Lueg-id vo Bärg und Tal

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Etwas vom Schönsten, was man im Emmental an einem sonnigen Sommertag machen kann, ist, von der Lueg (838 Meter über Meer) nach Burgdorf (530) hinunter zu laufen.

Wers gemütlich nimmt, braucht für die Strecke ungefähr zwei Stunden. Der auch in Turnschuhen tiptopp begehbare Weg führt durch eine Postkartenlandschaft mit sanft geschwungenen Hügeln, sattgrünen Weiden, behäbigen Bauernhöfen und schattigen Wäldern.

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Chaos aus dem Nichts

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Erst kam der Regen, dann kam der Sturm: Wie aus dem Nichts raste er über den Platz hinweg, auf dem wir gerade noch arglos lachend, paëllamampfend und mit allerlei Tranksame anstossend den 50. Geburtstag eines Freundes gefeiert hatten.

Wir eilten ins Haus und beobachteten schockiert-fasziniert, wie der Wind die Infrastruktur mit beängstigender Mühelosig- und Gleichgültigkeit innert Sekunden in ihre Einzelteile zerlegte.

Als der Spuk vorbei war, gingen die Gäste mit zum Teil ziemlich bleichen Gesichtern nach draussen, um das Ausmass der Verwüstung zu betrachten und aufzuräumen.

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Über den ganzen Boden waren Scherben verstreut. Der grosse Sonnenschirm sah aus wie eine verwelkte Blume. Das Cateringzelt lag 50 Meter weiter hinten in einem Feld; es erinnerte mit seinem grotesk verbogenen Aluminiumgestänge an eine Riesenspinne aus einem Science Fiction-Film.

Nur einer fehlte: Der Jubilar. Er wurde während des Orkans von einer massiven Holzstange getroffen und musste sich von vier(!) Krankenschwestern aus seinem Freundeskreis eine blutende Schürfwunde am Bauch verarzten lassen (was beweist: Irgendwie hat halt schon immer alles auch eine positive Seite).

Dann ging das Fest – in Anwesenheit des professionell geflickten und schon wieder sehr munteren Geburtstags”kindes” – weiter.

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Unter Zigaunern

Rauch

Da kauft man einmal eines dieser Gratisheftli – und was muss man sehen? Nicht einmal in den Sommerferien ruhen die Volksbevormundungs-Taliban in der Bundesverwaltung.

“Um den Zigarettenkonsum einzudämmen, fordert die Kommission für Tabakprävention Preisaufschläge von bis zu 80 Rappen pro Zigarettenschachtel”, schreibt 20minuten. Und rechnet hoch, dass das Zigpipäckli somit neu neun Franken kosten würde.

Neun Franken. Darüber kann der abgeklärte Raucher, der sich vor einem Vierteljahrhundert geschworen hat, das Paffen einzustellen, sobald der Preis für ein Päckli die magische Grenze von drei Franken überschritten hat, nur lachen kurz trocken husten.

Denn der echte Süchtige weiss: Bevor er, um den Privatkonkurs abzuwenden, mit dem Rauchen aufhört, verzichtet er lieber auf seine Ferien. Oder streicht er der Ehefrau das Sackgeld zusammen. Oder zügelt er in eine günstigere Wohnung.

Und überhaupt: Auf die Idee, die Gesellschaft mit finanziellen *räusper* Anreizen auf den richtigen, lies: gesunden Weg zu bringen, sind schon ganz andere gekommen.

In Australien zum Beispiel käme es zu Hamsterkäufen an Kiosken und in Läden, wenn dort Zigi für neun Franken verschleudert würden: Ein Päckli kostet Down Under zwischen 15 und 25 Franken – unabhängig vom abschreckend wirken sollenden

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Schock-Sujet

und ungeachtet der Tatsache, dass das Rauchen nicht nur in Bussen, Bahnen und öffentlichen Gebäuden, sondern in der Regel auch an bewachten Stränden und auf Märkten unter freiem Himmel verboten ist. In Queensland ist es vor Openair-Restaurants nur mit fünf bis sieben Metern Abstand gestattet. Wer auf Terrassen oder in Gartenbeizen eine Zigi anzündet, wird höflich gebeten, seinem Laster sonstwo zu frönen.

