Da muss nicht nur “Fäustchen” über die Bücher: Trotz grosser Anstrengungen ist es “meinem” Theaterverein, der Szenerie Burgdorf, an der Hauptversammlung nicht gelungen, die Posten des Präsidenten, des Webmasters und der Sekretärin neu zu besetzen.
Trotzdem möchte die Szenerie auf der Bühne weiterhin Geschichten aus der Geschichte erzählen. In Gesprächen mit theaterbegeisterten Leuten und mit einem Brief an seine rund 70 Mitglieder versucht der Verein nun, die Lücken im Vorstand und im Organisationskomitee zu füllen. „Falls uns dies bis zu unserer ausserordentlichen HV Mitte November nicht gelingt, ist die Zukunft unseres Vereins ernsthaft in Frage gestellt“, heisst es in einem Schreiben an die Sympathisantinnen und Sympathisanten.
Interessentinnen und Interessenten können sich gerne in den Kommentaren oder bei mir (hofstetter.hannes@gmail.com) melden.
Sie ist noch warm wie ein Zebrafell unter der Sonne von Africa: “Live at Montreux” – die vor acht Minuten erschienene Toto-CD, auf der auch ich zu hören bin. Für all jene, die mich schon singend “singend” erlebt haben: Das Album lässt sich trotzdem von O wie “On the run” bis I wie “I want to take you higher” geniessen. Ich wurde nur euphorisch klatschend und dezent hustend verewigt (das Indoor-Kiffen war damals sozusagen beinahe ein bisschen erlaubt, wobei: Ich habe nicht inhaliert, und wenn doch, dann den Rauch der anderen).
Es war ein unfassbar fägiger Abend damals, am 5. Juli 1991, als Steve Lukather (Gitarren und Gesang) und David Paich (Keyboard) mit Mike (Bass) und Jeff Porcaro (Schlagzeug) in das damals noch fast lauschige Städtchen am Genfersee reisten,”where pure live music was performed on hallowed ground”, wie Paich sich auf der offiziellen Website der Band erinnert.
Toto waren damals gerade am Fertigstellen ihres Albums “Kingdom of desire” und “we went out for the summer having fun and trying out the new materials. We were just happy to be out of the studio. We thought let’s go kick some ass”, sagte Lukather kürzlich in einem Interview.
Im Publikum: Ich (damals 26), mit wackelnden Ohren und wässrigen Augen, und ein Kollege, aber ich kann mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, wer mich damals ins Casino begleitet hatte. In jener Nacht spielte es keine Rolle, wer neben einem stand. Wichtig war nur, was auf der Bühne passierte.
Mit “Hold the line” – das selbstverständlich ebenfalls gespielt wurde; es war die erste von zwei Zugaben – fehlt auf dem neusten Werk einer der Überhits. Doch wäre er mit draufgewesen, hätte die Scheibe auf den ersten Blick wie ein weiteres Konzertalbum von Toto gewirkt, und davon gibts mit “Absolutely live”, Livefields”, “Live in Amsterdam”, “Falling in between live”, und “Live in Poland” inzwischen ja bald mehr als genug schon einige.
Wers dennoch auch in der Montreux-Version hören möchte: Voilà.
Ein Jahr nach diesem triumphalen Auftritt erlitt Jeff Porcaro beim Arbeiten im Garten einen tödlichen Herzinfarkt.
“Live at Montreux” ist nicht nur ein wunderschönes (und perfekt abgemischtes) rockmusikalisches Zeitdokument. Sondern auch eine höchst lebendige Erinnerung an einen Drummer, der sein Genre geprägt hat wie nur wenige vor und nach ihm.
Ich sass arglos im Garten. Auf der Höhe unserer Briefkästen blieben zwei deutsche Touristinnen auf ihrem Erkundungsbummel durch den alten Markt stehen. Im Brustton der Überzeugung sagte die eine zu anderen: “Des wa früha n Häuschen füa des Gesinde, das auf da Buag geabeitet hat.”
Was es mit dem Häuschen tatsächlich auf sich hat, kann hier nachgelesen werden.