Hippies, Haie, Hochgebirge

Auf Hippies wirkt Byron Bay seit jeher wie ein Magnet. Wohin das Auge blickt: Pluderhosen und Batikleibchen. Alle paar Meter stolpert man über Strassenmusikanten und –akrobaten.

In der Stadt gibt es köstlichen Kaffee, gefährlich leckere Glacen, auch Nichtfrittiertes zu essen und einen Markt, auf dem von Belgischer Schokolade über live handgemachten Schmuck bis hin zu Heiligenfiguren aus Wachs alles zu haben ist, was man im Grunde nie haben wollte.

Ich erwog, ein paar

neue Buchstaben

zu kaufen, verschob den Handel aber auf später. Der Vorrat dürfte für die nächsten paar Wochen reichen.

Um in diesem Mini-San Francisco nicht allzusehr aufzufallen, wollten Chantal und ich einen

klapprigen, alten VW-Bus (Bild typähnlich)

mieten. Nachdem uns Hertz am Flughafen Ballina unverhofft upgradete, cruisen wir jedoch

ziemlich deluxig

durch die Gegend.

Nur: Solange die Leute hier Geld für Essen und Trinken, Souvenirs und allerlei Betäubungsmittel haben, ist Materielles für sie nur von peripherem Interesse.

Seit gestern wohnen wir in einem schmucken Häuschen im lauschigen Brunswick Heads bei Byron Bay. Drumherum: Viel Grün. Über allem: Viel Blau. Sanft wippen Palmen im Wind. Auf dem Strässchen, das durch das Quartier führt, fahren pro Stunde zwei Autos in Zeitlupe vorbei. Vom Meer her weht eine leichte Brise. In der Luft liegt der Duft von Salz, Sand und dem Gras, das der Nachbar an diesem Bilderbuch-Sonntagmorgen um kurz nach acht Uhr gemäht hat.

Auf der Fernsehantenne sitzt ein Kookaboorra. Wir legen ihm Schinkenstückli hin. Nach kurzem Überlegen schnappt sich der herzige Kerl das Fleisch. Dann fliegt er zurück aufs Dach. Ununterbrochen zirpen Grillen. Baden zu gehen, wäre jetzt keine gute Idee: Zu dieser frühen Stunde sind in Strandnähe oft Haie am Zmörgele.

Heute Nachmittag gings ab in die Hügel im Landesinnern, wo Freunde von Chantals Cousine Nathalie ein grosses Haus bewohnen. Wir genossen den prächtigen Rundumblick auf die australischen Alpen, liessen uns von einer Ex Miss Australien und ihrem Gatten vegetarisch verwöhnen und gondelten gegen Abend um ein paar schöne Erfahrungen reicher nach “Hause”.

Das Programm für morgen steht noch nicht in allen Details fest. Wer weiss: Vielleicht hüpfen wir zum Einstieg in den Tag einfach mal in den hauseigenen Pool:

Auf zu neuen Ufern

Soooli: Nachdem wir in den ersten knapp zwei Australien-Wochen nun fast alle

Attraktionen,


(Bild: Schatz)

Gässchen,


(Bild: Schatz)


(Bild: Schatz)


(Bild: Schatz)

Berg- und Buschlandschaften

sowie die

Bootsanlegestellen

in und um Sydney gesehen haben, zieht es uns weiter.

Heute Nachmittag fliegen wir in den Norden, nach Byron Bay, wo Chantals Cousine Nathalie in einem schmucken Häuschen am See lebt. Dort bleiben wir für drei, vier Tage. Anschliessend fahren wir der Ostküste entlang nach Cairns., um die Zeit bis Weihnachten mit Baden, Bummeln und dem Beobachten von Alligatoren zu verbringen, die in dieser Stadt scheints völlig ungeniert über die Strassen kriechen.

Die Wetteraussichten stehen, zuindest temperaturmässig, nicht schlecht:

Und falls es zwischendurch tatsächlich einmal regnen sollte: Es gibt ja Schlimmeres.

Am 22. Dezember fliegen wir zurück nach Sydney. Am Heiligen Abend richtet Chantals Verwandtschaft für uns eine “Australische Hochzeit” ausrichtet (wir haben bis auf ein paar Informationen aus gut unterrichteten Quellen so gut wie keine Ahnung, was uns da alles erwartet…). Dann wird es auf den Tag genau zwei Jahre her sein, dass ich meinem Schatz den Heiratsantrag gemacht habe.

Nach Neujahr kehren wir Sydney

bluesler.ch/der-gedanke-mitten-in-der-nacht

endgültig den Rücken.

Wir fahren – mit Abstechern nach Tasmanien, auf das Pinguin-Paradies Philipp Island und an andere wunderschöne Orte – nach Melbourne. Von dort gehts Mitte Januar zurück in die Schweiz.

Aber daran mag ich jetzt wirklich noch nich denken.

Klein, aber fein

Eigentlich fuhren wir zwei Stunden lang in den Norden von Sydney, um im Hunter Valley chli durch die Rebberge zu schlendern. Aber dann sahen wir kurz vor Cessnock ein Schild, das uns auf etwas noch Verlockenderes hinwies. So landeten wir im Hunter Valley Zoo – und bereuten den Abstecher keine Sekunde.

Im Gegensatz zu vielen anderen Zoos setzt diese Institution auf Klasse statt Masse. Tiger, Löwen oder Elefanten sucht man hier vergebens. Dafür gibt es für 19 Dollar jede Menge einheimischer Tiere zu sehen: Känguruhs, Schlangen, Stacheltiere, einen Alligator, Koalas, Kakadus, die

“Hello, darling!”

krächzen….Sie alle haben mehr als genug Platz zum Leben, werden mit viel Liebe gepflegt und machen einen entsprechend entspannten Eindruck. Einige Tiere darf man sogar in ihren Gehegen besuchen und füttern.