Kleiner Tipp für all jene, die ein gutes Stück Fleisch zu schätzen wissen:
Für die BZ-Serie “Kochschule” liess ich mir von Andy Zaugg vom “Alten Stephan” in Solothurn neulich zeigen, wie man das perfekte Emmentaler Kotelette zubereitet.
Kleiner Tipp für all jene, die ein gutes Stück Fleisch zu schätzen wissen:
Für die BZ-Serie “Kochschule” liess ich mir von Andy Zaugg vom “Alten Stephan” in Solothurn neulich zeigen, wie man das perfekte Emmentaler Kotelette zubereitet.
Noch husch die Zähne putzen und dann ab unter die warme Decke, dachte ich…,
…aber als ich den Hahn aufdrehen wollte, fielen nur ein paar armselige Tröpfchen ins Lavabo. Dann kam nichts mehr.
Auch bei Chantals Waschbecken nebenan: Kein Wasser.
Küche, Bad, Toilette – rien n’allait plus.
Wir klopften bei den Nachbarn, um zu fragen, ob sie ebenfalls…und wenig später war klar: Es gibt im ganzen Haus kein Wasser.
Wild purzelten Fragen durch meinen Kopf: Sind – was bei diesen arktischen Temperaturen kein Wunder wäre – die Leitungen zugefroren, oder amänd schon geborsten? Betrifft das nur uns, oder liegt das ganze Quartier/die ganze Stadt/die ganze Welt auf dem Trockenen? Ist er das: Der Untergang 2012? Würde ich meine Lieben je wiedersehen?
Und was ist damit?
Während ich geistig verschiedene Endzeitszenarien durchspielte, versuchte mein Schatz, telefonisch Kontakt mit dem städtischen Energieversorger aufzunehmen. Besetzt. Besetzt. Besetzt.
Sehr gut. “Besetzt” bedeutet: Da rufen massenhaft Leute an. Das wiederum bedeutet: Bei der Localnet wissen sie inzwischen, dass etwas nicht stimmt. In diesem Moment werden bestimmt Dutzende von Pikett-Heinzelmännchen aufgeboten, die das Problem mit derselben Leichtigkeit lösen werden, mit der Chantal einen Pancake wendet.
Voller Zuversicht ging ich ins Bett. Früh am nächsten Morgen musste ich vorhin aufs WC. Während ich so dasass und mir vorstellte, wie dieser Raum wohl in zwei, drei Wochen aussehen würde, falls die Spülung bis dahin immer noch nicht funktioniert, versuchte ich erneut, den Hahn aufzudrehen. Und siehe da: Als ob nie etwas gewesen wäre, schoss frisches, klares Wasser heraus.
Ich nahm mir vor, selbstverständlich Scheinendes nicht immer nur als selbstverständlich zu betrachten. Und füllte mit der gebotenen Ehrfurcht frisches Wasser in die Kaffeemaschine.
Rund 750 Jahre alt ist das Haus, in dem ich seit bald zwei Jahren lebe. Bis heute kannte ich die Geschichte dieses Gebäudes nicht. Doch nun hat Franco Rappa, der Präsident des Burgdorfer Altstadtleistes, einen langen Blick in die Vergangenheit geworfen. In der Wochenzeitung “D Region” erzählt er, was es mit dem “Truerbhuus” auf sich hat.
“Am Fuss des Schlosses Burgdorf steht das wohl älteste Wohngebäude der Stadt: Das Truberhaus am alten Markt. Es gehörte vor einem halben Jahrtausend bis zur Reformation dem Kloster Trub. Den Mönchen diente das Gebäude als Schaffnerei, einer Aussenstelle für Güter und Waren aus ihren Ländereien.
Das Truberhaus hatte aber vor allem einen Zweck: Es war das Hauptlager für den “Trueberwy“!
Rebberge im oberen Emmental? Wein aus Trub? In Burgdorf?
Ich habe grossen Respekt vor den Menschen des sonnigen Oberemmentals und ihren Fähigkeiten. Aber dieser Tropfen wäre wohl selbst im Mittelalter als ungeniessbar bewertet und höchstens als Betäubungsmittel verwendet worden. Nun gut, den damaligen Benediktiner-Mönchen wäre dies zu zutrauen.
Doch die Realität sieht anders aus. Im 12. Jahrhundert gründete der Freiherr Thüring von Lützelflüh auf seinem Grundbesitz im Tal von Trub ein Kloster und schenkte ihm zahlreiche Güter; darunter auch zwei Rebberge im neuenburgischen Cressier. Dieser Wein wurde mit Schiffen via Bielersee, Zihl und Aare nach Solothurn transportiert. In der dortigen Schaffnerei wurde er eingekellert.
Anschliessend waren Klosterbauern zuständig für den Weitertransport. Mit Fuhrwerken wurde der Wein – mit einem Zwischenhalt in der Liegenschaft am alten Markt in Burgdorf – nach Trub gebracht. Das Trueberhuus war offenbar ein perfekter Ort, um sich auszuruhen und dann die letzte Etappe in Angriff nehmen zu können.
Ich bin sicher: In diesem Haus wurden viele genüssliche Stunden gefeiert; vielleicht fanden darin sogar mittelalterliche Partys statt. Die Bauern erlagen der Versuchung jedenfalls gerne und naschten von der anvertrauten Ware, vom Truberwy! Denn dieser war und ist es noch heute alles andere als ungeniessbar.
Nach der Auflösung des Klosters Trub wechselten auch die Rebberge die Besitzer. Seit 1929 gehören sie der Stiftung “Hopital Pourtalès“. Nach wie vor erinnern Namen an die klösterliche Herrschaft aus dem Emmental. In Cressier findet man die “Route de Troub“ und das “Maison de Troub“. In dessen Kellern lagert noch heute der der “Domaine Pourtalès“. Auf der Etikette ist “Caves de Troub“ vermerkt. Jedes Jahr wird am letzten Montag im Februar die gesamte Weinproduktion versteigert. Der Erlös kommt dem “Hopital Pourtalès“ zugute.
Regelmässig nehmen auch Truber an der Versteigerung teil. Für den guten Zweck und wegen der Freude an dieser Geschichte werde ich bei der nächsten Versteigerung ebenfalls mit von der Partie sein. Gerne werde ich Hans Rudolf Dätwyler, dem heutigen Besitzer des Trueberhuuses, eine Flasche des geschichtsträchtigen Weins vorbeibringen. Er hat das uralte Haus wunderbar umgebaut und damit sichergestellt, die Liegenschaft zu erhalten und in die Neuzeit zu führen.”
(Bei diesem Text handelt es sich um eine leicht überarbeitete Version der Kolumne, die Franco Rappa für “D Region” verfasst hat. Die Publikation erfolgt mit dem Einverständnis des Autors.)
“Klarer Fall”, raunte der Kommissar. “Der Verdächtige muss nach dem grossen Schneefall geflüchtet sein.”
(Mehr – und etwas längere – Mordsgeschichten gibts ab dem 1. Juni.)
Etwas Gutes hat dieser Mistwinter ja. Als Kulisse für herzige Neffenbilder eignet er sich perfekt: