Articles with Szenerie Burgdorf

In der Klemme

bildschirmfoto-2016-09-22-um-01-48-01

Da muss nicht nur „Fäustchen“ über die Bücher: Trotz grosser Anstrengungen ist es „meinem“ Theaterverein, der Szenerie Burgdorf, an der Hauptversammlung nicht gelungen, die Posten des Präsidenten, des Webmasters und der Sekretärin neu zu besetzen.

Trotzdem möchte die Szenerie auf der Bühne weiterhin Geschichten aus der Geschichte erzählen. In Gesprächen mit theaterbegeisterten Leuten und mit einem Brief an seine rund 70 Mitglieder versucht der Verein nun, die Lücken im Vorstand und im Organisationskomitee zu füllen. „Falls uns dies bis zu unserer ausserordentlichen HV Mitte November nicht gelingt, ist die Zukunft unseres Vereins ernsthaft in Frage gestellt“, heisst es in einem Schreiben an die Sympathisantinnen und Sympathisanten.

Interessentinnen und Interessenten können sich gerne in den Kommentaren oder bei mir (hofstetter.hannes@gmail.com) melden.

Alles OK

FullSizeRenderWer die Panama Papers aufmerksam durchgelesen hat, weiss Bescheid. Für die anderen seis hier enthüllt: Der Präsident des Theatervereins Szenerie Burgdorf ist alle zwei Jahre auch OK-Chef der neusten Aufführung.

Das letzte Mal, als ich diese Doppelfunktion auszuüben die Ehre hatte, spielten wir 2014 in einem Landgasthaus „Schiffmann“. Infrastrukturell standen wir damals nicht vor übertrieben grossen Herausforderungen: In der Beiz waren Sitzplätze naturgemäss ebenso schon vorhanden wie getrennte WCs, eine Küche und ein Raum zum Umziehen.

Also konnte ich mich darauf beschränken, die eine und andere Sitzung einzuberufen, die OK-Gspändli hin und wieder zu fragen, wies läuft, und dem Lokalradio ein Wochen im Voraus arrangiertes Spontaninterview zu geben.

Nun, bei „Fäustchen“, ist alles anders. Dieses Stück führen wir – wie schon „Die Franzosenkrankheit“ – im Burgdorfer Siechenhaus auf, und deshalb haben wir damit einen Siech voll zu tun.

Um den potenziell achthundert Gästen ein kulturell-kulinarisches Rundumwohlfühlprogramm bieten zu können, benötigen wir ein grosses Zelt und Ghüderchübel und eine Bar und eine Bühne und eine Tribüne und Wolldecken und Land für die Autos und Apérotischli und einen Parkdienst und jemanden, der nach jeder Vorführung die Toiletten fegt und extern fabrizierte Sandwiches und einen Ofen und eine Kafimaschine und Bewilligungen und Hinweistafeln und einen Fernseher und eine Zapfvorrichtung für das extra für uns gebraute Bier und weiss der Gugger was noch, und bis das alles eingefädelt und verschraubt und angeschlossen ist: Heiterefahne!

Ständig klingelt das Telefon und bimmelts im Mailfach, und immer ist es schampar dringend, und wenns zur Abwechslung einmal nicht so pressiert, wäre der Anrufer oder die Schreibende doch cheibe froh, wenn die Sache wenigstens bis gestern abgehakt werden könnte.

Inzwischen ist das Gröbste zwar erledigt. An einen lockeren Endspurt ist in unserem Gremium trotzdem nicht zu denken, im Gegenteil: Mit frustrierender Hartnäckigkeit kommt jetzt – gerne mitten in der Nacht – die ekligste aller Fragen aus ihrem finsteren Loch gekrochen: Was haben wir vergessen?

„Nichts“, murmelt beruhigend der Verstand. „Ihr macht das ja nicht zum ersten Mal. Und inzwischen habt ihr diesen ‚Fäustchen‘ so oft miteinander durekätschet, dass die Wahrscheinlichkeit, last minute etwas zu vercheiben, gleich Null ist.“

„Das wirst du genau dann sehen, wenn dus brauchen würdest“, höhnt das vor Aufregung laut pochend‘ Herz, und setzt nach „würdest“ für zwei, drei Schläge aus. „Stell dir zum Beispiel vor, es ist Premiere, und alle Gäste stehen erwartungsvoll herum, und in dem Moment, in dem es losgehen soll…“

„…halt die Klappe!“, knurre ich, und versuche, wieder einzuschlafen.

