Für die (Noch-) Nichtleser der BZ: so war das, mit Deep Purple in Huttwil. Nach dem Konzert habe ich auf den Besuch hinter der Bühne verzichtet. Er war schon recht spät; und irgendwann müssen die nicht mehr ganz so jungen Herren ja auch mal ins Bett.
Hollywood Night
Wenn man sich das Geschwader von beängstigend desperaten housewifes wegdenkt und den Mantel des Vergessens über die Polonaise legt, die auf einmal durch das Lokal schwankte – dann, dann kann man sagen: das Konzert von „Bäng Gäng“ im Menziker „Hollywood“ war eine überaus gefreute Sache.
Lautstärkenmässig für manche nahe an der Obergrenze, aber
takttechnisch wie ein Uhrwerk,
gitarristisch nicht übertrieben in den Vordergrund drängend
(hier fehlt ein Bild von Gavan Hancock; es war zu dunkel),
bassend mit der gebotenen Coolness
(hier fehlt ein Bild von Stefan Haller; in dem Moment, in dem der Fotograf abdrücken wollte, latschte die Polonaise durchs Bild)
und gesanglich voll auf der Höhe
(für die iPhone-Kamera viel zu lebhafte Performance, drum: bleibt Anja Stöckli ebenfalls unbelichtet)
rockte sich das Seetaler Quartett wenige Jahre vor seinem ersten Auftritt in der Londoner
<
O2-Arena
durch sein beachtlich umfangreiches Repertoire. Zum Höhepunkt des Abends avancierte, nicht völlig unerwartet, die Darbietung von
.
Man braucht nicht unbedingt der Brüetsch des Drummers und Bald-Schwager von dessen zuküntiger Frau zu sein, um sagen zu können: Momoll, Jungs und Mädel – das habt ihr tiptopp gemacht! Auch Roger Vivian, der an diesem Abend vermutlich auch anderes hätte unternehmen können, gönnte sich diese Hollywood-Night und machte ganz und gar nicht den Eindruck, als ob er die Fahrt in den Aargau bereuen würde; ganz im Gegenteil.
Das Bild des Jahres
Was auch immer 2010 schon für Fotos geschossen wurden und noch geschossen werden: Das hier ist für mich das Bild des Jahres.
Wieso? Ich weiss nicht. Es ist einfach originell, überraschend, witzig, genial ausgeleuchtet, wunderschön gestaltet…kurz: perfekt.
Komponiert hat es der Uetendorfer Gemeindepräsident, SP-Grossrat, Regisseur, Theaterzeitungs-Chefredaktor und Fotograf Hannes Zaugg-Graf. Wer mehr von seinen Werken sehen will: im Gegensatz zu dem, was er in seinem Studio tut, genügt dafür ein einziger Klick.
Lohnender Zwischenhalt
Zu einer „rasanten, fröhlichen, überdrehten, bedrückenden und komischen Zugfahrt“ lädt das Theater „diekulissezug“ mit seinem Stück „Halt auf Verlangen“ ein. Als ich den sehr, sehr stimmungsvollen Burgbachkeller in der Zuger Altstadt betrat, hatte ich keine Ahnung, was auf mich zukommen würde. Anderthalb Stunden später war klar: da hat ein kleines Ensemble Grossartiges geleistet.
Wer Zeit und Lust hat: Das Stück wird am nächsten Mittwoch, Freitag und Samstag nochmals gezeigt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.








