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10 search results for "Aschi Rüegsegger"

Aschi bringt es immer weiter

Vor nicht allzulanger Zeit war Aschi Rüegsegger „nur“ Betreiber einer Kleinstsägerei im Eggiwil; und Bauer.

Dann avancierte er aus heiterem Himmel zum Tookmaschter in der Kulturfabrikbigla in Biglen. Wenig später feierte Aschi auf der Bühne, die er für seinen chli kurligen Chef Peter Leu fegt und pflegt und infrastrukturiert, seine ganz persönliche „Stärnstund“ kabarettistischen Schaffens.

Aber damit hat der rührig-wärchige Zeitgenosse seinen Zenit noch lange nicht erreicht. Jetzt engagierte ihn Worb als 1. August-Redner:

Ein besseres Standortmarketing kann eine Gemeinde nicht betreiben.

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Neulich, auf Aschis Sofa

Wir wussten beide nicht genau, worauf wir uns eingelassen hatten. Aber als Hannes Zaugg und ich dann als „Aschis Gaschtig“ auf dem roten Sofa im Foyer der kulturfabrikbigla in Biglen sassen und uns mit dem liebenswert ahnungslosen, aber bemerkenswert gwundrigen

Talkmaster Aschi Rüegsegger

über die Politik, das Internet und überhaupt alles unterhielten, fühlten wir uns sehr bald wie daheim bei einem gemütlichen Schwatz am Stubentisch.

Am Ende waren wir uns zumindest darüber einig, dass wir uns in politischen Fragen nie einig werden würden, aber das machte nichts: Wenn Aschi Gaschtig in die Kulturfabrik lädt, geht es nicht darum, dass der eine Gascht den anderen möglichst laut möglichst schnell möglichst klein macht. Sondern darum, sich in einem überaus gmögigen Rahmen einfach einmal eine Stunde lang Zeit zu nehmen zum Zuhören und Drauflosplappern und dabei, wie in unserem Fall, auch mal zu staunen darüber, dass es auf dieser Welt tatsächlich rund 50 Leute gibt, die sich noch nicht bei Facebook registriert haben.

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Klammerbemerkungen

Erst rummsten die Pauken, tröteten die Trompeten und schrillten die Pfeifen, dann wummerten die elektronischen Bässe und schliesslich, als der Morgen zu grauen begann, heulten ununterbrochen die Polizeisirenen: In Playa del Inglés war letzte Nacht Carnevale.

Deshalb zog ich mich beizeiten in mein Gemach zurück, um über etwas nachzudenken, das innerthalb weniger Tage an der Atombombe und Xavier Naidoos Wanderliedern („Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer“) vorbei an den Spitzenplatz meiner persönlichen Hitliste des Schreckens gerast ist: Die Handtuchhalter, Badetuchklammern oder, wie Aschi Rüegsegger in seiner Sagi im Eggiwil sagt, Boca Clips.

Erfunden wurden sie in der Mitte des 18. Jahrhunderts von einem ganz und gar der Natur zugewandten Volk, das seinen Lebensunterhalt in den damals noch alles andere als Vereinigten Staaten mit Jagen und Sammeln bestritt (wenn ich wüsste, wie Indianer diese Woche politisch korrekt genannt werden dürfen, hätte ich mir die umständliche Beschreibung sparen können, aber gut: Ich habe ja Zeit).

Ihnen wurde es eines Tages zu blöd, ihre Gefangenen mit endlos langen Seilen an die Marterpfähle zu binden. Deshalb setzte sich der Ältestenrat zusammen, um zu beratschlagen, wie diese Arbeit effizienter erledigt werden könnte.

Die zündende Idee hatte schliesslich Häuptling Stein der Weisen vom Stamm der Schlauen Meier. Er schlug vor, die Cowboys mit Klemmen aus Pferdeknochen zu fixieren, und wurde von seinen Kollegen daraufhin zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit ernannt.

