Zufälle gibts (oder auch nicht)

Hin und wieder gerät mein Unglaube an Übersinnliches ernsthaft ins Wanken:

Anfang Woche sass ich daheim am Stubentisch und tippte einen Text, der nichts mit Musik zu tun hatte. Im Hintergrund lief, wie eigentlich immer, Radio Argovia Classic Rock, und aus keinem bestimmten Grund fragte ich mich auf einmal, wieso “die Radios” – wenn überhaupt – eigentlich ständig dieselben zwei, drei Deep Purple-Stücke (“Smoke on the water”, “Perfect Strangers” oder, wenn zu nachtschlafener Stunde noch 10.18 Minuten Sendezeit übrig sind, “Child in time”) spielen; immerhin hat die Band in den letzten 50 Jahren Hunderte von Songs geschrieben, doch auf die Idee, einem breiteren Publikum einmal eine Nummer vorzuführen, die nicht alle Welt kennt – “King of dreams”, zum Beispiel – kommt offenbar niemand.

Keine halbe Stunde später dröhnte Waseliwas aus dem Radio?

Doch das war noch nicht alles an Gspässigem: Ende Woche verschwanden mein Schatz und ich mit dem Hund ins Tessin. Wir fanden unsere Unterkunft nicht auf Anhieb und hielten aus Versehen zuerst beim Hotel Kurhaus in Cademario. Der Mann an der Rezeption wies uns den Weg zu unserer eigentlichen Bleibe. Nachdem wir es uns dort gemütlich gemacht hatten, legte ich mich aufs Bett und begann, das neue “Magazin” der “Süddeutschen” zu lesen.

Und welches Hotel wurde darin vorgestellt?

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Spätes Feriensouvenir

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Fix sind sie ja, die Italiener: Nur acht Monate und fünf Tage, nachdem wir auf der Suche nach einem Parkplatz durch Castiglione della Pescaia gekurvt sind, erreichte uns aus der Toscana heute per Einschreiben eine Busse für “unerlaubtes Fahren in Stadtteil mit eingeschränktem Verkehr”.

Wieviel wir für diesen Frevel bezahlen müssen, geht aus der zweisprachig ausgefertigten “Festellung der Übertretung der Strassenverkehrsverordnung” nicht auf den ersten Blick hervor, und auf den zweiten eigentlich auch nicht: “Wenn die Zahlung innerhalb von 5 Tagen ab Zustellung des Vergehens erfolgt, wird der zu entrichtende Betrag um 30% verringern (d.h. Zahlungsminderung)”, heisst es in dem von Polizeikommandant Dott. Fabio Pieri höchstselbst abgestempelten Dokument mit der Protokollnummer V/11961K/2015.

Und weiter: “Der zu entrichtende Betrag innerhalb von 5 Tagen ab Zustellung beläuft sich auf Euro 56,70 + Euro 17,90 für Verfahrenskosten und Zustellungskosten (Gesamtbetrag Euro 74,60). Innerhalb von 60 Tagen ab Zustellung beläuft sich der ganze Betrag auf Euro 81 + Euro 17,90 für Verfahrenskosten und Zustellungskosten (Gesamtbetrag ohne Zahlungsminderung Euro 98,90). Wenn Sie nach Ablauf der Frist von 60 Tagen die Geldstrafe noch nicht beglichen haben, steigt der Betrag gemäss Art. 203 StVO um Euro 180,90.”

Einsprachemöglichkeiten gebe es im Übrigen so gut wie keine: Die zuständige Behörde halte uns “bis zum Beweis des Gegenteils für verantwortlich”.

Das ist natürlich auch eine Methode, um an das Geld anderer Leute zu kommen: Man schickt ihnen eine Rechnung, die dermassen kompliziert abgefasst ist, dass die Empfänger bis weit über die zahlungsmildernde Frist hinaus mit Entschlüsseln beschäftigt sind.

Die Polizei per Mail zu fragen, was genau wir ihr nun schuldig seien, brächte wenig: Bis wir polizia.municipale@comune.castiglionedellapescaia.gr.it in die Adresszeile getippt haben, ist auch der letzte Discount-Überweisungstermin passato.

E Guete mitenand!

Heute früh, auf dem grossen Bummel der Emme entlang: Der tollste Hund der Welt ist den langmütigsten Ponys zäntume beim Abbau ihrer Rüeblivorräte behilflich.

Wenn wir schon dabei sind (und weil Bilder von unserer Meite immer Klicks bringen wie gstört): hier noch ein paar weitere Schnappschüsse aus ihrem Fotoalbum. Sie zeigen

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Tess beim Schlafen…

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…in den Ferien in Frankreich (Bild: Schatz)…

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…beim Liebgucken…

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…beim Klarmachen, wer zuhause wirklich das Sagen hat…

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…beim Spurenziehen im Schnee…

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…und beim Ausleben ihrer Kreativität.

Wo Burgdorf drauf steht, ist kein Burgdorf drin

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Ein Preis für Stadtgrün Bern, die WIR-Gruppe Bern, die Veranstaltung einer Firma im seeländischen Täuffelen, die Special Olympics in Chur und ein weiterer nach PR müffelnder Text über das “Autoland Schweiz”: Das sind die Schwerpunkte der aktuellen “Burgdorfer Zeitung”, einem Produkt der in Langenthal domizilierten Berner Woche AG, das mit penetranter Regelmässigkeit ungefragt in alle Briefkästen gestopft wird, die nicht rechtzeitig flüchten können.

Burgdorf kommt im Blatt – ausser im Veranstaltungskalenderchen – kein einziges Mal vor.