Willkommen auf der Szenerie!

In den letzten Tagen war es hier chli ruhiger als auch schon, weil ich noch anderweitig zu tun hatte.

Und jetzt steht er, der Blog für die Szenerie Burgdorf; ich habe die Freude und Ehre, im neuen Burgdorfer Theaterverein als Vorstandsmitglied und Webmaster mitzuwirken.

Wenn ihr zwischendurch nachschaut, wies dem jüngsten Kind in der Blogosphäre (und, vor allem: in der Theaterlandschaft) so geht, freut mich und meine Kollegen von der Szenerie das sehr. Anregungen und Kritiken nehme ich hier wie dort gerne entgegen.

Immer dieses Wetter vor den Konzerten

 
Was möchte der Musikliebhaber, der ein Konzert gesehen – oder verpasst – hat, von den Kritikerinnen und Kritikern nachher wissen?

Welche Songs die Band spielte? Wie lange sie auf der Bühne stand? Ob sie beim 84. Auftritt ihrer Tournee noch einigermassen frisch wirkte? Ob der Sänger auf das Publikum einging? Welche Stimmung in der Halle oder auf der Wiese herrschte?

Alles falsch. Das Onlineportal swissmusicdiary weiss – der Fan will vor allem eines: Den Wetterbericht.

Und zwar nicht erst in der Mitte oder am Ende des Artikels oder in einem Nebensatz versteckt, sondern ganz am Anfang.

Beispiele gefällig? Bitte sehr:

– „Brienz begrüsst uns mit strahlendem Sonnenschein.“

–  „Das Festival am Zürichsee scheint regenerprobt zu sein.“

– “Die Sonne brennt, es ist nicht mehr wirklich angenehm im Schlafsack – also aufstehen, frühstücken, abbauen, alles im Auto verstauen und gemütlich auf das Gelände schlendern…”

– “Kurz vor dem Schmelzpunkt lassen wir den heissen Sommertag draussen und begeben uns in das Kaufleuten.”

– “Ein lauer Frühlingsabend geht seinem Ende entgegen…”

–  „Warm scheint sie vom Himmel, die Frühlingssonne an diesem Oster Vorabend, welcher das lange Weekend einläutet.“

–  „Bei der Hinfahrt ans Openair Hochybrig denke ich mir, wenn es einer schafft, den Regen zu vertreiben und die Wärme zu bringen – dann er!“

–  „Die Wintersonne wärmt den Rücken und inmitten der verschneiten Bergen tönt es von der Bühne auf dem Höhenweg in Interlaken: „Achtung, Fertig, Los – Hie isch de Bär los!“.“

–  „Strahlend blauer Himmel und die Aussicht auf gute Konzerte – Was könnte einem da die Stimmung noch verderben…“

–  „Der Winter vermiest mir lange Auto Fahrten, daher geniesse ich es sehr, wenn die gute Musik zu mir kommt.“

– „Unser Zelt steht, die Regenpause ist vorbei.“

–  „Wieder ein heisser Sommertag – und wieder ein heisses Konzert am Abend.“

–  „Während die Schweiz im Schnee versinkt, machen sich an der Wärme im Ventil drei sehr lustige Menschen auf die Suche nach den verlorenen Geschenken.“

–  „Das Publikum verzieht sich vom Regen und tröpfelt in das Zelt.“

–  „Irgendwann im Verlaufe von diesem nebligen, regnerischen Samstagnachmittag …“

–  „Nach einer ziemlich kalten Nacht starte ich den Tag mit Lieblingsmusik.“

–  „Der Schnee taut, die ersten Blumen färben die Wiesen, die Tage werden länger und Sonnenstrahlen erfreuen unser Gemüt. Es ist Frühling!“

–  „Beim aufstehen am Samstagmorgen denke ich, oho Schnee und ich will heute wiedermal durch die halbe Schweiz fahren.“

–  „Das aus dem warmen Schlafsack kriechen wird bei Regen definitiv zur Qual!“

– „Da das Seewasser noch nicht die angenehme Badetemperatur erreicht hat, entscheide ich mich, den Samstagabend indoor – mit Trummer & Nadja Stoller zu verbringen.“

Eigentlich wollte ich – mit Blick auf die gerade angelaufene Openair-Saison – ein paar Schweizer Musik-Websites vergleichen. Wie haben sich die Pionierinnen und Pioniere von trespass.ch entwickelt? Was bietet musiclinx.ch? Was dürfen die Besucherinnen und Besucher der Schweizer Musikdatenbank erwarten?