Lange konnte er seinen Ruhm nicht geniessen: Zwei Tage später wurde er versehentlich von einem Touristen aus dem Bündnerland erschossen, der auf seiner Safari aus zwei Metern Entfernung auf einen neben ihm grasenden Bison gezielt hatte. Freudig ergriffen seine Hinterbliebenen die Gelegenheit, Prototypen der Klammer noch am selben Tag an dem Bleichgesicht auszuprobieren.
Sie hielten.

Wie so viele Erfindungen der Indianer (Pfeil und Bogen, Federschmuck – er zierte am Carnevale unzählige Köpfe – Winnetou-Filme uswusf.) machte auch Stein der Weisens Innovation weltweit Furore. Die Klemmen werden heute nicht mehr mühselig in Einzelanfertigungen auf sandigem Prärieboden geschnitzt, sondern in Hongkong und Bangladesch millionenfach von Neugeborenen zusammengeschraubt.

Es gibt sie in allen Formen und Farben. Die Fabrikanten verkaufen sie in soviele Länder, dass sie aus Kostengründen darauf verzichten, die Produktebezeichnungen von Menschen übersetzen zu lassen. Das übernimmt Google und liest sich so:


Im Hotel, in dem ich gerade den Winter abkürze, nutzen 95 Prozent aller Gäste die Dinger, um ihre Liegen zwei bis drei Stunden vor der Eröffnung des Poolareals mit einem Badtüechli zu besetzen.

Für manche scheinen diese Klemmen das wichtigste Reiseaccessoire überhaupt geworden zu sein; noch vor den Kleidern, dem Schmuck und den Kindern.

Ich habe mir in den letzten Tagen hin und wieder vorgestellt, was wohl passieren würde, wenn ich ein paar Klammern samt der Tüechli entfernen würde, während ihre Besitzer nichtsahnend das Zmorgebuffet verwüsten.

Und beschloss, diese Fantasie mit meinen Facebookfreundinnen und -freunden zu teilen:

Ihre Reaktionen waren eindeutig…

…und freuen ganz bestimmt auch Stein der Weisen. Dass jemand seine Idee dereinst so schändlich missbrauchen würde, um aufs Primitivste dem schnöden Egoismus zu huldigen, hätte er sich damals, in seinem Tipi, nie vorzustellen gewagt.

Er glaubte – zumindest, bis er dem Bündner begegnete – fest an das Gute im Menschen.

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Der alte Mann am Ende der Zeit

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(Bild: Markus Wehner, Biglen)

„BäseToggeliTod – oder die wo im Gletscher singe“: Der Schauspieler Peter Leu erzählt in seiner kulturfabrikbigla die Geschichte(n) des Dieners Robert, der ein halbes Jahrhundert lang in einem noblen Hotel gearbeitet hat.

Am Ende steht der alte Mann neben einem Besenwesen. Es sieht ein bisschen aus wie ein Mensch. Der Senior hat die gespenstisch anmutende Figur in den letzten 75 Minuten nach und nach geschaffen.

Den „Kopf“ des Bäsetoggelis bedeckt ein Tuch; in seinem „Gesicht“ steckt ein Rüebli aus Kunststoff und ein Gebiss. Es trägt einen ausgeleierten BH – und in der rechten „Hand“ jene Sense, die in den letzten 75 Minuten immer eindringlicher an die Türe der Kammer gepocht hat, in der der Mann mit einem Koffer voller Erinnerungen, einem antiken Radio und einem zehnjährigen Kalender an der Wand haust.

Als es dann dunkel wird in der kulturfabrikbigla in Biglen, wissen die Zuschauer: Jetzt ist es für Robert endgültig vorbei mit dem Kofferschleppen für die Ladies, Gentlemen „und manchmal auch Könige“, die in diesem Luxushotel beim Rhônegletscher ein- und ausgegangen waren. Nie mehr muss Robert die sonore Stimme des Hoteldirektors hören, der lispelnd die strengen Hausregeln verliest.

Erloschen sind die bittersüssen Gedanken an die junge Frau, die ihm in jungen Jahren gezeigt hat, was ein „kleiner Tod“ ist. Und die sein Herz brach, kaum, dass es richtig aufgegangen war.

