Heiteres Shrimps-Baden

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Besser als nichts: Beim Fischen im Lake Burrill ziehen wir nur Gras aus dem Wasser (Bild: Schatz)

Wer so nah neben einem so idyllischen See lebt wie wir gerade am Lake Burrill an der Südostküste Australiens, kommt eher früher als später auf die Idee, einmal sein Anglerglück zu versuchen. Also kauften wir für knapp 100 Dollar eine Basis-Ausrüstung samt einem Pack Shrimps als Köder und stellten uns hoffnungsfroh an das Ufer.

Erst passierte überhaupt nichts. Dann, nach ein paar Stunden, passierte immer noch nichts. Wir badeten zwar eifrig eine Crevette nach der anderen (und fütterten damit vermutlich die halbe Fischpopulation), doch heraus zogen wir, abgesehen von viel Seegras und einer fremden Angelschnur, kaum Nennenswertes.

Nichtsdestotrotz: Es war, wie der Australier sagt, “good fun”.

Und, ehrlich gesagt: Wir sind gar nicht sooo sicher, ob das Vergnügen viel grösser gewesen wäre, wenn wir tatsächlich einen Fisch erwischt hätten.

Essen in der Stein-Zeit

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Gaumenfreuden nach Neandertalerart: Im Steak- und Seafoodrestaurant “Stone Grill” in Ulladulla wird das Fleisch oder der Fisch roh auf einem heissen Vulkanstein serviert. “A unique and interactive dining experience” verspricht die Speisekarte. Wir sagen nur: Mjam!

Zimmer mit Seeblick

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Viel Grün, viel Wasser, viel Sand – und sehr gmögige Motelbetreiber (der Chef sieht aus wie eine Kreuzung aus James Hetfield von Metallica und Ian Paice von Deep Purple; die Chefin ähnelt ein bisschen Kathy Bates aus dem Film “Misery”, aber nur ein bisschen): Obwohl das Wetter heute etwas zu wünschen übriglässt, haben wir beschlossen, an unserem neusten Etappenort Ulladulla mindestens zwei Tage zu bleiben.

Die Fahrt hierher war ein bisschen naja: Offensichtlich hat halb Nordaustralien beschlossen, sich im Süden von den Festtagsstrapazen zu erholen. Entsprechend verstopft waren die Strassen.

Aber jetzt…: Auf dem schiefergrauen gekräuselten Burrill-See tummeln sich Stehruderer, Pelikane und Schlauchbootfahrer. Gegenüber sehe ich Fischer und Jogger. Kurz: Viel idyllischer gehts kaum und…

…oh. Ich sehe gerade: Ich sitze hier nicht alleine im Garten.

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On the road again

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Weihnachten, die „Hochzeitsfeier“, Silvester; dazwischen immer wieder Fahrten in Läden und zu Verwandten, lange Gespräche, himmlisch romantische und höllisch wilde Ritte auf den Wellen, ein Bummel durch den

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Tierpark,

überüppige Essen…die Feiertage 2012 hatten es in sich. Auch wenn wir die Zeit bei unserer Familie in Sydney sehr genossen haben: Am Ende freuten wir uns doch darüber, am Neujahrsmorgen unsere längst deutlich mehr als Siebensachen zu packen und ins Auto zu steigen, um nach Süden, in Richtung Melbourne, weiterzustreunen.

Der Abschied wurde allen Beteiligten insofern etwas erleichtert, als einige unserer australischen Angehörigen planen, in mehr oder weniger absehbarer Zeit auf die nördliche Seite der Erde zu fliegen und auf ihrem Trip durch Europa auch bei uns vorbeizuschauen. Abgesehen davon: Irgendwann, in ein paar Jahren, sind wir schon wieder back in Sydney.

Etwas ermattet von all dem Rummel, war es uns – und vor allem Chantal, die die ganze Arbeit am Steuer leistet – nicht darum, gleich Hunderte von Kilometern zurückzulegen. Pressant haben wir es ja nicht: Wichtig ist nur, dass wir am 13. Januar in Melbourne sind, weil wir dann nach Tasmanien fliegen.

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Am späteren Nachmittag entdeckten wir einen Ort namens Shellharbour Beach. Das Küstenstädchen besteht aus nicht viel mehr als ein paar Läden, Beizchen, einem Fitnessstudio, einem Spa und einem Motel (in dem laut dem Mann an der Rezess Retzep Rezepz am Empfang eine Woche oder so vor uns ein gewisser Herb Hofstetter from Switzerland abgestiegen ist) und scheint wie für unsere aktuellen Bedürfnisse gebaut.

Wir geniessen am Strand die Ruhe, die nur hin und wieder von kreischenden Möven ud lachenden Kindern gestört wird (wobei “gestört” der falsche Ausdruck ist, weil von Störungen nicht die Schreibe sein kann; aber es fällt mir im Moment einfach nichts Passenderes ein).

Zu den Besonderheiten von Shellharbour Beach gehört, dass das
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Trinken von Alkohol tagsüber streng verboten

ist. Auch Pelikane, die auf den Strassenlaternen hausen, sieht man in Australien nicht überall.

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Morgen fahren wir weiter in den Süden. Wohin genau, wissen wir noch nicht. Rund zwei Stunden entfernt, gibt es eine Stadt namens Ulladulla. Das klingt schonmal nicht schlecht.

Auf ein süsses 2013!

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“Life is uncertain. Eat dessert first”: Mit diesem Spruch, den ich auf einem Café-Schild irgendwo an der australischen Ostküste entdeckt habe, wünsche ich meinen Leserinnen und Lesern allesalles Gute, Tolle, Aufstellende, Zwäge, Zufriedene und – vor allem – Gesunde im neuen Jahr!