, auf dem Kronenplatz und auf der Gebrüder-Schnell-Terrasse für sich wirbt, gehe ich aber davon auf, dass ihre erste Amtshandlung darin bestehen würde, die Kommaregeln abzuschaffen.

Morde am Laufmeter

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Kaum sind die letzten Burgdorfer Krimitage vor zwei Jahren zu Ende gegangen, steht schon die nächste Auflage dieses Festivals vor der Türe. Nach dem Motto “Mord auf Verlangen” verwandelt sich das Burgdorfer Steinhofquartier vom 29. Oktober bis am 6. November in ein Revier des Bösen.

Ich bin insofern Mittäter, als ich am Sonntag, 29. Oktober, einen Talk mit Hansjörg Schneider führe, der für seine “Kommissar Hunkeler”-Reihe mit dem ersten Ehrenpreis der Krimitage ausgezeichnet wird. Anschliessend moderiere ich am frühen Nachmittag und am Abend ein “Hunkeler”-Hörspiel im Salonwagen.

Alle weiteren Infos zu den Krimitagen gibts hier.

Vor-bildlich

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Auf dem Burgdorfer Kronenplatz waren heute Morgen zum ersten Mal die Plakate für die Gemeindewahlen von Ende November zu sehen. Ich fotografierte die Ständerreihe und stellte die Aufnahme auf meine Facebook-Seite (siehe oben).

Wenig später machte Francesco Rappa, der Stapi-Kandidat der Bürgerlichen, seine Facebook-Freundinnen und -Freunde auf die Affichen aufmerksam. Dazu benutzte er ein Bild, das mir irgendwie bekannt vorkam:

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Das zweite Déja-vu folgte unmittelbar danach, bei einem Blick auf die Facebook-Seite von Stefan Berger, der für Rot-Grün-Mitte um den freiwerdenden Stapi-Sitz kämpft:

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Himmeltrauriger Hinterwälder

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(Bild: Von der Seite “Funbible” ab Facebook geklaut)

Über 4000 Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen seit letztem Samstag, dass ich zur Veganerbewegung ein…nunja…chli ambivalentes Verhältnis pflege.

An jenem Abend berichtete ich von meinem Besuch an der Vegan-Sonderschau an der Gourmesse in Zürich.

Ich notierte, was ich gesehen hatte, verwies auf Experten, welche hinter all die Jubelmeldungen über diesen Boom – laut dem Branchenportal Vebu wurden im Jahr 2014 mit pflanzlichen Nahrungsmitteln allein in Deutschland über 100 Millionen Euro umgesetzt – das eine und andere Fragezeichen setzen und und reicherte den Text mit ein paar persönlichen Bemerkungen an, die man ernstnehmen konnte oder auch nicht.

Überraschend viele Besucherinnen und Besucher dieser Plattform nahmen den Artikel dermassen ernst, dass sie sich schnurstracks an ihre Compis setzten, um mir – durchs Band weg anonym, versteht sich; alles andere hätte mich nach den Erfahrungen, die ich im Zusammenhang mit anderen Beiträgen schon machen durfte, auch überrascht – ihre Meinungen kundzutun.

Dank “Tschip” weiss ich jetzt, dass ich von gesunder Ernährung und einer nachhaltigen Lebensweise “keine Ahnung” habe. Für “Johnboy” bin ich “ein “totaler Ignorant” und für Baggsfiss ein “Hinterwäldler”. “Marylu” sieht in mir einen “himmeltraurigen Zyniker”, “Andi” taxiert mich als “Tierhasser” “Fama” nennt mich “sorry, ein Riesenarschloch”, das sich “vermutlich unter einem Vorwand (Schurniausweis?!?) gratis an die Messe geschlichen hat, um uns fertigzumachen” (dazu nur soviel: Selbstverständlich habe ich die 20 Franken Eintritt artig entrichtet. Ich ging ja nicht bloss wegen der Veganer ins Kongresshaus).

Leute wie ich sind laut emerald80 “geistig im 16. Jahrhundert stehengeblieben”, in den Augen irgendeines Peters “ethisch einfach abartig” und laut Baggsfisszwo “mit dafür verantwortlich, dass unsere Erde dem Abgrund zusteuert”.

Die Hoffnung darauf, dass Fleischfresser meines Schlages die Kurve zum rechten Weg doch noch erwischen, ist laut mehreren Schreiberinnen und Schreibern verschwindend klein. “Ihnen ist nicht zu helfen”, ferndiagnostiziert ein “Kurt”. “Leila” sekundiert, bei mir sei “Hopfen und Malz verloren” (sie kann ja nicht ahnen, wie recht sie damit hat), und ein “Phil” wünscht mir, “dass Sie nur einmal eine Stunde lang erleben müssen, was Menschen Tieren antun”.

Eine Frau konstatierte: “Die Veganer mögen auch ihre Fehler haben. Besser als eine ausbeuterische Massentierhaltung ist Veganismus allemal”. Das war der – meiner unmassgeblichen Ansicht nach – mit Abstand konstruktivste Beitrag zum Thema.

Sinnigerweise stammte er von der einzigen Leserbriefschreiberin, die mit ihrem richtigen Namen zu ihrer Kritik stehen konnte.