Dann knöpfte ich mir zum Einstieg ausgerechnet den “Schweizer Konzertkalender” vor. So nennt sich das von Hobbyschreiberinnen, -schreibern und -fotografen betriebene und von Konzertveranstaltern mitgesponserte Portal auf Deutsch.

Spätestens beim Hinweis auf die Seewassertemperatur (Oho: Schnee?) war mir die Lust auf das Rating vergangen, bevor ich richtig losgelegt hatte. Ich fand, so eine Gegenüberstellung wäre irgendwie unfair. Gegenüber swissmusicdiary, gegenüber den Kritikern auf andern Online-Kanälen – und, vor allem: gegenüber den professionellen Anbietern von Meteo-Seiten.

Vielleicht nehme ich später einen zweiten Anlauf.

Doch das hängt ganz vom Wetter ab.

 

Wünsche haben die jungen Leute

Irgendwie kann ich mir bildlich vorstellen, wie das lief gestern, als mein Göttibueb Marius  und sein Brütsch Oliver darüber werweissten, wie sie zu neuen CDs und einer DVD kommen könnten, ohne ihre Sackgeldbestände plündern zu müssen.

Die beiden waren sich wohl schnell einig, dass man sich mit einem solchen Anliegen am besten an Mutters älteren Bruder wendet: schliesslich hat der in seinem Compi mehr Musik gespeichert als alle anderen Leute auf der ganzen Welt zusammen.

Die Frage war nur: Wer fragt ihn?

Am Ende dürfte der Zehnjährige den Achtjährigen davon überzeugt haben, dass derlei Missionen naturgemäss in den Aufgabenbereich von kleinen Brüdern fallen. Also griff Oliver zum Handy seiner Mutter. um die Bestellung durchzugeben.

Aber ganz so einfach mochte ich es den jungen Herren nicht machen:

Jetzt, wo alles geklärt ist, prene ich das Gewünschte natürlich mit Freuden fom Compi.

Und wer weiss: Vielleicht denke ich, während die CDs heruntergeladen werden, noch kurz über die Finanzierung nach.

Bsüechli

Gedankenverloren und mit der Musik von Suzanne Vega in den Ohren, stand ich am Kochherd. als mich auf einmal das Gefühl beschlich, nicht alleine in der Wohnung zu sein.

Und siehe da: Schräg über mir, auf dem Wok-Stiel, sass ein junger Vogel. Mit schiefgelegtem Köpfchen beobachtete er, was unter ihm vor sich ging.

Wie lange er schon da höckelte, wusste ich nicht. Ich öffnete zwei Fenster sperrangelweit und täppelte vorsichtig wie ein Indianer auf dem Kriegspfad zurück in die Küche. Mein kleiner Gast hob ab zu einem Erkundungsflug. Erst setzte er sich auf den Balken beim Eingang. Dann schwirrte er um den Compi, stieg hoch, warf einen Blick ins Schlafzimmer, liess sich wieder sinken, drehte eine Runde ums Sofa und liess sich schliesslich – etwas ausser Puste geraten, wie mir schien – auf dem Tisch nieder.

In dem Moment, als ich ihm schonend beibringen wollte, dass ich in einer halben Stunde tatsächlich eingeladenen Besuch erwarte und ihn deshalb bitte, sich langsam zu verziehen, stiess er einen Pfiff aus, fräste noch einmal um die Lampe – und schwirrte ins Freie.