Another day in paradise

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Sanfte Wellen, wogende Palmen, ein zartes Lüftchen – und vom Hotelbalkon aus ein direkter Blick aufs Paradies: Heute Morgen sind wir in Airlie Beach angekommen. Wir hatten die Zimmerschlüssel noch nicht in der Hand, als für uns klar war: Hier bleiben wir länger als eine Nacht. Von hier bringt uns bis am Mittwoch nichts und niemand mehr weg.

Korrektur: Fast nichts. Denn morgen kehren wir dem Küstenstädtchen den Rücken, um mit einem grossen Boot hinaus zum Great Barrier Reef zu fahren. Wir freuen uns wie wahnsinnig auf dieses Naturwunder.

Auch wenns kein Mensch glaubt: In dem Moment, in dem ich das schreibe, singt ein Musiker unten auf der Strasse “Another day in paradise” von Phil Collins. Es ist der perfekte Soundtrack zu einem perfekten Tag.

Oder vielmehr: Zu einem weiteren perfekten Tag auf unserer Australien-Reise.

Alles in Butter

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Am sehr frühen Morgen gingen wir heute kulinarisch neue Wege: In einem Highway-Beizli verputzten wir eine in heisse Butter verpackte Wurst.

Unser Tagesbedarf an Kalorien war damit gedeckt wäre damit eigentlich gedeckt gewesen.

Strandgut

Nein – wir sind nicht auf dem Mars gelandet, sondern immer noch damit beschäftigt, zumindest einen Teil der unzähligen Schönheiten an der australischen Ostküste zu entdecken.

Die Bilder, die Chantal bei einem Strandbummel in Mackay schoss, erinnern in ihrer Bizarrheit jedoch an die Fotos, die Satelliten immer mal wieder von fernen Planeten zur Erde schicken.

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Der Samichlaus im Warenhaus

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Was nördlich des Äquators in der Regel eine familieninterne Angelegenheit ist, wird in Australien fliessbandmässig abgewickelt: Hier macht der Samichlaus keine Hausbesuche; hier checkt er in grossen Einkaufszentren ein. Beim Eingang hämgt er ein Schild mit den Besuchszeiten an die Wand. Dann lässt er seine kleinen (und, ja: auch grossen) Fans im Zehnsekundentakt antraben. Drei Meter vor ihm ist eine Kamera montiert, die jede Audienz dokumentiert. Sobald das Kind von den Knien des Chlaus gerutscht ist, zücken die Eltern ihre Kreditkarte, um das Bild zu kaufen. Versli oder Liedli sind nicht vorgesehen; derlei Vorträge würden den Ablauf nur stören.

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Voll erwischt

Aufgang

Samstag, 15. Dezember 2012: Als ob sich das Universum zu Chantals 30. Geburtstag etwas ganz Besonderes hätte einfallen lassen, erlebe ich auf dem Balkon des Ocean International Hotels gerade den faszinierendsten Sonnenaufgang meines Lebens.

Zuerst war am Horizont nur ein minimunziges pinkfarbenes Chnöpfli zu sehen. Innert Sekunden wuchs der Tupf zu einer imposanten glutroten Kugel heran, deren unterer Rand sich wabernd über die ganze Breite des Meeres erstreckte . Nun reflektiert sich das Licht des Feuerballs in unzähligen Spiegeln aus Wasser, die die Ebbe auf dem Sand zurückgelassen hat.

In den Palmwipfeln erzählen kunterbunte Morgenmoderatoren von Radio Papagei mit ansteckender Munterkeit, was letzte Nacht am Strand und in der Stadt passiert ist und womit heute zu rechnen sei. Besonders aufgestellt wirkt der Wetterverantwortliche: “Im Moment haben wir noch frische 21 Grad. Im Laufe des Tages steigen die Temperaturen aber auf 32 Grad an”, jubiliert er.

Auf unserer

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Reise nach Cairns (“20” ist Sydney; der Tropfen ganz oben steht für unseren aktuellen Aufenthaltsort) sind wir in Mackay angelangt. Die gestrige Etappe durch Queensland verlief nicht ganz störungsfrei: Zuerst spickte ein Kieselstein in die Frontscheibe unseres Autos. Er hinterliess im Glas einen kleinen Kratzer.

Stunden später wurden wir von einer Einmann-Polizeistreife aus dem Verkehr gezogen, weil wir auf dem Bruce Highway mit 114 statt 100 Stundenkilometern dahingebraust waren. Die Folgen: 220 Dollar Busse plus drei Punkte im australischen Flensburg. Angemessen zerknirscht versprachen wir dem bemerkenswert freundlichen Officer, uns ab sofort sklavisch an die gesetzlichen Vorgaben zu halten.

Busse

Aber mir wei nid chlage. Immerhin haben wir nicht, wie zig andere Automobilisten vor uns, ein Känguruh totgefahren. Kadaver dieser Tiere verwesen am Strassenrand alle paar hundert Meter vor sich hin. In der Schweiz würden die zerfetzten Überreste der Opfer unmittelbar nach dem Unfall amtlich beseitigt. Hier überlässt man die Entsorgung den Raubvögeln und Dingos.

Nachdem wir seit dem Start in Byron Bay schon um die tausend Kilometer abgespult haben, ist jetzt Sonnenbaden und Shoppen angesagt. Vom Schwimmen im Meer und dem Durchstreifen von touristisch nur mässig erschlossenen Gebieten wurde uns abgeraten, weil sich im Norden der Ostküste um diese Jahreszeit gerne Haie, Quallen, Stachelrochen und Alligatoren tummeln.