Bald steigen auf Gran Canaria die ersten Manne i d Hose

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Wer einmal in aller Ruhe darüber nachdenken kann, was noch fehlt auf der Welt, kommt – vor allem als Burgdorfer – eher früher als später auf die Idee, auf Gran Canaria ein Schwingfest zu veranstalten, mit allem.

Als Chef des aus mir bestehenden Organisationskomitees für „Hosaslupfas2014“ habe ich mich heute Morgen an die Vorbereitungsarbeiten gemacht. Nun sind sie abgeschlossen. Was noch fehlt, sind die Schwinger, aber die kommen dann schon, wenn sie merken, was hier bald los ist.

Meine erste Amtshandlung war die Besetzung des Ehren-OK. In dieses berufen habe ich meine Frau, meinen Bruder und meine Schwägerin, und falls jetzt jemand murmelt, „huere Vetterliwirtschaft, das.“, brülle ich ihm in aller Gelassenheit entgegen: „WAS, VETTERLIWIRTSCHAFT?!? Bei Anlässen dieser Grössenordnung sind – um mit dem grossen Astronauten Charles Darwin zu sprechen – nur „The Fittest“ gefragt! DIE WÄGSTEN UND CHÄCHSTEN!, und wenn ich das mit der Vetterliwirtschaft noch einmal höre, häscherets!!!“

Nachdem das geklärt ist, kommen wir nun zu den infrastrukturellen und technischen und anderen Aspekten des Events (das Wort „Event“ habe ich bewusst gewählt, um auch potenzielle Zuschauerinnen und Zuschauer unter 90 anzusprechen).

Die Arena ist bereit

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und provisorisch grächelet. Gegen Abend kommt noch ein Stadion drauf.

Der Kran für die TV-Kameras muss noch kurz etwas anderes fertigmachen, steht dann aber unbeschränkt für “HL14” zur Verfügung.

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Puristen mögen jetzt einwenden, das sei ja gar keine Sägemehl da unten, in der Arena. Da habe es bloss Sand wie, äh, Sand am Meer.

Dazu kann ich nur sagen: „Wer muss soweit wie möglich mit den vorhandenen Ressourcen arbeiten? Wer achtet aufs Geld? Was ist mit dem Umweltschutz? Und überhaupt: WER IST HIER DER OK-PRÄSIDENT, WERELIWER?!?

Zu meinem Entzücken durfte ich schon kurz nach Beginn der Planungsbüez feststellen, dass es im Grunde genommen gar nicht viel zu planen gibt. Es ist ja und sind ja schon alles und alle da.

Die Vorverkaufsstelle:

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Für jeden Ansturm gerüstet.

Der Brunnen:

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Sprudelt wie verrückt.

Das Kommunikationszentrum:

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CNN und BBC werden juchzen.

Kulinarisch:

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Es hat für alle von allem genug.

Kampfrichter:

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Bis in die Haarspitzen motiviert.

Partymeile:

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Schluckt auch unüberschaubare Menschenmassen.

Unterhaltungsprogramm für reifere Besucher:

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Niemand bleibt sitzen. Und alleine.

Unterhaltungsprogramm für jüngere Gäste:

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Aber sicher!

Hütedienst:

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Ihr Kinderlein kommet.

Verkäufer der Gangblätter:

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Eingeschleust (und zwar zum Teil von weit her).

Schwingveteranen, die immer benörgeln, früher, als “Kanarische” noch 400 mal kleiner waren, sei alles besser gewesen:

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Im Anmarsch.

Ehrendamen:

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Konnten für die nächsten drei Tage fast ohne Gewaltandrohung von ihren Partnern getrennt werden.

Relaxingzone für die Aktiven:

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Nochli ein Puff, aber zum Anschwinget betriebsbereit.

Gabentemptel:

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Steht.

Lebendpreis:

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Voilà.

Das wärs glaub schon, glaube ich. Als Helferinnen und Helfer stehen die bewährten Kräfte der Szenerie Burgdorf im Einsatz.

Weitere Zahlen und Fakten können hier nachgelesen werden (einfach „Burgdorf“ durch „Playa del Inglés“ und “Emmental” durch “Gran Canaria” ersetzen).

