Feuer neben den Reiseplänen

Auch wenn wir unsere Hochzeitsreise alles andere als durchorganisiert haben: Klar war für uns immer, dass wir im Verlauf dieser sieben Australienwochen einen mehrtägigen Abstecher nach Tasmanien machen werden.

Doch nachdem wir uns nun über verschiedene Online-Medien und mit einem Blick auf die

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Website der lokalen Feuerwehr

erstmals ernsthaft darüber informiert haben, was auf dieser Insel seit dem Ausbruch der Buschbrände los ist, müssen wir sagen: Wir waren auch schon zuversichtlicher, diesen Trip antreten zu können, als heute. 100 Menschen werden auf dem Eiland vermisst. Tausende flohen vor den Flammen. Ein Ende des Infernos ist nicht absehbar.

Den Flug nach und die Hotelzimmer auf Tasmanien haben wir zwar bereits gebucht. Doch falls wir wegen der Feuer(folgen) auf die Reise verzichten müssten, dürften wir uns trotzdem nicht beklagen; nicht nach all dem Wunderschönen, was wir in unseren Flitterwochen erleben durften.

Wir nehmens jetzt einfach, wies kommt. Bis zum Abflug nach Hobart bleibt ja noch fast eine Woche.

Durch die Wildnis

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Ockerbraune Felsen, senfgelber Sand, olivgrüne Bäume, unberührte Wasserlandschaften: Unser Weg in den Bundesstaat Victoria führte uns durch ein Australien, das wir bisher nicht kannten. Fasziniert entdeckten wir eine wilde Gegend, die sich viel von ihrer Ursprünglichkeit bewahrt hat.

Die Zivilisation streiften wir nur ab und zu. Meist fuhren wir Kilometer um Kilometer durch den Urwald – einmal sogar

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hinter einem Schiff her;

es war wie im Film „Fitzcarraldo“, nur völlig anders.

McDonald’s-Filialen, Kentucky Fried-Buden oder Warenhäuser sahen wir keine. Dafür bestaunten wir endlose Waldwände, uralte Gesteine, imposante Felder und grosse Farmen.

Gegen Abend fanden wir in Lakes Entrance ein Zimmer am künstlichen Kanal. Hier bleiben wir nun für drei Tage.

In Walhalla

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Jedes Jahr zwischen August und Mitte Dezember wird das Städtchen Eden zu einem Paradies für Walfreunde. Auf ihrer Wanderung in die Antarktis schwimmen grosse Pott-, Blau- und Killerwalfamilien durch die Bucht vor dem 3000 Seelen-Ort.

Es erstaunt deshalb nicht, dass Eden touristisch vor allem auf das “Whale Watching” setzt. Ohne die Wale ist in diesem Zipfel Australiens wenig los. Abends um 8 sind die Geschäfte und Restaurants, von wenigen Ausnamen abgesehen, geschlossen. Dafür gilt: Je weniger Wale, desto mehr freie Zimmer.

Wer die Stadt in der Nebensaison besucht, hat viel Platz am Strand (an dem gestern offenbar auch eine mir unbekannte Bloggerkollegin lag, die sich bitterlich über das Wetter beklagte). Und die Gelegenheit, in aller Ruhe durch das Killerwal-Museum zu bummeln, mit dem Eden seine prominentesten Besucher ehrt.

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Wie für die Wale, ist Eden auch für uns nur eine Durchgangsstation. Wir fahren heute weiter. Von unserer Endstation Melbourne sind wir bloss noch ein paar hundert Kilometer entfernt.

Vor dem Schlafengehen arrangierten wir, nach einem gemütlichen

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Znacht auf einer öffentlichen Brätlistelle,

die letzten Höhepunkte unserer Hochzeitsreise: Wir buchten die Hotels für unseren Dreitages-Abstecher nach Tasmanien und fädelten den Trip zur Pinguin-Parade auf Phillip Island ein.