Betreten sitzen die Gäste am Schluss in der Finsternis vor der Bühne. Es dauert ein Weilchen, bis die Beklemmung der Freude darüber weicht, soeben Zeuge einer grossartigen Aufführung gewesen sein zu dürfen.

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Ein Jahr ist es her, seit der Schauspieler, Regisseur und Kulturveranstalter Peter Leu, der Betreiber der kulturfabrikbigla, seinem ebenso gschaffigen wie schlitzohrigen Hilfsbüezer und Tookmaschter Aschi Rüegsegger eine „Stärnstund“ gegönnt hat.

Mit dem von Markus Michel verfassten „BäseToggeliTod – oder die wo im Gletscher singe“ (Musik: Barbara Jost; Regie: Pierre Kocher; Bilder auf der Bühne: Hannes Zaugg-Graf) setzt Leu den Zuschauerinnen und Zuschauern ungleich schwerere Kost vor. Zu Schmunzeln und Lachen gibt es diesmal nur Weniges, auch wenn Robert die tragischen Spitzen oft mit seiner feinen Ironie bricht. Dafür gibt es eine Menge zum Nachdenken. Und zum Fürchten, weil Robert mehr oder weniger ausgeprägt in jedem Menschen steckt.

Alt zu werden, lehrt uns der gebrechliche Hausbursche, ist auch dann kein Vergnügen, wenn man einen grossen Teil seines Lebens in vermeintlich bester Gesellschaft verbracht hat.

Während Robert – sich quälend oft wiederholend, immer wieder tief in die Vergangenheit abtauchend und den Faden verlierend – vor sich hinsinniert, beleuchtet er einerseits die Geschichte der Seiler-Dynastie, die das wirtschaftliche und politische Leben im Wallis einst mitgeprägt hatte. Gleichzeitig drehen sich seine Reminiszenzen um das grösste Familiengrundstück der Schweiz, den Rhônegletscher, und die ganze touristische Infrastruktur, die um ihn herum enstanden ist.

Den an der Türe wartenden Tod ignoriert er, so lange es geht. Und „lange“ ist für ihn, in der Einsamkeit seines Zimmers, zu einem relativen Begriff geworden. Die Zeit, sagt er, spiele für ihn keine Rolle mehr.

Irgendwann läuft sie aber auch für ihn ab. Als ob es sich um den Koffer eines Hotelgastes handeln würde, trägt Robert die Sense zu sich ins Zimmer. Er poliert das Symbol des Todes beinahe zärtlich – wie sich das für einen tüchtigen Diener gehört.

(In einem Interview mit der Berner Kulturagenda spricht Peter Leu über das Stück und die Herausforderungen, die es an ihn als Schauspieler stellt).

Weitere Aufführungen:

– Sonntag, 27. Januar, 17 Uhr,
– Mittwoch, 30. Januar, 20.15 Uhr,
– Donnerstag, 31. Januar, 20.15 Uhr,
– Samstag, 2. Februar, 20.15 Uhr
– Sonntag, 3. Februar, 17 Uhr,
– Mittwoch, 6. Februar, 20.15 Uhr,
– Donnerstag, 7. Februar, 20.15 Uhr und
– Samstag, 9. Februar, 20.15 Uhr

Vorverkauf: www.ticketeria.org (oder unter Telefon 0900 10 11 12, Fr. 1.19/Min.)

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Elf Monate wie oft – und ein Tag wie noch nie

Der wichtigste Tag dieses Jahres – und meines Lebens: Am 13. April geben Chantal und ich uns das Jawort. (Hochzeitsbilder: Bild: Hannes Zaugg, z-arts)

Mitte November: Das sollte eigentlich früh genug sein, um die medialen Mitbewerber jahresrückblickmässig abzutrocknen. Dann fassen wir die Hits und Flops und Meilensteine also mal zusammen:

Januar

Voller Tatendrang starten die Mitglieder des Vereins Szenerie Burgdorf und meine Verlobte ins neue Jahr. Erstere beginnen mit den Probearbeiten für „Die Franzosenkrankheit“, Letztere strickt für unseren Neffen.

