Diese Kampagne verdient Kredit

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Die penetrant-hinterhältige Werbung für Konsumkredite, mit der nicht nur, aber auch die der Credit Suisse angeschlossene Bank now landauf und -ab Plakatwände vollpflastert, stört immer mehr Leute.

Um Gegensteuer zu geben, hat der Uetendorfer Fotograf und Gemeindepräsident Hannes Zaugg-Graf damit begonnen, die Affichen am Computer satirisch zu verändern. Aus Menschen, die sich mit unkompliziert gepumptem Geld mal eben ein neues Auto, einen stylishen Fernseher, ein schickes Handtäschli oder die nächsten Traumferien leisten wollen, werden Leute, die sehenden Auges in die Schuldenfalle stürzen:

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Mit dieser Kampagne rennt deren Urheber offene Türen ein: Auf Facebook wurden Zauggs Verfremdungen zigfach “geliked” und weiterverschickt. Die Fake-Plakate fanden ihren Weg in unzählige Mailfächer, vielbeachtete Blogs und auf Websites von Politikern.

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Nun ist Zaugg einen Schritt weitergegangen: Unter dem Titel “Think now” hat er eine Facebook-Gruppe gegründet, der sich innert Kürze knapp 200 Userinnen und User angeschlossen.

Und die Vermutung, dass sich die Mitgliederzahl noch um ein Mehrfaches vergrössern wird, ist nicht allzu gewagt: Wenn jeder “Thinker” und jede “Thinkerin” zehn weitere Freundinnen und Freunde motivieren kann, mitzumachen, und wenn diese dann ihrerseits Kolleginnen und Kollegen zum Beitritt animieren, steigt die Zahl der “Fans” schnell in den vier- oder gar fünfstelligen Bereich.

Dass die Banken wegen dieser Bewegung auf ihre – zurückhaltend formuliert – fragwürdige Werbung verzichten werden, ist nicht anzunehmen. Das Milliardengeschäft mit all den Dummen und Naiven und Verzweifelten, die sich jeden Tag (und vor allem auch in ihren schlaflosen Nächten) ununterbrochen fragen, womit sie die Steuern oder die nächste Rate fürs Sofa bezahlen sollen und wie lange es wohl noch dauere, bis der Betreibungsbeamte vor der Tür steht, lassen sie sich kaum entgehen.

Doch falls “Think now” dazu beitragen würde, dass jemand, der Geld braucht, zuerst über weniger schmerzhafte Beschaffungsmöglichkeiten nachdenkt (oder auch nur darüber, ob er jetzt wirklich ein neues Auto oder Handtäschli benötigt), bevor er sich an den nächstbesten Kreditvermittler wendet, wäre schon viel gewonnen.

Für ihn oder sie – nicht für die Bank.

Ehe 2013

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“Es ist so, dass Anja mein Leben organisiert. Sie schreibt meinen Terminkalender, schickt mich mit dem Hund raus, fährt mich an die Konzerte und organisiert die Finanzen. Ich erledige dafür die Wäsche, putze den Boden und schreibe die Songs. So funktioniert eine Ehe im Jahr 2013”: Das sagt Christian Häni, der Chef der “Halunke”, in einem Interview mit dem Blog “Baumhausfee“.

Anlass für das Gespräch war die Single “Nüt geit meh”, die erste Single, die Christian und Anja Häni als The Haenis soeben veröffentlicht haben.

Immer schön locher bleiben

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74 Versuche – darunter diverse Siebner – benötigte ich gestern, um die 18 Löcher auf dieser prächtigen Minigolfanlage am Rande von Burgdorf zu bewältigen.

Mit diesem Resultat hätte man sich damals, in den glorreichen Teenagerzeiten, eine Woche lang nicht mehr im Kollegenkreis blicken lassen dürfen, der sich im Sommer manchmal fast täglich im Böjuer “Zihl” traf, um erst eine Runde zu spielen und dann, bei einem Coupe Dänemark in der Gartenwirtschaft, vorwärts und rückwärts 24er-, 25er- oder allerallerhöchstens 26er-Resultate zu analysieren.

Meine persönliche Alltime-Bestleistung lag bei 22. Ich weiss noch, wie ich den Ball beim letzten Hindernis mit einem Schlag durch den langen Holzkanal gejagt hatte und wie er nach einer halben Ewigkeit mit einem satten “Klonk” an die Metallwand prallte. In diesem Moment wusste ich: Mir gehört die Welt; wenn auch nur für ein paar Minuten.

