Tatort Abstimmungsbüro

Da schaut man am Sonntagabend entspannt den “Tatort” und versucht, in dem dichten Crystal Meth-Nebel den Handlungsfaden nicht ganz zu verlieren, und plötzlich wird unten am Bildschirm ein Text eingeblendet.

“Eilmeldung”, steht da, weiss auf blau. Man zieht unwillkürlich eine Augenbraue hoch, denn “Eilmeldung” mitten in einem Spielfilm bedeutet in der Regel: Attentat, Flugzeugentführung, prominenter Toter, Naturkatastrophe oder etwas Artverwandtes, über das die Menschheit auf der Stelle ins Bild gesetzt gehört, doch verkündet wird…

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…das Resultat der ersten(!) Hochrechnung(!!) der Wahlen(!!!) in Griechenland(!!!!).

Demnächst während des “Tatorts”: In Bonn ist eine Katze entlaufen.

Heieiei

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Das Konzept ist ebenso einfach wie verführerisch: Unter dem Motto “Geile Eier” servieren Bettina und Christian Hirsig in ausgewählten Restaurants in Burgdorf, Bern und Thun Eggs Benedict.

Auf die Idee kamen die beiden auf einer Südafrika-Reise. Dort wurden ihnen in einem Hostel zum Frühstück pochierte Eier serviert. Als das Paar zurück in der Schweiz war, kochte es die Rezepte nach. Irgendwann begannen Hirsigs, auch Freunde und Bekannte mit Benediktiner-Eiern zu verwöhnen…und von dort weg war es nur noch ein kleiner Schritt bis zum eigenen Kleinunternehmen.

Heute Sonntag machten die zwei Kochartisten mit ihrer “Geile Eier”-Tournee im Restaurant “B5” in Burgdorf Halt. Mein Schatz genoss die Lachsvariante, während ich mich an einem “Beef”-Teller (mit Tatar) gütlich tat. Die höchst bekömmlichen Zmorgeportionen sind in drei Sorten, Grössen und Preisklassen erhältlich. Wir entschieden uns, wenn wir schon mal da waren (Reservationen werden dringend empfohlen), für die teuersten Angebote (25 Franken pro Teller) – und haben keinen Rappen bereut.

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Weitere Infos gibts hier.

Greenpeace

Hera und Zeus, unsere zwei kleinen Mitbewohner, haben nicht nur längst eine eigene Facebook-Seite, sondern auch schon einen beachtlich grossen Fanclub. Über 70 Interessierte informieren sich online regelmässig darüber, was die knapp halbjährigen Babies tagein und -aus treiben.

Im Moment leben die Schildkröten noch unbeschwert und friedlich unter einer Wärmelampe in einer Plasticbox in unserer Wohnung. Wir füttern sie fast täglich mit Salatblättern, Löwenzahn und anderem Grünzeug und sorgen zwischendurch mit einem Stück Banane oder Apfel für Abwechslung im Speiseplan. Ihren dreiwöchigen Kurz-Winterschlaf im Kühlschrank haben die zusammen knapp 40 Gramm leichten Griechen bestens überstanden. Im Frühling bauen wir ihnen im Garten ein Aussengehege.

Hochentspannung im Burgdorfer Kraftwerk

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Mit ungekünstelter Herzlichkeit und dem ihr eigenen Gespür für den grössten gemeinsamen Wohlfühlnenner von Menschen aus allen Alters-, Berufs- und Gesellschaftsschichten betreibt Anita Häberli (Bild oben) seit Kurzem das “Kraftwerk”. Das eine Gehminute hinter dem Burgdorfer Bahnhof gelegene Kaffee ist laut Eigenwerbung ein “Home of the good times” und “ganz anders als alles, was Burgdorf bislang zu bieten hatte.”

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Wer das Beizli zum ersten Mal betritt, stellt sofort fest: “Home of the good times” und “anders als alles…” sind im “Kraftwerk” nicht leere Werbeslogans, sondern Versprechen. Als ob man jemandem, den man seit Langem gut mag, in seiner neuen Wohnung besuchen würde, setzt man sich hin, schaut sich um…und beginnt unwillkürlich, die anstehenden Termine geistig nach hinten zu schieben oder gleich ganz aus dem Gedächtnis zu löschen. Das liegt nicht nur am einnehmenden Wesen der Chefin, sondern auch am liebevoll arrangierten Interieur, das an Originalität und Behaglichkeit nichts zu wünschen übriglässt.

Rund 50 Helferinnen und Helfer – darunter auch Jugendliche – haben die frühere Werkstatt des “Radix”-Snowboardshops an der Kirchbergstrasse 25 in monatelanger Fronarbeit zu einer zweistöckigen Entspannungsoase samt Bar, Sitzecken, einer Bühne und zig weiteren Sehenswürdigkeiten umgebaut. Entstanden ist ein innenarchitektonisches Kuddelmuddel, das seine Wurzeln irgendwo in der Mitte des letzten Jahrhunderts hat und das trotzdem – oder gerade deshalb – einen zeitlosen Charme verströmt.

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Knietiefe Nierentischchen, eine Jukebox (perfekt sortiert: bei unserem Besuch bekundeten erst die Rolling Stones ihre “Sympathy for the Devil”, dann reisten Toto nach “Africa”, anschliessend genossen Led Zeppelin a “Whola lotta Love”, und das alles in einer Lautstärke, bei er es sich problemlos miteinander plaudern liess), selbstkreierte Lampen, ein Ledersofa, vergilbte Bilder, quasiantike Accessoires, bunte Leuchten, hölzerne Dielen, alte Sicherungskästen, aus halbverputzten Wänden ragende Rohre oder Vitrinen aus Mutters und Grossmutters Zeiten: Das alles sieht aus wie zufällig arrangiert und wirkt wie eine WG, in der ein paar geschmackssichere Freunde ihren retrovertierten Einrichtungsfantasien freien Lauf lassen konnten.

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Für den kleinen Gluscht zwischendurch hält Anita Häberli, die schon als “Metzgere”-Wirtin in der Burgdorfer Oberstadt eine ebenso treue wie dankbare Stammgaschtig um sich geschart hatte, handgemachte Sandwiches und süsse Versuchungen bereit. Die Getränkeauswahl umfasst, was Herz und Kopf und Leber begehren. Darüberhinaus freuen sich DJs und eine eigens für das “Kraftwerk” zusammengestellte Hausband darauf, die Nacht mit den Gästen zum Tag zu machen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 16 bis 0.30 Uhr, Samstag 10 bis 0.30 Uhr.

Weitere Infos gibts hier.

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Stadtbilder (40)

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Ausgemistet: Während man anderswo noch nicht einmal über den Frühjahrsputz nachdenkt, gehts damit in Burgdorf schon Mitte Januar zügig voran.