Sackstarkes Souvenir

Die meisten Australienreisenden bringen ihren Lieben ein gelbes Strassenschild mit einem Koala oder Kängu drauf mit nach Hause oder einen Hai aus Plastic oder ein T-Shirt mit der Aufschrift “My parents went to Sydney and all I got was this lousy T-Shirt”.

Ich überraschte meinen Bruder gestern Abend mit einem Flaschenöffner:

Er besteht im Wesentlichen aus einem…nun ja…Teil eines original echten, aber zum Zeitpunkt der Organentnahme längst toten Kängurus.

Bei der Geschenkübergabe gab sich mein Brüetsch grosse Mühe, begeistert zu wirken. Nächste Woche beglücke ich einen zweiten Menschen mit einem dieser praktischen Werkzeuge. Falls die Reaktion erneut so enthusiastisch ausfällt, beginne ich damit, solche Dinger selber zu verkaufen.

Jetzt, wo sich abzeichnet, dass Gunther von Hagen nicht mehr ewig lange verstorbene Leute verarbeitet, benötige ich dafür nicht einmal Kängurus.

Richtige Adresse, falscher Absender

Ups: Vor meiner Abreise aus Australien habe ich vergessen, mich vom Computer unserer Gastfamilie auszuloggen. Nun hat die ganze, leicht schräge Sippe dort unten Zugriff auf mein elektronisches Postfach.

Falls in nächster Zeit also jemand in eigenwilligem Deutsch verfasste Mails mit etwas befremdlichem Inhalt erhalten sollte – zum Beispiel: “Hey, boss! I’m quittin’ my bloody job and go back to Australia” -, müssen diese nicht unbedingt von mir stammen.

Ihr füllt zweimal das Hallenstadion!

Hurra – ein Jubiläum: am 4. Januar 2010, also vor genau einem Jahr, startete ich in der Annahme, dass mindestens die halbe Welt interessiert, was ich so treibe und denke aus einer Laune heraus diesen Blog. Am Anfang war auch Chantal mit von der Partie. Aber irgendwie wurde “Schreibzeug” mehr und mehr zu meiner Privatveranstaltung. Irgendwann stieg mein Schatz aus. Es war, um bei derlei Entscheidungen gerne aufkommenden Gerüchten vorzubeugen, eine überaus einvernehmliche Trennung. Und wir bleiben durch unsere bevorstehende Hochzeit ja auch so chli miteinander verbunden.

Der erste Beitrag trug den Titel “Äääh, ööööh, hm” und beschäftigte sich mit der existenziellen Frage, wieso private TV-Sender ihre Zuschauer jeweils bis weit über Neujahr hinaus mit diesen schampar lustigen Pleiten-, Pech- und Pannen-Jahresrückblicken nerven.

Ein halbes Jahr später nahm es mich wunder, wieviele Leute eigentlich mehr oder weniger regelmässig in meiner virtuellen Stube vorbeischauen. Also installierte ich einen Besucherzähler. Er registriert die Zugriffe pro Computer. Wer einen Artikel mehrmals liest, wird folglich nur einmal gewertet.

Vorhin schaute ich mir die Statistik einmal etwas genauer an -und staunte nicht schlecht:

Seit August 2010 haben 24 374 Menschen einen Beitrag oder mehrere Texte in diesem Forum gelesen, auf das niemand gewartet hat, und das ich trotzdem betreibe; oder grad deshalb. Das heisst: Alle “Schreibzeug”-Leserinnen und -Leser würden miteinander locker zweimal das Zürcher Hallenstadion füllen.

Anfänglich bewegten sich die Klickzahlen vermutlich im zwei- bis dreistelligen Bereich. Dann nahm die Sache langsam Fahrt auf: im September hatte ich 6175 Gäste, im Oktober 6777. Seither liegt der monatliche Besucherdurchschnitt zwischen diesen zwei Werten.

Im letzten halben Jahr verfasste ich 416 Beiträge. Ich bewegte mich damit erfreulicherweise nicht in einer Einbahnstrasse: 540 Mal gabt Ihr, liebe Leserinnen und Leser, euren Senf in Form von Kommentaren dazu.

Und hier – die Hitliste der 20 meistgelesenen Beiträge seit Anbeginn der Zählung. Ums chli spannender zu machen, fange ich ganz hinten an:

20.Helft den Schottenrockern

19.Schon Halbzeit? – Erst Halbzeit!

18.Bye-bye, friends

17.In Sachen Göttibueb

16.In der Warteschleife zu Deep Purple

15.Noch husch, vor dem Abflug

14.Mit Russi und Rotscher auf Punktejagd

13.In Anitas Kopf

12.Zeigt her eure Füsse

11.Hollywood night

10.Von Muse geküsst – oder auch nicht

9.Liebenswerte Halunken

8.Sekretariat

7.Personal

6.Büro

5.Zum Shreddern

4.Ätsch, ein Bätsch

3.Chefsachen” (1137 Klicks)

2.Freund Raclette” (1366 Klicks)

1. Homepage (11 906 Klicks)

Eine Frage der Zeit

Hm: Am Sonntag um 19.30 flogen wir in Sydney ab. 22 Stunden später landeten wir am Montag um 7.30 in Zürich. Ich erinnere mich daran, dass uns mein Brüetsch am Flughafen abholte. Er brachte uns nach Zug. Nach dem Auspacken legten wir um 14 Uhr herum ins Bett, um ein halbes Stündchen zu schlafen.

Als wir wieder erwachten, wars draussen stockdunkel. 20.27 zeigen die Uhren. Das mag ja sein. Die Frage ist:

An welchem Tag?