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Ganz easy

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Stephan Eicher war schon da und Hanery Amman auch und Hank Shizzoe und Sina und Les Trois Suisses und Stiller Has und Gustav und einmal sogar eine Bundespräsidentin und so weiter, und so fort. Gestern Abend fügten die Berner „Halunke“ der funkelnden Kette von denkwürdigen Veranstaltungen im Kulturhof Schloss Köniz eine weitere Perle hinzu. Sie tauften in dem heimeligen Lokal vor einem rundum begeisterten Publikum ihre neue CD „Easy“.

Ob handyfilmender Teenager oder andächtig lauschender Oldie: dem Lausebubencharme  der mal tiefgründigen, mal von Romantik durchtränkten und mal auch nur witzigen Songs der Berner Hip-Popper konnte – und wollte natürlich – sich (auch) an diesem Gig niemand entziehen.

Die bestens aufgelegte Band um Komponist, Sänger, Gitarrist, Texter und Produzent Christian Häni spielte sich tiptopp aufeinander abgestimmt durch das Repertoire ihrer vier Alben („Souerei“, „Houston, we are ok“, „Grammophon“ und „Easy“) und zündete mit „Vor Hand ids Muul“, „Me Meer“, „Nidohnidi“, „Gar ke Zyt“ ,“Guatemala“, „100 Millionewatt“, und dem aktuellen Gassenhauser „Schiffbruch“ ein zweistündiges Hitfeuerwerk, das erfreulicherweise nicht einfach im verregneten Nachthimmel verpuffte, sondern von SRF3 auch für all jene konserviert wurde, die in Köniz nicht live mit von der Partie sein konnten; wie zum Beispiel Büne Huber.

Der Kopf von Patent Ochsner hat den Halunke bei „Schiffbruch“ chli unter die Arme gegriffen und damit möglicherweise einen nicht geringen Anteil daran, dass die Single von den Radiostationen landauf und -ab regelmässig gespielt wird.

Huber war mit seiner Hausband gestern anderswo beschäftigt, aber irgendwie…irgendwie fehlte er trotzdem kein bisschen, und das wiederum sagt einiges darüber aus, auf welch hohem Level die Halunke sich mit spielerischer Leichtigkeit – oder eben: ganz easy – inzwischen bewegen.

 

(Nachtrag: Das komplette Konzert kann hier nacherlebt werden.)

 

Kleine Entführung

Kleine Entführung

Nach der Taufe in der Rostocker Marienkirche standen die Grossen draussen beisammen und redeten und redeten und redeten über Sachen, die kleine Menschen nicht verstehen. Evelyne, das Gottenkind von Chantal, hatte gerade anderthalb Stunden schweigend stillsitzen und einem fremden, schwarzen Mann zuhören müssen, der ihr am Ende auch noch Wasser über den Kopf goss. Jetzt, wo alles vorbei war, fand sie, es müsse etwas gehen. Sie nahm mich bei der Hand und spazierte los. Wohin sie wollte, wusste ich nicht. Dass Chantal die Entführung im Bild festhalten würde, wusste Evelyne nicht. Für sie zählte nur: Heute war ihr Tag. Also durfte sie bestimmen, was läuft. Und wer mit ihr wohin.