(Wer Zeit und Lust hat, sich durch das gesamte Raucherregelwerk Australiens zu lesen, kann einfach hier draufklicken.)

Zu einem Nichtraucherland ist Australien trotzdem nicht geworden. Schätzungen zufolge inhalieren 15 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner regelmässig Nikotin und Teer. Diese Zahl soll laut dem Gesundheitsministerium in den nächsten Jahren auf zehn Prozent sinken.

Doch ob dieses Ziel mit astronomischen Preisen, noch so absurd wirkenden Gesetzen und unanmächelig-uniform gestalteten Zigarettenschachteln erreicht werden kann, ist fraglich. “Wir erwarten in Australien einen sich ausbreitenden Schwarzmarkt”, sagte Scott McIntyre von British American Tobacco in einem Bericht der “Tagesschau” in der ARD.

“Jetzt, wo alle Packungen gleich aussehen, ist es viel einfacher, sie zu kopieren. Auf den Strassen von Sydney und Melbourne wird es an jeder Ecke Schwarzmarkt-Zigaretten aus Indonesien und China geben.”

Es deutet einiges darauf hin, dass sich den asiatischen Zigauern zwischen Romanshorn und Genf with a little help aus der Bundesverwaltung bald neue Geschäftsfelder eröffnen.

House-Musik vom Feinsten

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Wenn ein ehemaliger Spitzenruderer, der als Schauspieler zum Superstar avancierte, als “Dr. House” eine Viertelmillion Dollar pro Folge kassierte und der von der Queen zum Officer des “Order of the British Empire” geschlagen wurde, auf einmal auf die Karte Musik setzt, muss das nicht unbedingt gut kommen.

Es kann aber: Was Hugh Laurie gestern Abend am “Live at Sunset”-Festival in Zürich mit seiner “Copper Bottom Band” bot, ist mit “Huldigung an den alten Blues und New Orleans-Jazz” nur unzureichend beschrieben.

Der 54-jährige Brite griff höchst gekonnt in die Tasten und Saiten und sang sich mit ungekünstelter Leidenschaft durch die Epochen und Stile. Zwischendurch liess er immer wieder seine Talente als Schauspieler, Entertainer und Geschichtenerzähler aufblitzen.

Im Wissen darum, dass er seinen hochklassigen Mitmusikerinnen und -musikern das Wasser handwerklich nicht reichen kann, bot er ihnen regelmässig die Gelegenheit, sich fast ganz ohne den Chef ins Rampenlicht zu stellen.

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Zwei Stunden lang “arbeitete” sich Hugh Laurie durch seine beiden Alben “Let ’em talk” und “Didn’t it rain”. Auch wenn er den Mix aus bekannten Standarts und beinahe vergessenen Perlen mit erstaunlicher Leichtigkeit servierte, war doch jederzeit zu spüren, mit wieviel Respekt er die Werke seiner Vorbilder intonierte.

Diese Bescheidenheit ist wohl mit ein Grund dafür, dass man den Schauspieler Laurie den Musiker Laurie auf Anhieb abnimmt. Da stand nicht ein vom Ruhm gelangweilter Hollywood-Superstar auf der Bühne, der nach einem neuen Hobby gesucht hat.

Vielmehr vermittelte Laurie durchaus glaubhaft den Eindruck, jetzt endlich das machen zu dürfen, was er schon immer machen wollte: Musik mit jeder Menge Herz und Seele. Und Humor.

(Die folgenden Aufnahmen entstanden letztes Jahr beim Hugh Laurie-Konzert am Jazz-Festival in Montreux).