Danke, Markus Notter

Interviews mit Politikern lese ich privat grundsätzlich nicht. Deshalb habe ich erst jetzt entdeckt, dass die „Zeit“ neulich ein Gespräch mit einem Politiker publiziert hat, das zur Pflichtlektüre nicht nur für Medienschaffende, sondern auch und vor allem für Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern werden sollte.

Der im nächsten Mai aus dem Amt scheidende Zürcher Regierungsrat sagt in dem Interview, die Schweizer Politiker nähmen sich wahnsinnig wichtig, würden nicht so viel denken und kompensierten ihre Bedeutungslosigkeit mit Medienauftritten.

Dass all meine Vorurteile gegen Politiker ausgerechnet von einem Politiker rundum bestätigt würden: das hätte ich nicht gedacht. Umso mehr freut es mich jetzt, bestätigt erhalten zu haben, was ich seit einem Vierteljahrhundert weiss: der ganze Wahl- und Abstimmungsplunder, der  einem mit bemühender Regelmässigkeit den Briefkasten verstopft, kann man unbesehen zum Altpapier legen.

Das komplette Interview ist hier nachzulesen.

Das musikalische Rundumwohlfühlpaket

Für die einen wars ein Wiedersehen mit alten Bekannten, für die anderen eine erste Begegnung mit Legenden, die sie bisher nur ab Konserve hören konnten. Für alle rund 10 000 Fans im Zürcher Hallenstadion war das Konzert von Supertramp aber primär eines: eine perfekt arrangierte Reise durch fast vier Jahrzehnte Popmusik. „School“, „Rudy“, „Dreamer“, „From now on“, „Another man’s woman“ (mit einem atemberaubenden Piano-Solo), „Breakfast in America“, „The logical song“, „Goodbye stranger“ oder – zum bombastischen Finale – „Crime of the century“: Die Band um Rick Davies schnürte für ihre Fans ein über zweistündiges Rundumwohlfühlpaket voller genialer Melodien. Donnernde Drums, wummernde Bässe, glasklare Keyboardpassagen, warme Saxsoli, schneidende Gitarren und harmonische Chöre – „Some things never change“: der Titel der vorletzten Supertramp-Produktion aus dem Jahr 1997 war Programm.

Neues Material präsentieren die Briten auf ihrer „70/10“-Tournee nicht. Das hatte auch niemand ernsthaft erwartet. Angesichts der Tatsache, dass Supertramp letztmals vor knapp zehn Jahren auf den Bühnen Europas standen und seither kein Album mehr geschaffen haben, muss davon ausgegangen werden, dass es sich bei ihrer aktuellen Reise um die letzte handelt. Ein Anlass, um literweise Tränen zu vergiessen, ist das nicht: perfekter als an diesem Abend in Zürich kann eine Karriere nicht zu Ende gehen.

Stimmung ohne Strom

Eine längst etablierte Schweizer Rockband, die vor dem nächsten Gang ins Studio einmal testen will, ob ihre Songs auch fast ohne Strom funktionieren, ein kleines Publikum, das sich bereitwillig auf dieses Experiment einlässt plus eine mit viel Freude am Gast geführte Beiz in einer alten Fabrik: mehr braucht es nicht für einen zufriedenen Abend. Der ganz und gar unspektakuläre und gerade deshalb so zuhörernahe Gig von „Vivian“ im Badener „Nordportal„- das waren ein paar Stunden, an die sich alle Beteiligten noch lange gernstens erinnern werden.

Vor dem Deep Date

Nur der Vollständigkeit halber und als kleiner Service für die Nicht-Abonnenten der BZ: Hier ist das Interview, das ich neulich mit Deep Purple-Sänger Ian Gillan geführt habe. Es war nicht ganz einfach, den Herrn ans Telefon zu bekommen. Aber nachdem wir einander gefunden hatten, kamen wir aus dem Plaudern fast nicht mehr heraus.

Noch schöner: Die Managerin der Band war so begeistert, dass sie mir für das Purple-Konzert in Huttwil zwei Backstagepässe versprochen hat. Nun können die Jungs und ich, nachdem wir jahrzehntelang nur voneinander gehört und gelesen haben, uns endlich einmal persönlich kennenlernen.

Und jetzt…jetzt freue ich mich einfach auf den 12. November:

Aber nicht nur: Bereits am nächsten Montag gibts im Zürcher Hallenstadion ein Wiedersehen mit Supertramp…

…und Mitte November gehts weiter mit Steve Lukather im Z7 in Pratteln:

Dann ist meine Konzertsaison zu Ende. Anschliessend gehts bis nächstes Jahr ab nach Australien.

Mit Russi und Rotscher auf Punktejagd

Nachdem der kleine Brüetsch mit seinem persönlichen Sieg am Hallwilerseelauf auch familienintern für ein ziemliches Aufsehen gesorgt hat, ist es für mich als ältester Sohn nun höchste Zeit, punktemässig chli Boden gut zu machen.

Ich versuchs – im Wissen darum, dass Bernhard Russi keine grössere Bewunderererin hat als meine Mutter – mal mit dessen Siegesfahrt an den Olympischen Spielen von Sapporo 1972 (für die Leserschaft in Fernost: samt japanischem Originalkommentar):

Und damit nicht genug: Hier sind – weil Roger Federer keine grösseren Fans hat als meine Eltern, und wenn doch, dann höchstens seine eigenen – noch ein paar Schätze aus der Trickkiste des 29-jährigen Baslers.

Wir beginnen mit einem kurzen Rückblick auf Rotschers lange Karriere…

…erinnern uns an den Zauberschlag, der ihm letzte Woche in Shanghai gelungen ist…

…und kommen schliesslich zum füdlibluttesten Tenniswahnsinn aller Zeiten: dem „unmöglichen“ Treffer im Halbfinale des US Open 2009:

Falls all das nicht genügen sollte (was mich aber sehr erstaunen würde):

Ich habe in dem Quartier, in dem ich lebe, noch keine einzige Scheibe eingeschlagen, halte mich weiterhin von Betäubungsmitteln aller Art fern, zähle immer noch nicht zu den Stützen des Burgdorfer Nachtlebens und werde mir auch an diesem Silvester – dann halt in Australien, aber Vorsatz ist Vorsatz – fest vornehmen, mit dem Rauchen aufzuhören.