Aber natürlich wird daraus nichts (was allerdings auch mit dem Hund zu tun hat, der draussen dringende Geschäfte erledigen möchte), und selbstverständlich verbringe ich die Zeit bis zum Morgengrauen dann primär damit, sämtliche Abläufe noch einmal bis zum letzten Eventualitätchen durchzugehen.

Nur: Das ganze Daranherumhirnen bringt ja nichts.

Der 4. Mai kommt, unabhängig davon, ob wir an alles gedacht haben, und am Abend dieses Tages, um 19 Uhr, trudeln die Besucherinnen und Besucher beim „Siecheli“ ein, und falls sich dann tatsächlich herausstellen sollte, dass etwas fehlt oder klemmt oder überhaupt nicht funktioniert, dann ist das halt so; dann müssen wir eben chli improvisieren, doch deshalb wird unsere kleine Theaterwelt schon nicht untergehen.

Auch im Leben von „Fäustchen“ lief schliesslich nicht alles wie von ihm gedacht. Auch er konnte, so klug er auch war, unmöglich alles voraussehen und planen, und trotzdem – oder gerade deshalb – entwickelte er sich zu einem überaus gefreuten Zeitgenossen.

Infos und Tickets gibts unter www.szenerie.ch

Nachtrag: Der Aufwand hat sich gelohnt. Die BZ lobt unser neues Stück in den höchsten Tönen.

Bildschirmfoto 2016-05-06 um 07.44.22

Fäustchen fliegt aus

Bildschirmfoto 2016-03-14 um 22.13.42

Bildschirmfoto 2016-03-14 um 22.13.56

Der kleine Bruder des grossen „Faust“ kommt Burgdorf immer näher: Ab morgen wird der Flyer (siehe Bilder) zur neusten Aufführung der Szenerie Burgdorf in und um Burgdorf verteilt.

Ebenfalls morgen beginnt der Vorverkauf in der Buchhandlung am Kronenplatz (034 422 21 75) und im Tourist Office im „Milano Nord“ (034 402 42 52).

Weitere Infos: www.szenerie.ch

Nachtrag: Pünktlich zum meteorologischen Frühlingsbeginn hängt vor „unserem“ Haus das erste Werbeplakat. Es ist, wie ein Blick an den unteren rechten Bildrand zeigt, schon zu einem beliebten Fotosujet avanciert:

1914639_1012668162115099_8445311902862878454_n

Regisseur Zufall

landtmann-10

Heute Morgen stand ich vor dem Café Landtmann in Wien. Während ich das darüber hängende Schild des Theaters „Die neue Tribüne“ betrachtete, dachte ich darüber nach, was wohl „meine“ Leute von der Szenerie Burgdorf zuhause so treiben; wie sie mit ihrem Regisseur Patrick Sommer beim Proben für unsere neue Inszenierung „Fäustchen“ vorankommen.

Als ich den Blick wieder geradeaus richtete, setzte mein Herzschlag für einen kurzen Moment aus: vor mir stand Patrick Sommer mit seiner Freundin Pascale Rickli.

Schiffmann ist abgetaucht

Schiffmann ist abgetaucht

10177366_702513666463885_4493884559586212164_n

Eine halbe Stunde, nachdem ich dieses Bild geschossen habe, waren fast alle Stühle besetzt. 70 weitere Minuten später verneigten sich die „Schiffmann“-Schauspielerinnen und Schauspieler der Szenerie Burgdorf zum letzten Mal vor ihrem Publikum.

Mehrere hundert Gäste sind im Salon des weitgereisten Burgdorfer Kaufmanns an den letzten zwei Wochenenden Zeugen von allerlei amourösen Irrungen und Wirrungen geworden. Nun ist auch diese Geschichte aus der Geschichte fertigerzählt. Die Echos der Zuschauerinnen und Zuschauer fielen erfreut bis begeistert aus.

Burgdorfs Stadtpräsidentin

64a2c19fe8

Elisabeth Zäch

schrieb uns: „Ich habe diese ganz besondere Schiffmann-Biografie mit Interesse mitverfolgt. Gefreut hat mich der originelle Ansatz des Stücks, der gelungene Auftritt der Schauspielerinnen und Schauspieler und die liebevolle, mit vielen Details versehene Regie. Ich wurde bestens unterhalten und ging gut gelaunt nach Hause. Ich bin gespannt auf euren nächsten Streich, wünsche euch jetzt aber erst Mal gute Erholung von all dem Stress vor und hinter den Kulissen. Geniesst die Frühlings- und die Sommertage und lasst es euch gut gehen.“

Das machen wir gerne. Und freuen uns schon heute darauf, in zwei Jahren mit einer neuen Produktion ein bisschen zur kulturellen Vielfalt in Burgdorf und im Emmental beitragen zu dürfen.