Während ich hier meinem Ende dem sibirischen Wochenende entgegenbibbere und bloss ab und zu nach draussen gehe, um die Eisbären im Burgdorfer Freibad beim Spielen zu filmen, läufts meteorologisch nur ein paar Kilometer weiter ganz anders:
“Tooooo hotttt can’t sleep!”
“God I hate this humidity feels like a 100 degrees.”
“Sore head already, heat stroke, sunburn…”
“It’s sooooo hot how am I going to sleep tonight?”
“Lazing around the pool can be a real bitch on new years day.”
“Wow its amazing how tanned i got between work and home.”
Passiert ist seither: Nichts (sieht man einmal davon ab, dass die Klickzahlen selten so steil in die Höhe schossen wie bei jenem Text. Den fraglichen Beitrag sahen sich knapp 900 Leserinnen und Leser an). In den nächsten Wochen werden wiederum Heerscharen von Chefs und Untergebenen zusammensitzen, nach dem Multiple Joice-Prinzip durchgehen, was in den letzten zwölf Monaten gut war und was eher weniger, ein paar Ziele festlegen und miteinander froh sein, wenn der Chabis wieder für ein Jahr vorbei ist.
Auch wenn es mir im Winter 2010 nicht gelungen ist, eine kleine Frühlingsrevolution gegen Mitarbeitergespräche zu lancieren: Der Widerstand wächst. Auf Spiegel online schreibt der Management-Experte Armin Trost, diese firmeninternen Talkshows seien für beide Seiten “beschämend”.
Natürlich, konstatiert Trost in seinem lesenswerten Aufsatz, sei es “immer gut, wenn Manager mit ihren Mitarbeitern sprechen”. Die Frage sei nur: “Braucht es dieses jährliche, institutionalisierte Mitarbeitergespräch wirklich? Und in welche Rolle bringen wir uns Personaler, wenn wir dieses Gespräch jedes Jahr aufs Neue einfordern?”
Laut dem Experten wird “schlechte Führung (…) durch ein verordnetes Mitarbeitergespräch nicht besser”. Da würden “auch keine noch so durchdachten, gut gemeinten Formulare und Instrumente” helfen.
Abgesehen davon: “Mitarbeiter und Manager, die das ganze Jahr über ein vertrauensvolles, vielleicht sogar partnerschaftliches Verhältnis pflegen, empfinden das Mitarbeitergespräch meist als überflüssig.”
“Ist es draussen kalt und grau,
mach ‘nen Ausflug mit der Frau.”
(Alte indianische Weisheit)
Um chli dem Winter zu entfliehen, schauten mein Schatz und ich gestern im Tropenhaus in Frutigen vorbei:
Wir können einen Besuch nur empfehlen. Fischfreunde kommen auf dem informativ-unterhaltsamen Rundgang ebenso auf ihre Kosten wie Technikenthusiasten und Tunnelfans.
Besonders faszinierend ist ein Bummel durch die Welt der Orchideen. Wer diese Explosionen der Farben und Düfte erleben will, muss sich allerdings sputen: Die Sonderausstellung wird am 12. Februar geschlossen.
Gemeinsam zu kochen, gehört zu unseren Lieblingsbeschäftigungen.
(Hinweis für die jüngeren Leserinnen und Leser: Früher lief das noch ganz anders. Da wusste die Frau: “Der Mann will täglich aufs Neue gewonnen sein.” Und verbrachte den grössten Teil ihres Lebens alleine zwischen Herd und Ofen:
)
Zu Streiteren kommt es in unserer Küche nie selten. Chantal kümmert sich um ihren Kram, ich kümmere mich um meinen. Natürlich geht das nicht stumm vonstatten. Wir reden durchaus miteinander, aber nur selten übers Parieren, Pochieren und Pürieren.
Wobei: Jetzt, wo ich so darüber nachdenke, muss ich sagen – ein minimunziges Konfliktpotenzial besteht schon. Wenn sie im Superzeitlupentempo eine Tomate in Stücke schneidet, kann ich ihr dabei ebensowenig zusehen wie sie mir, wenn ich in neuer Weltrekordzeit Geschirr und Pfannen abwaschen will.
Bei anderen krachts häufiger. Fabian Fuchs, Autor bei der “Süddeutschen Zeitung”, schreibt über sich und seinen Schatz: “In örtlichen Reiseführern werden wir längst als sehenswertes Denkmal für ewigwährende Harmonie erwähnt. Die endet aber, sobald wir uns aus Versehen gleichzeitig in der Küche aufhalten und einer anfängt, das Öl in der Pfanne zu erhitzen.”
Das klinge dann so:
– “Pass auf, das wird zu heiss.”
– “Das muss heiss sein, das soll schliesslich scharf angebraten sein.”
– “Aber doch nicht so scharf, dass es gleich verbrennt, guck mal, das Öl raucht ja schon.”
– “Ja, weil du immer dieses Sonnenblumenöl kaufst, das man nicht über 120 Grad erhitzen darf, damit kann man nicht braten, das habe ich schon hundertmal gesagt.”
– “Nimm halt Butter, ich nehm für so was immer Butter.”
-“Ja-ha, ich weiss.”
-“Wie meinst du das, hast du daran was auszusetzen? Passt dir nicht, wie ich koche?”
Über “die Unmöglichkeit, zusammen mit seinem Partner zu kochen und dabei friedlich zu bleiben”, hat mein Berufskollege eine wunderschöne Geschichte geschrieben, die ich nicht nur Kochenthusiasten dringend zur Lektüre empfehle.