Was bisher nicht viele wussten: An dieser Holzwand bei Wollongong wachsen die Bumerangs.
Die schönen Rohlinge werden von Arbeitslosen, Ausgesteuerten und Aborininals bemalt und lackiert. Kaum sind sie – die Bumerangs – trocken, hängen sie auch schon in den Souvenirshops.
Die weniger schönen Stücke werden verbrannt. Wegwerfen kann man die Dinger ja nicht.
Festtagsessen einmal anders: In Figtree bei Wollongong wirft eine Familie aus Griechenland jedes Jahr am Stephanstag einen grossen Steinofen an. Die Frauen walzen unzählige Teigklumpen rund, die Männer kümmern sich um das Feuer.
Wer mag – uns es mochten gestern sehr viele – bastelt sich aus der zur Verfügung gestellten Tomatensauce und selber mitgebrachten Zutaten eine Pizza, übergibt den Fladen den Meistern der Flammen, wartet, bis er aufgerufen wird…und sucht sich mit acht handlichen Schnitzen auf dem Teller ein freies Plätzchen, auf dem er die heisse Eigenkreation genussvoll verspeisen kann.
Die gute Nachricht: Am Rande von Wollongong leben wir in einem grossen Haus, das von allerlei exotischen Bäumen und Sträuchern umgeben ist. Kakadus, zig andere Vögel und Frösche sorgen am Abend stundenlang für tierisch gute Unterhaltung.
Zum Anwesen gehört auch
ein Pool.
Nur: Bis ans Planschen im Wasserbecken auch nur entfernt zu denken sein wird, braucht es noch einiges. Viel Putzarbeit zum Beispiel, und ein paar…äh…Zusatzstoffe:
Wurde dieser Fiat, der an einem Strassenrand bei Wollongong vor sich hinrostet, von Entdeckern Australiens gebaut, die mit ihren Schiffen an Land irgendwie einfach nicht recht vorwärtskamen?
– regnet es in Sydney fast ununterbrochen. Damit einher ging ein Temperatursturz von epischen Ausmassen: Im Moment sitze ich bei lumpigen 18 Grad zähneklappernd auf dem Balkon. Die Tastatur meines Laptops ist von einer feinen Eisschicht überzogen. Hin und wieder klirrt es laut. Dann weiss ich: Schon wieder ist ein Vogel schockgefroren vom Himmel gefallen.
Wir fahren für zwei Tage nach Wollongong, wo Chantals Cousin und dessen Freundin leben.
Wollongong ist im Übrigen auch die Stadt, in der Jon Lord von Deep Purple am 13. März 2001 eines der hühnerhautigsten Intros zu “Perfect Strangers” gelang – und für mich folglich ein fast magischer Ort.
Anschliessend kehren wir für die Silvesterfeier zurück nach Sydney. Dann gehts ab nach Melbourne, Tasmanien und auf Phillip Island.