Trouble in paradise: Unser Quartierkönig trifft auf einen Nebenbuhler.

Februar

Ein kleiner Mann feiert seine „Stärnstund“. In der kulturfabrikbigla erzählt der wärchige Aschi Rüegsegger, was er als Hilfskraft von Pesche Leu so erlebt.

Die Kälte hat das Land im Griff. Auch bei uns friert alles zu.

Mir bietet sich die Chance, Fotomodell zu werden. Ich lasse sie verstreichen, weil ich lange genug ständig auf meinen Körper reduziert wurde. Ab sofort zählen nur noch die Innereien.

„Chantemoiselle“ Myria Poffet gibt ihre zweite CD „Stück vom Glück“ heraus. Es ist mir eine Ehre, für das rundum gelungene Werk den Pressetext verfassen zu dürfen.

März

Konsterniert stelle ich in Paris fest, dass die Pissoirs in der Dalì-Ausstellung aussehen wie alle anderen Pissoirs auch.

Es lenzt. Wurde aber auch Zeit.

April

„Ja!!!“ Für immer und ewig und alle Zeiten. Und ich bin kein bisschen nervös.

Ein Ausläufer des Luca Hänni-Gstürms erfasst auch diesen Blog: Stammleser H. Z.-G. aus U. klappt nicht nur, aber auch wegen des Riesentheaters um seinen prominentesten Mitbürger zusammen.

Im Burgdorfer Siechenhaus bricht „Die Franzosenkrankheit“ aus. Genau dort hatten wir kurz zuvor unsere Hochzeit gefeiert.

Mai

Zehn Tage lang „lebe“ ich mit einem freigelegten Zahnnerv. Eigentlich hats mit der Behandlung recht vielversprechend begonnen. Aber dann gerät alles irgendwie aus den Fugen. Zuerst nur im übertragenen Sinn, wenig später buchstäblich.

Kaum verheiratet, verschwindet meine Frau nach Finnland.

Als Parkdienst-Chef erlebe ich, was wirkliche Macht ist. Ich nutze sie gnadenlos aus.

Verena Zürcher plaudert in diesem Blog weltexklusiv über die vielen Freuden und wenigen Leiden einer „Mordsgeschichten aus dem Emmental“-Verlegerin.

Juni

Gerade noch rechtzeitig vor dem Ausbruch der Olympischen Spiele hauen wirs nach London, wo wir sehr viele Läden sehen, und noch mehr Baustellen.

Von wegen „Fachblatt“: Der „Rolling Stone“ listet „Die 500 besten Alben“ auf – und vergisst die allerbesten.

Ich möchte auf dem Burgdorfer Bahnhof Kinder auf ihrer Schulreise fotografieren. Die Lehrerin und ihre vermutlich gerade aus dem Irak zurückgekehrte Begleitung finden das keine gute Idee.

Juli

Auf der Moosegg versucht „Dr Zuchthüsler“, einen Weg zurück ins normale Leben zu finden. Das Ensemble des Freilichttheaters Moosegg macht daraus eine beeindruckende Openair-Vorführung.

Steven Spielberg zieht die Augenbrauen hoch: Ich drehe meinen ersten Film.

Bei seinem Konzert in Zürich singt Bruce Springsteen für meinen Brüetsch und seine Frau „If I should fall behind“.

Trauer und Freude halten sich musikalisch die Waage: Deep Purple-Mitgründer Jon Lord stirbt. Toto brechen zu ihrer Europa-Tournee auf, die sie auch nach Arbon führt:

So viel Regen in so kurzer Zeit: Das gabs in meinen letzten 47 Jahren noch nie.

August

Die einen Schweizer Musiker halten sich mit ihrem Liebesleben in den Schlagzeilen. Andere arbeiten im Studio an ihrer neuen CD. Das eine ist einfach nur peinlich, das andere eine total gefreute Sache.

September:

Kaum auf Gran Canaria gelandet, lerne ich den Playaboy kennen. Wir verbringen eine glatte Woche miteinander – und freuen uns schon auf unsere nächsten Ferien, zur selben Zeit, im selben Hotel, im selben Zimmer 120.

