Immer schön cool bleiben

Foto

Auch wenn die Kulisse noch so prächtig und die Aufführung noch so gelungen ist: Ich beneide niemanden, der (oder die) heute Abend in einem Freilichttheater mitspielt.

Ich schaue lieber aus der warmen Stube zu, wie die Zuschauer vom Schloss her zur ersten von acht Stationen und von dort die Treppe hinunter zum Schwimmbad spazieren. Weils in unserem Quartier so gut wie keinen Motorenlärm gibt und die Nachbarskinder schon alle im Bett sind, bekomme ich fast jedes Wort mit, das auf dieser ersten Etappe gesprochen wird.

Nach vier Wochenenden mit “Prinz Wiederkehr” in der Nähe wäre ich beinahe im Stande, für einen der Hauptdarsteller einzuspringen, falls er zum Beispiel die Stäge hinunterschlittern sollte, oder wegen eingefrorener Stimmbänder nicht mehr sprechen könnte.

Den Beweis dafür antreten werde ich glücklicherweise kaum müssen: Morgen Abend ist die Spielzeit vorbei.

Bildschirmfoto 2013-11-22 um 19.39.32

Aufsteller für Wintermuffel

Foto

Alle Jahre wieder stellt sich die Frage: Welche Oberstadt hat die schönste Weihnachtsbeleuchtung weit und breit?

– Jene des Austragungsortes des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes 2013?

– Jene der grössten Stadt des Emmentals?

– Jene am Fusse des fantastischsten Schlosses zäntume?

– Jene meiner Wohngemeinde?

– Jene von Burgdorf?

Mehrfachnennungen sind möglich, aber nicht unbedingt nötig.

(Anmerkung für die ganz aufmerksamen Leserinnen und Leser: Ja – ich habe die vom Oberstadtleist lancierte Adventsbeleuchtung in diesem Blog schon einmal gelobt und gepriesen. Aber ich werde sie auch nächstes Jahr loben und preisen und übernächstes und überübernächstes und überhaupt immer, weil: Eine schönere Weihnachtsbeleuchtung gibts einfach nicht, und schon gar keine, die sogar ausgewachsenen Wintermuffeln wie mir das eine und andere Tränchen der Rührung in die Augenwinkel treibt, wenn sie, wie heute Abend, zum ersten Mal seit elf Monaten wieder erstrahlt.)

Falsche Alarme

Beim Eingang zum alten Markt in der Burgdorfer Oberstadt steht ein Feuerwehrauto mit blinkenden Lichtern. Gespenstisch spiegelt sich das flackernde Leuchten in den Fenstern der Häuser im dunklen Quartier wider.

Nach einer Weile zieht der Löschtrupp unverrichteter Dinge ab. Doch kaum ist er weg, steht er schon wieder da, samt dem grossen Auto und allem.

Anderntags frage ich Martin Rutschi, den Kommandanten der Stützpunktfeuerwehr Burgdorf, per Mail, was da losgewesen sei. Seine Antwort kommt umgehend:

“Es ist richtig, dass die Feuerwehr am Samstagabend zweimal nach einem automatischen Alarm im Schloss ausrückte (die Burg war auch an jenem Abend Ausgangs- und Endpunkt des Stationentheaters “Dr Prinz Wiederkehr”, Anm. d. Verf.). Es handelte sich bei beiden Alarmen um eine Auslösung durch einen Melder. Der Grund dafür konnte nicht eruiert werden. Um weitere Alarme zu verhindern, wurde unsererseits der betroffenen Melder entfernt, was ein Risiko bedeutet, sollte tatsächlich ein Brand ausbrechen.

Die Feuerwehr hat die Aufgabe und auch die Pflicht, jeden Alarm als “ernst” zu betrachten, bis das Gegenteil festgestellt werden kann. Wir wissen also erst auf dem Platz, was genau los ist. Ein “einfach mal schauen gehen” können wir uns nicht erlauben, bei einem tatsächlichen Ereignis verstreicht zu viel Zeit, bis weitere Leute auf dem Schadenplatz sein können.

In der Altstadt generell und beim Schloss im Speziellen liegt das Problem in der alten Bausubstanz, in den fehlenden Brandabschnitten und in der Zugänglichkeit, welche ein schnelles Handeln erfordern, um eine allfällige Entwicklung eines Feuers zu verhindern.

Das Einsatzkonzept für das Schloss sieht vor, dass ein Kleinfahrzeug mit entsprechendem Material direkt zum Schloss fährt und ein allfälliger Ersteinsatz ab dem Hydranten im Schlosshof erfolgt. Ein Tanklöschfahrzeug fährt bis zur Einfahrt “alter Markt”, um von dort weitere Leitungen zum Schloss zu legen. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Einsatzzeit kurz und der Zugang zum Schloss nicht durch uns selber versperrt wird.”

Das nenne ich Service. Andere reagieren auf solche Anfragen ganz anders.

Comischer Gruss aus Down Under

1424349_10152534181206542_1814569439_n

Am SAE-Institute in Byron Bay studiert meine australische Cousine Natalie Caruana den Umgang mit allen möglichen Medien. Im Rahmen dieser Ausbildung lernt sie auch, Comics zu produzieren.

Was dabei herauskommt, präsentiert sie auf Facebook. Ich staunte nicht schlecht, als ich bemerkte, dass sie es geschafft hat, sich selber, AC/DC und mich auf einem Bild zu verewigen (siehe Bild oben).

IMG_1722

(If Natalie should read this post: I’ll translate it for you next time we’re in Australia. Just a moment, please…)

Winterpause

Foto

Seltsam: Gerade eben, so scheint es mir, haben wir an diesem Tisch noch gegessen und getrunken und gelesen und bis weit in den Abend hinein mit lieben Gästen geplaudert.

Jetzt steht er einfach nur da, in unserem Schlossfussläubli, und wird höchstens noch gebraucht, wenn es warm genug ist, um draussen kurz ein Kafi zu trinken.

Irgendwie bietet er in dieser Jahreszeit ein chli trostloses Bild. Aber das Sträusschen, das unsere Vermieterin darauf gestellt hat, signalisiert: Hier ist noch Leben.

Und, vor allem: Hier wird schon bald wieder viel mehr Leben sein.