Und heute?

Heute spielt man nicht mehr um die Welt oder um Ruhm und Ehre. Heute freut man sich darüber, chli an der frischen Luft gewesen zu sein und dabei erst noch viel, viel Bewegung gehabt zu haben. Das Ergebnis interessiert keinen Menschen.

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Ausser einen selber, natürlich.

74.

Das darf ja nicht wahr sein.

Die Sultans kommen durchs Hintertürchen

Zusammen mit rund 10 000 weiteren Menschen, die in der Londoner Royal Albert Hall am 28. Mai dieses Jahres das Privileg geniessen durften, einen magischen Abend mit Mark Knopfler zu erleben, würde ich schwören: “Sultans of Swing”, seinen Überhit aus längst vergangenen Dire Straits- Zeiten, hat er nicht gespielt.

Umso erstaunter war ich, als ich nun, ein paar Wochen später, den

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USB-Stick mit der (vermeintlichen) Aufnahme “unseres”  Gigs 

erhielt – und darauf welchen Song fand? Genau:

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Als ich den Stick bestellte, durfte ich davon ausgehen, dass es sich dabei um den Auftritt vom 28. Mai handelt. Immerhin hiess es auf Knopflers Website: “Every concert will be recorded in full, from beginning to end including any announcements and encores, by professional sound engineers using multi-track audio technology”.

“Every concert” – das ist ziemlich eindeutig.

Jetzt weiss ich, ehrlich gesagt, gar nicht recht, ob ich mich über die Lieferung freuen oder ärgern soll.

Einerseits ist es natürlich immer wieder schön, “Sultans of Swing” zu hören.

Andrerseits: Wenn ich ziemlich viel Geld für eine bestimmte Live-Aufnahme bezahle, darf ich erwarten, dass sie genau das enthält, was gespielt wurde; und nicht das, was

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an einem anderen Abend

Teil der Darbietung war.

Böse Absichten mag ich – selbstverständlich – niemandem unterstellen; schon gar nicht dem Künstler selber. Wer auch immer dafür gesorgt hat, dass die “Sultans” es am Ende doch irgendwie in “unser” Konzert geschafft haben, meinte das sicher nur gut (wenn auch nicht nur mit den Fans, sondern auch mit sich selber; ein Live-Dokument mit den “Sultans” verkauft sich zweifellos ungleich besser als eines ohne).

Um den Fall zu klären, habe ich getan, was ein Journalist manchmal eben tun muss: ein bisschen  recherchiert herumgegoogelt. Und jetzt…jetzt ist das Rätsel gelöst.

Die Setlist “unseres” Konzerts belegt, dass Mark Knopfer am 28. Mai tatsächlich darauf verzichtet hat, “Sultans of Swing zu spielen”. Stattdessen liess er auf “Romeo and Juliet” überraschend “Gator Blood” von seinem neuen Album “Privateering” folgen:

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Doch dieses – also “unser” – Konzert wurde entgegen der Ankündigung nicht für die Ewigkeit festgehalten.  Mehr Royal Albert Hall-Gigs aufzuzeichnen als jenen vom 27. Mai, lag offenbar  aus finanziellen Gründen nicht drin, weil die Verantwortlichen der Halle für Live-Aufnahmen sehr hohe Gebühren verlangen.

Aber hey, wir wollen nicht pingelig sein: Mark Knopfler ist Mark Knopfler, die Royal Albert Hall ist die Royal Albert Hall, Live is live und die “Sultans of Swing” sind die “Sultans of Swing”.

Ich sehe folglich keinen Grund dafür, mich wegen dieses kleinen *räusper” Missverständnisses an den “Beobachter”, den “K-Tipp”, den “Kassenturz” oder ein artverwandtes Medium zur permanenten Aufrechterhaltung der künstlichen Aufregung zu wenden und werde auch sonst darauf verzichten, die Geschichte publik zu machen.

Eins nach dem anderen

Läck – dieser Albtraum war jetzt auch für Leute, die Geschichten gerne saignant haben, chli zuviel des Blutigen.

Dann steht man mit wummerndem Herzen, pflotschnass und wissend, dass aus dem Wiedereinschlafen sowieso nichts werden wird, mitten in der Nacht auf, schaltet den Fernseher ein und…

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