Auch wenn ich davon ausgehe, nichts vergessen zu haben, wäre ich froh, wenn mich einer der möglicherweise mitlesenden Organisatoren des letzten „Eidgenössischen“ – sagen wir: mein Nachbar Franco Rappa – auf allfällige Mängel aufmerksam machen würde, bevor die ersten Mannen in die Hosen steigen.

Die Berichterstattung über das weltweit erste „Kanarische“ erfolgt ab morgen Freitag um 8 Uhr schwingerkompatibel über Facebook, Twitter und so weiter, und so fort.

Obs damit klappt, hängt in erster Linie von der Qualität der Internetverbindung ab, und um die ist es auf den Kanar%“KP…ç=!…++C….///£:GA°…!)(;;T

Aber live fägts sowieso mehr. Echte Schwingfans wissen das. Sie haben ihre Plätze bereits eingenommen:

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Nachtrag 12. April: Das Fest findet nicht statt. Es haben sich exakt null Teilnehmer angemeldet, was das OK daran zweifeln lässt, dass die Veranstaltung burgdorfähnlich imposante Dimensionen annehmen könnte.

Wie alle, nur anders

Auf ihre ganz…äh…eigene Art sind sie schon drollig, die deutschen Touristen auf Gran Canaria und überall sonst auf der Welt.

Wenn ihnen jemand, den sie als Führungsfigur anerkennen – den Schildermaler einer Strandbeiz, zum Beispiel – etwas vorschreibt…

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…machen sies einfach,

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und zwar unabhängig davon, ob das einen Sinn ergibt und ungeachtet dessen, wer das Chaos am Ende aufräumt.

Und überhaupt: Was heisst hier

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schon “Heute 19.45”?

Deutschen Ton gibts hier (und dort. Und da auch) fast rund um die Uhr, von morgens um 6, wenn die ersten Hotelgäste, windschlüpfrig über ihre Rollatoren gebeugt, zum Pool sprinten, um sich mit dem Badtüechli einen Platz am Wasser zu sichern, weil spätestens um 10 Uhr jede Liege mit allen verfügbaren Mitteln besetzt sein wird,

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bis abends um 9, wenn auch die zächsten Paare, vom Foxtrotten bis an den Rand des Komas ermattet, in ihre Betten sinken.

Sie bestellen, wie schon vor zwei Jahren und wie bestimmt auch in zweihundert Jahren noch, ne Pälla, von der sie dann nur einen Viertel verspeisen (jenen Teil nämlich, der Esswaren enthält, die sie kennen: den Reis, die Erbsli und den Pouletfetzen), Fruttidelmareplatten, die sie zurückgehen lassen, weils Fisch drauf hat und Nochi, obwohl die das einzige sind, was auf der Karte fehlt.

Sie meckern, weils draussen zu warm ist oder drinnen zu kühl, sie diskutieren stundenlang mit dem Personal, weil sie am Vorabend für irgendetwas bezahlen mussten, was laut Katalog im Preis inbegriffen war und drohen dem Busfahrer mit rechtlichen Schritten, wenn er zwei Minuten zu spät vor dem Hoteleingang steht.

Sie beklagen sich darüber, dass “in diesem Laden” zuwenig laufe. Aber wenn die Animatrice dann zur Wassergymnastik oder zum Bogenschiessen oder zum Darts oder zum Billard ruft, bleiben sie lieber auf ihren Liegen liegen; das fehlte ja gerade noch, dass sich auf dem mühselig erkämpften Plätzchen nachher genau der Typ räkelt, den man vor Sonnenaufgang mithilfe von zwei Weckern und einem perfekt getimten Anruf aus der Rezeption so elegant ausgebremst hat.

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Sie “fragen” arglos an der Bar bloggende und sich dabei selber fotografierende Schweizer, ob sie “mal eben” deren Laptop ausleihen können, um zu scheckn, ob die Gran Canaria-DVD, die sie in der Innenstadt einem halbseidenen Händler abgekauft haben, um sich die Insel nicht selber anschauen zu müssen, “auf diesem Ding” läuft (hätte der Mann auch nur “Mac” statt “Ding” gesagt, wäre eine wenn vielleicht auch nur gespielte Verhandlungbereitschaft nicht zum Vornherein ausgeschlossen gewesen).

