Gut gegrillt, Leu!

Ein totes Rind, einige ebenfalls nicht mehr lebende Hühner, ein paar Sösseli, Chips, Wasabinüsse, chüschtiges Brot, in Öl eingelgte Auberginen, mit Käse gefüllte Peperoncini, grüne und schwarze Oliven, Wein, Orangensaft, Mineralwasser, geröstete Maiskörner, Erdbeeren, Rahm, Biquits, jede Menge Geschirr und Besteck und Gläser, Salzstangen, ein Wüscherli und ein Schüfeli, einen riesigen Grill, einen ganzen Nachmittag Zeit für die Vorbereitungen plus ein paar Tage vorher die Idee, an grob geschätzte 4274 Leute eine Einladung zum Essen zu verschicken und die ersten paar, die sich anmelden, kulinarisch nach Strick und Faden zu verwöhnen: Mehr brauchten Peter Leu und seine Edith nicht, um acht Menschen in Muri einen wun-der-schönen Sonntagabend zu bescheren.

An die ganz Schlauen

Zur Info für investigative Kolleginnen und Kollegen bei einschlägig interessierten Medien: Weder auf diesem Blog noch auf meinem Facebook-Profil gibt es Bilder von Judiths und Urs’ Hochzeit zu klauen sehen oder Informationen über das Fest herauszukopieren zu lesen.

Das Brautpaar und die Trauzeugen wünschen das so. Ich komme dieser Bitte – wie alle anderen Gäste sicher auch – gerne nach.

Also: Spart euch die Mühe, fahrt eure Compis einfach mal abe – und macht euch ebenfalls einen wunderschönen Tag!

Landesverteidigung nach dem Giesskannenprinzip

Nichts Böses ahnend, sitzt man im Garten an der Sonne und liest ein Buch – und auf einmal glaubt man, aus dem Augenwinkel eine Bewegung in genau dem Beetli wahrgenommen zu haben, das der Schatz vor einer Woche liebevoll und hoffungsfroh angepflanzt hat und das man seither jeden Tag giesst und hätschelt und hegt und pflegt, weshalb man das Buch widerwillig zu Seite legt und sich aus dem Stuhl hochrappelt und zum Beetli geht und alsbald eines Schattens unter dem Vlies gewahr wird, der da eindeutig nicht hingehört, und als man das Vlies chli anhebt, entdeckt man darunter:

Nachbars Katze, die man so lange vermisst hatte, aber jetzt, in diesem Moment, denkt man: “Tamisiech. Mitten in die neue Saat!” und zischt dem Viech zu, es soll verschwinden, worauf die Katze andeutungsweise die Ohren spitzt und sich dann mit aller Coolheit, die Katzen eigen ist, zur Seite legt und tut, als ob sie schlafen würde:

Also beugt man sich zur Katze hinunter, packt sie am Kragen, wird kräblet, holt die Spritzkanne, stellt sich über das schon wieder lässig daliegende Tier und spritzt es mit einem Grinsen im Gesicht, um das einen

Jack Nickolson

beneiden würde, nass.

Jetzt klappts: Wie vom Affen gebissen, rast die Katze zum Ausgang, über die Strasse und von dort zum nächstbesten Baum. Dort setzt sie sich hin und guckt mit funkelnden Augen und unablässig auf den Boden klopfendem Schwanz hinüber zum Beetli, in dems gerade noch so gemütlich gewesen war.

Ich ahne, was sie denkt: “Morgen”, denkt sie, “ist ein neuer Tag. Und du kannst nicht die ganze Zeit in deinem Stuhl sitzen und mein Beetli beobachten.”

Wo sie Recht hat, hat sie Recht.