Meine Frau und ich beteiligen uns am „Hotel Schwingfest“. Unser Zimmer ist schneller vergeben als ein kostenloses Backstage-VIP-Ticket für ein AC/DC-Konzert.

Der Mundartmusiker Hanery Amman gibt auf der neuen „Halunke“-CD „Houston we are ok“ ein grandioses Comeback. Und: Die „Stranded Heroes“ verarbeiten ihren Song „Bed of ivory“ zu einem Film.

Oktober

Weil im Zug sonst nichts frei ist, verbringe ich eine denkwürdige Stunde in einem „Familienwagen“ der SBB.

Die „Skinny Machines“ beehren wieder einmal die Heimatstadt ihres Drummers Dan Roth.


Auf einmal zickt die TV-Box herum. Aber nicht lange. Nicht sehr lange, jedenfalls.

Mordsgeschichten XXL: Mit Hakan Nesser und Arne Dahl geben sich in Burgdorf zwei Kriminalautoren der Sonderklasse ein Stelldichein.

November

An den Burgdorfer Krimitagen kochen fünf BZ-Gspändli und ich für die Gäste der „Emil“-Lesung. Man kann sagen: Für ein 20minütiges Essen stehen wir 15 Stunden am Herd. Aber: Wir haben den Plausch.

Raclette bei Nachbars. Zuhause ist es einfach am schönsten, und wenn „zuhause“ in der Wohnung gegenüber liegt.

Wobei: Am schönsten ist es auch in Australien. Dahin fliegen wir bald. Die Berichterstattung von der anderen Seite des Planeten erfolgt unter dem Titel „Down underwäx“.

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Luege & Läse

Schreiben, lesen und anderen dabei zuschauen, wie sie etwas oder jemanden darstellen: Das hängt alles irgendwie zusammen und fasziniert mich sehr. Deshalb gibt es in diesem Blog auch Buch-, Theater- und Filmbesprechungen – und zwischendurch ein bisschen Medienkritik.

 

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Zum Heulen: Bei „Marley & ich“ flossen die Tränen.

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Live von vor der Haustüre: Unser Quartier hat jetzt eine eigene Zeitung.

Mogelpackung: Der „Anzeiger von Burgdorf“ verspricht im Titel viel und hält im Innenteil nichts davon.

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Eine Zeitung voller Hühnersuppe: D Region kommt ein wenig monothematisch daher.

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„Fäustchen“ rückt Burgdorf immer näher: Am 4. Mai feiern wir mit der Szenerie Burgdorf die Premiere unseres neusten Stücks. Die Werbung dafür ist angelaufen.

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Unterhaltung ohne Happy End: Das Frelichttheater Moosegg spielt „Galgennühl“.

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„Was letztlich zählt, ist das Füreinanderdasein“: Meine Laudatio auf Bernhard Aichner, den Gewinner des Burgdorfer Krimipreises 2014.

Wenn alle nur das eine wollen: Das Freilichttheater Moosegg bietet mit „Hansjoggeli, der Erbvetter“ beste Unterhaltung.

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„Unterhaltung und Weiterbildung“: Die Berner Zeitung lobt das Schauspiel „Schiffmann“ der Szenerie Burgdorf.

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Nach dem Besuch bei „Otello“: Ein offener Brief an die Theaterleute in Adliswil.

Lebensfreude und Menschlichkeit gegen Gier nach Geld und Macht: Die Theatergruppe Burgdorf spielt „Die Irre von Chaillot“.

Grandios: Die Berner TheaterCompanie zeichnet in der kulturfabrikbigla das an Höhen und tiefen überaus reiche Leben des ersten Berner Bundesrates Ulrich Ochsenbein nach.

Beschwerlich in doppelter Hinsicht: „Dr Prinz Wiederkehr“ sucht im Stationentheater des Theaters Z nach dem verlorenen Liebesglück.

Zwei Bücher über ein Leben: BAP-Chef Wolfgang Niedecken zieht mit „Für ’ne Moment“ und „Zugabe“ Zwischenbilanz.