Kurz: Die Deutschen benehmen sich auf Gran Canaria genauso wie all die anderen Touristen, nur ein bisschen anders.

750 000 (in Zahlen: 750 000) Deutsche fallen Jahr für Jahr auf dieser Insel ein (das schreibt jedenfalls Manfred Schock, und es gibt keinen Grund, ihm nicht zu glauben. Schliesslich ist er der für Touristen zuständige Geistliche vom lokalen evangelischen Pfarramt).

Dazu kommen rund 11 000 Germanen, die ständig hier sind. Die nikotinabstinente Mehrheit dieser Bevölkerungsgruppe blickt vermutlich immer mal wieder neidisch in Richtung der paffenden Fraktion, denn “günstiger als in Deutschland sind auf den Kanaren nur die Zigaretten”, wie der Website Gran Canaria aktuell zu entnehmen ist.

(Weiterer wichtiger Hinweis: “Die meisten Produkte, und das fängt beim Toilettenpapier an, wachsen weder auf der Insel…”. Und, wenn wir schon dabei sind, noch ein Gratistipp obendrauf: “Das Leben besteht nicht nur aus selbstgemachten Kartoffelsalat.”)

Eigentlich wollte ich aber gar nicht über die Deutschen berichten, sondern über Luggi und Tine Stadlmair.

Der Musiker aus Österreich und seine Frau aus – nun denn – Deutschland leben seit vielen Jahren auf Gran Canaria. Erst betrieben sie in Maspalomas mit mässigem Erfolg einen “Bayrischen Biergarten”. Ein verheerender Waldbrand legte ihre Finca in Fataga 2007 in Schutt und Asche.

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(Ausschnitt: wochenblatt.online.)

Dieser Nackenschlag konnte das Paar jedoch nicht davon abbringen, seinen Traum vom Dasein auf Gran Canaria weiter zu verwirklichen. Es richtete auf einer Terrasse des Einkaufszentrums “La Sandia” in Playa del Inglés die “Larifari-Lounge” ein.

“Alt und Jung”, “Cocktail-Fans, Liebhaber von Live-Musik oder Karaoke-Künstler”: Alle würden sich bei ihnen wohlfühlen, versprechen Luggi und Tine Stadlmaier.

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(Bild: pd)

Als jemand, der sich weder besonders jung noch übertrieben alt fühlt, keine Cocktails trinkt und sich die Hölle als riesigen Karaokeschuppen vorstellt, in dem beschwipste Mittelkaderbanker und dem Vergessen anheimgefallene “Superstars” endlos “Last Christmas” und “Wind of Change” darbieten, will ich heute Abend herausfinden, wie Bluesler-kompatibel das Larifari wohl ist.

Sehr lange werde ich allerdings nicht bleiben können. Dieta von nebenan steht mit seinem Rollator garantiert schon um Mitternacht im Startloch. Doch morgen früh hat er keine Chance:

Ich mache in meinem Zimmerchen durch.

Andere Länder, andere Gewürzmischungsnamen

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“Wie findest du dieses kalte Gurkensüppli, Schatz?”

“Tiptopp. Es könnte vielleicht noch einen Schuss von dem Dingsda vertragen.”

Nachtrag: Nachdem ich dieses Bild und den Text auch auf Facebook veröffentlicht habe, weist mich ein Leser darauf hin, ich müsse aufpassen, “dass du dir da nicht eine Anzeige wegen der Rassismusnorm einhandelst”.

Das würde mich sehr irritieren. Immerhin sind die Ermittlungen wegen eines Interviews, das ich mit der Rechtsrock-Band “Indiziert” geführt hatte, vor Jahren im Sande verlaufen. Und das war juristisch wohl ein gröberes Kaliber als dieses Satireli hier.

E Guete beim Znacht morgen früh!

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Um punkt 18.30 Uhr beginnt im Hotelrestaurant, dem braunen Gebäude rechts oben im Bild, die erste Fütterung der Raubtiere.

Die zweite Schicht kommt um 20 Uhr dran. Mit etwas Glück können die Hungrigen in den hinteren Reihen ihr Nachtessen noch vor Sonnenaufgang einnehmen.

Ich verpflege mich auch heute lieber in der Stadt; dort hats deutlich weniger Leute.