Noch viel me Meer

Hai-tere Fahne: Die wiedergewonnene Ruhe nach dem kleinen Zwischenfall auf dem Schiff hat unsere Kreativität in ungeahnten Massen beflügelt. Wir nutzten das inspirative Hoch, um ein Projekt zu realisieren, das wir nun schon seit Jahren vor uns hingeschoben haben: Die Verfilmung des Songs “Me Meer” von den Berner “Halunke”.

Nach stundenlangen Dreharbeiten, bei der uns kein Beleuchtungstrick zu billig und keine Kulisse zu teuer war, legen wir das Resultat nun nicht ohne Stolz vor.

Kulturelle Dauernörgler mögen das eine oder andere Nebengeräusch bemängeln. Doch wer mit unserem cinéastischen Oeuvre auch nur halbwegs vertraut ist, der weiss, dass uns die Autenthi Authenti Autentitz das Abbilden der Wirklichkeit schon immer viel näher lag als der schnöde Kommerz.

Erste Kritikerstimmen:

“Davon wollen wir meer!” (Tagesanzeiger)

“Bodylotion für die Gefühle” (Annabelle)

“Bloody fuckin’ great!!!” (Sydney Herald)

“Besser als jeder Walgesang” (Die Tierwelt)

“Wie Mani Matter in Badehosen” (Berner Zeitung)

“Gelungener Tanz auf dem schmalen Grat zwischen Populärmusik und Nautik” (NZZ)

“Linke Rocker drehen im Ausland” (Weltwoche)

Erwischt! So geniessen Chaha ihr Liebesglück

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Sie wollten ihre Flitterwochen in aller Ruhe und fernab von der Öffentlichkeit verbringen. Doch daraus wurde nichts: Unser Leserreporter J.H aus B. hat Hannes und Chantal in ihrem Honeymoon in Australien aufgespürt. Geistesgegenwärtig zückte er sein iPhone, als Chaha – wie die beiden von Freunden genannt werden – sich auf einem Boot, das sie vom Great Barrier Reef nach Airlie Beach zurückbrachte, innig küssten.

Was anschliessend passierte, ist unklar. Fest steht, dass J.H. unmittelbar, nachdem er die beiden fotografiert hatte, von Bord des Schiffes verschwand. “Wegen des starken Windes bekamen wir nicht jedes Wort mit”, berichtet die sichtlich geschockte A.B.* aus Sydney. “Wir hörten nur, wie er sagte: <...aber ich bin...Gratisblatt...Leserinteresse>, und wie Hofstetter dann <...eben!> brüllte”.

B.’s Freundin X.Y.* aus Melbourne ergänzt: “Auf einmal war da ein Hai. Er war riesengross und sah aus wie in diesem Film von Steven Spielberg…Moment…genau: Wie E.T. Er schoss wie eine Rakete aus dem Wasser. Ein paar Sekunden später trieb nur noch ein abgetrenntes Bein auf den blutrot gefärbten Wellen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es das Bein von J.H. war oder das von jemand anderem. Die jungen Leute sehen heutzutage ja alle gleich aus.”


(Symbolfilm)

Präzisere Auskünfte sind momentan nicht zu erhalten. Mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen und aus Prinzip verweigert die Polizei jeden Kommentar. Gerüchten zufolge geht es dem Hai den Umständen entsprechend gut.

Chantal und Hannes geniessen, von dem Drama unberührt, weiter ihre gemeinsame Zeit. Heute Morgen wurden sie beim Bummeln durch Airlie Beach beobachtet, dabei aber aus unerfindlichen Gründen von niemandem fotografiert.

* Namen der Redaktion unbekannt

Fahrt ins Blaue

Reef

Man weiss: Unter einem liegt eines der sieben Weltwunder. Auf rund 350 000 Quadratkilometern leben Millionen von Korallen, Fischen und anderen Weichtieren.

Man hat gehört und gelesen und in Filmen gesehen: Nirgendwo sonst auf der Erde gibt es eine derart überwältigende Vielfalt von Tieren und Pflanzen in allen Farben und Formen.

Man ahnt, als man mit dem Schiff auf die türkis schimmernde Fläche zusteuert, unter der das Reef liegt: Es wäre keine schlechte Idee gewesen, einmal in den letzten 47 Jahren einen Tauchkurs zu besuchen. Natürlich: Man könnte chli an der Oberfläche schnorcheln. Aber im Angus Steak House bestelle ich ja auch nicht den Tofu-Teller.

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Wiedersehen mit Nicole Kidman

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Aufs Gertewohl hin steuerten wir zum Nachtessen gestern die Shipwrecked Seafood Bar & Grill in Airlie Beach an. Wobei: Ganz aufs Geratewohl hin taten wir das nicht. Wir enterten das Schiffbrüchigen-Lokal auch (oder vor allem) wegen eines Zeitungsausschnitts am Eingang. Dem Artikel ist zu entnehmen, dass schon Hollywood-Star Nicole Kidman mit Gefolge hier gespiesen habe.

Was für Nicole, der wir irgendwie bei jedem Australien-Aufenthalt über den Weg laufen, gut, ist, kann auch uns nicht schaden, dachten wir, und stiegen die Treppe hoch in den ersten Stock.

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Dort genossen wir ein chüschtiges Chnoblibrot, einen Salat mit zarten – aber leider frittierten – Tintenfischen plus ein gut durchgebratenes Stück Fleisch mit Meeresfrüchten drauf und drumherum. Alles in allem bezahlten wir für unser Essen rund 100 Dollar.

Angesichts einer solchen Rechnung würde Nicole Kidman vermutlich von Junkfood reden: Ihr Lieblingsmenü kostet laut der Speisekarte 135 Dollar; ohne Getränke. Dafür muss sie sich, wenn sie bezahlt(?) hat und endlich ins Bett will, noch fotografieren lassen. Wir hingegen konnten anschliessend gemütlich durchs Städtchen bummeln, ohne auch nur von einem Papparazzo belästigt zu werden.