John Lennon in seinen eigenen Worten: Ein prächtiges Buch zeigt zig Briefe, Notizen, Gedichte und Zeichnungen des ehemaligen Beatle.

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Eldorado für Leseratten: Was der „Playboy“ 1970 zu bieten hatte.

Grauen zwischen zwei Buchdeckeln: Einem Nordkoreaner gelingt die Flucht aus dem Konzentrationslager.

Ein Hoteldiener erinnert sich: „Der alte Mann am Ende der Zeit“

Zwischen einem Serienkiller und gedopten Monstern: „Neue Dimensionen des Verbrechens“

Bewegendes Freilichttheater auf der Moosegg: „Unter Heuchlern“

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Verena Zürcher vom „Landverlag“ über den Erfolg der „Mordsgeschichten aus dem Emmental“: „Süffig geschrieben und trotz allem gut verdaubar“

André Müller und seine ganz besonderen Interviews: „In den Köpfen fremder Menschen“

Aschi Rüegsegger schaut in der kulturfabrikbigla zum Rechten: „Sternstunde der Kleinkunst“

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Die Szenerie Burgdorf hat „Die Franzosenkrankheit“ tiptopp überstanden: „Rundum zufrieden“

Der Burgdorfer Franceso Rappa schreibt über mein Quartier: „Wo die Mönche ein Päuschen einlegten“

Aschi Rüegsegger über seinen Einsatz in der kulturfabrikbigla: „Manchmal ist es hier schon ein Gjufel“

Wie es das Musikmagazin „Rolling Stone“ schafft, „Die 500 besten Alben“ zu küren – und die allerbesten einfach zu vergessen: „Werte Ignoranten“

Im Landverlag erscheinen neue Mordsgeschichten aus dem Emmental: „Aller mörderisch guten Dinge sind drei“

Eine der schönsten Gegenden der Welt hat einen eigenen Blog: „Der direkteste Weg ins Emmental“

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Das Freilichttheater Moosegg überzeugt mit „Eichbüehlersch“: „Eine Dernière wie eine Première“

Der Anfang (m)einer Mordsgeschichte: „Schon gut, sagt Max“

Erinnerungen an eine tolle Zeitung(szeit): „Der beste Stoff liegt vor der Haustüre“

Ein Film entführt ins Zirkuszelt: „Elefantös“

Blick in die „Theater-Zytig“: „Infos für Insider“

Auf dem Ballenberg entfaltet sich ein Drama um den „Besenbinder von Rychiswil“: „Vom Absturz eines Besessenen“

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Neue Bücher von und über Rock- und Popstars: „Der erste Satz und was dann kommt“

Einblicke in die grösste Motorradbande der Welt: „Bei den Höllengengeln“

Sven Regener, der Kopf von „Element of Crime“, geht unter die Blogger: „Hier wird einfach nur behauptet“

Rolling Stone Keith Richards breitet schonungslos sein „Life“ aus: „Der ewige Sucher“

Ein Sohn findet das perfekte Geburigeschenk für seine Mutter: „Das Wää-Buch“

Was Mitglieder der BZ Emmental-Redaktion miteinander verbindet: „Der Schreibgeist“

Wie aus Menschen blutrünstige Tiere werden: „Begegnungen mit dem Bösen“

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Sternstunde der Kleinkunst

Poetisch, witzig, verblüffend, interessant, liebevoll, schlitzohrig, clever, berührend…: Wenn man so dasitzt in der kulturfabrikbigla und dem Bühnenarbeiter Aschi Rüegsegger beim Wärche zuschaut, merkt man nicht, wie die Zeit vergeht.

Der Mann im blauen Kittel, der normalerweise einen kleinen Bauernhof samt Sägerei in Eggiwil betreibt und sich daneben um vier Chueli und drei Guschti kümmert, fährt mit seinem Traktor in diesen Wochen jeden Tag nach Biglen, um auf, über und hinter der Bühne dafür zu sorgen, dass bei den Vorstellungen und Proben alles läuft, wie es laufen muss.

