Meine Hausbank

Die ersten 25 Jahre meines Lebens verbrachte ich am Hallwilersee. Es war eine sehr, sehr glückliche Zeit. Als der Verkehrs- und Kulturverein Beinwil am See Göttis und Gotten für die Bänkli an dessen Ufer suchte, brauchte ich deshalb nicht lange darüber nachzudenken, ob ich zusagen soll.

Für jene, die den Platz einmal aufsuchen möchten: er befindet sich hier

Astrein

Auf sämtlichen Bahnen der Burgdorfer Minigolfanlage ist mir schon ein As gelungen – nur auf der 7 nicht. Zwei Punkte waren beim Weitschlag bisher das höchste der Gefühle.

Dasselbe gilt für meine meine Kollegin Tanja S.

Gestern drehten wir wieder einmal eine Runde miteinander. Irgendwann kamen wir bei der ominösen Bahn an. Tanja legte den Ball auf den Tee, holte aus und schlug ihn durch das Absperrgitter über den grünen Rasen in den Endkreis. Dort rollte er von einem Rand zum anderen, immer langsamer zurück in die Mitte…und versank im Loch.

Mehr im Witz sagte ich zu Tanja, “dann mache ich das halt auch”. Ich legte den Ball auf den Tee, hole aus und schlug ihn durch das Absperrgitter über den grünen Rasen in den Endkreis. Dort rollte er von einem Rand zum anderen, immer langsamer zurück in die Mitte…und versank im Loch.

Unbekannte Bekannte

Jetzt mal ehrlich: Kennt jemand mehr als zehn Interpretinnen, Interpreten und Bands auf der neusten “Bravo Hits”? Bei mir sinds deren acht. Zwei davon sind mir nur vom Lesen her viertelwegs ein Begriff. An einen dritten Namen erinnere ich mich, weil an der Kasse eines Getränkemarktes in Ostaustralien ein grosses Trinkgeldglas stand,

das laut dem Verkäufer jeden Abend bis unter den Deckel mit Münz gefüllt war.

Damit bleiben noch fünf. Wer herausfindet, welche, darf sich gratis ein youtube-Video von P!nk, Rag’n’Bone Man, Robin Schulz, Miley Cirus oder den Imagine Dragons reinziehen.

Leben light

Manchmal, wenn ich, wie vorhin auf einer Facebookseite des Dorfes, in dem ich aufwuchs, über einen Artikel aus der Frühphase meiner journalistischen Laufbahn stolpere, denke ich zurück an die Zeiten, in denen alles möglich war (oder zumindest schien) und in denen sich das Dasein so fluffig und leicht anfühlte wie ein Marshmellow, doch meist tue ich das nicht melancholisch-wehmütig, sondern voller Dankbarkeit im Wissen darum, dass die Leute, die heute so jung sind wie ich damals war, mit ungleich viel mehr Ängsten und Einschränkungen leben müssen und die möglicherweise nie ein Openair erleben dürfen wie jenes in Arbon im an Wundern auch sonst reichen Jahr 1987 (DDR-Staatschef Erich Honecker besuchte damals erstmals die Bundesrepublik Deutschland, Thomas Gottschalk feierte seine Premiere als “Wetten, dass…”-Moderator), in dem es kein Corona gab und keine Klimakatastrophe und keine internetten Hassbotschaften und das ewig hätte so weitergehen können, nur: dann hätten unzählige Menschen nie gemerkt, wie es sich anfühlt, wenn das Glück mal fehlt und verlernt, es wahrzunehmen und zu geniessen, und langfristig wäre das wohl ziemlich viel schlimmer gewesen als die Tatsache, dass die Wild Hearts bei ihrem grössten Auftritt ever nur eine Zugabe spielen durften.

Streng nach Vorschrift

“Ist dies schon Wahnsinn,
so hat es doch Methode.”


(William Shakespeare)

Einerseits wollte ich den Mietvertrag für meine Wohnung auf Ende Juli auflösen. Andererseits war es mir nicht möglich, das von Gran Canaria aus mit einem eingeschriebenen Brief zu tun. Deshalb schickte ich der Verwaltung am 21. April eine Mail

mit dieser Beilage

Dazu ist zu sagen: Ich war sozäge der perfekte Mieter. Ich zahlte pünktlich, meckerte nie, machte nichts kaputt und lieferte den Nachbarn null Anlässe zu Klagen. Deshalb ging ich davon aus, dass die Verwaltung die Kündigung akzeptieren würde, auch wenn ich sie nicht zu hundert Prozent comme il faut eingereicht hatte.

Aber oha:

Auch ohne “Eingeschriebenen” hatte die Verwaltung also rechtzeitig erfahren, dass ich Ende Juli ausziehen möchte. Mehr brauchte sie nach meinem laienhaften juristischen Verständnis nicht zu wissen, um den Vertrag auf dann zu beenden. Der gesunde Menschenverstand würde dieser Einschätzung möglicherweise zustimmen.

Die Vermieterin meiner neuen Wohnung scheint ebenfalls an alten Zöpfen zu hängen. Ihr mailte ich den (blitzblanken) Auszug aus meinem Betreibungsregister. Daraufhin forderte sie – in einem Brief – das Originaldokument an. Gleichzeitig liess sie mich wissen, dass die Wohnung wieder ausgeschrieben würde, wenn das Original nicht exakt mit der elektronisch übermittelten Fassung übereinstimmen würde.

Ich wusste nicht, was sie mit “Original” meinte, und fragte halb ernsthaft zurück, ob ihr mit einem Ausdruck des bereits gemailten Auszugs gedient wäre.

Die Antwort überraschte mich nur mässig.