Und das ist gar nicht so einfach, wie man immer meint: Da gilt es, Lampen richtig aufzuhängen, Bühnen in allen möglichen Grössen zu montieren, Weinattrappen zu produzieren oder ein Blutbad anzurichten, ohne eine allzu grosse Sauerei zu veranstalten.

Mit diesem schweren Pflichtenheft auf den Schultern und seinem omnipräsenten, aber in kritischen Momenten doch nie erreichbaren Chef im Nacken, hat Aschi eigentlich gar keine Zeit, sich auch noch mit all den Leuten zu unterhalten, die ihn bei der Arbeit beobachten. Doch wenn sie jetzt schon einmal da sind, nutzt er die Gelegenheit, um ihnen ein bisschen aus seinem Leben und von seinem Wirken zu erzählen.

Wie er das tut, mit all den kleinen, aber nie böse gemeinten Seitenhieben auf den Kulturbetrieb im Allgemeinen, die Künstler im Besonderen und seinen Chef ganz im Speziellen: Das ist Kleinkunst vom Feinsten. Anderthalb Stunden lang – nein: kurz – schlurft Peter Leu Aschi Rüegsegger philosophierend, parodierend und karikierend durch die Szenerie. Er schraubt hier etwas zusammen und stellt da etwas an den richtigen Platz. Er schenkt dem Publikum eine Balletteinlage und eine Opernarie und verdrückt zwischendurch das vermutlich grösste Fleischkäsesandwich der Welt.

Auch wenn er vor lauter Verantwortung bisweilen kaum mehr weiss, wo ihm der Kopf steht: Mitleid ist das Letzte, was der Chrampfer im Hintergrund braucht. Hin und wieder denkt Aschi zwar etwas wehmütig zurück an die Zeit, in der als Hirte beim Krippenspiel mitwirkte. Obwohl er seinen Einsatz damals um ein paar Minuten verpasst hatte, versicherten ihm nachher alle kopftätschelnd, über was für eine wunderschöne Stimme er doch verfüge. Manchmal überlegt sich, was er aus dieser Gabe unter anderen Umständen hätte machen können.

Aber diesen Gedanken hängt er nicht lange nach. Er hat ja die Musikgesellschaft Eggiwil mit ihren Jahreskonzerten und anschliessendden Fünfaktern, er hat seinen Hof und seine Sagi und seine Tiere, er hat seine Vrene und drei Kinder, er hat diesen Aushilfsjob hier – und er hat seit Neustem auch ein Engagement als Tookmaschter, das es ihm ermöglicht, sich regelmässig vor Publikum mit mehr oder weniger prominenten Zeitgenossinnen und -genossen zu unterhalten.

Wahrscheinlich, überlegt man sich, als Aschi Feierabend macht und verschwindet, wahrscheinlich ist dieser gmögige Büezer mit seinem Leben und den Menschen, die darin grössere und kleinere Rollen spielen, zufrieden; auch wenn es da mal ein bisschen knorzt und dort mal ein wenig ächzt und der Leu nie ans Telefon geht.

Eigentlich, denkt man beim Hinausgehen, wäre es schön, wenn mehr Menschen wie Aschi Rüegsegger sein dürften.

Weitere Aufführungen:

Mittwoch, 15. Februar, 20.15 Uhr
Donnerstag, 16. Februar, 20.15 Uhr
Sonntag, 19. Februar, 17 Uhr
Mittwoch, 22. Februar, 20.15 Uhr
Donnerstag, 23. Februar, 20.15 Uhr
Sonntag, 26. Februar, 17 Uhr

Abendkasse/Barbetrieb ab 19 Uhr (Sonntag ab 16 Uhr)

Eintrittspreise:

Normal: 30.–
Single-, Paar- und Firmenkarte: 15.–
Sitzplätze unnummeriert

Vorverkauf: www.ticketeria.org / 0900 10 11 12 (Fr. 1.19/Min. ab Festnetz)

Seinen nächsten Einsatz als Tookmaschter hat Aschi heute Abend. Ab 19.30 Uhr diskutiert er in der kulturfabrikbigla mit seiner Gaschtig, Burgdorfs Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch und Langnaus Gemeindepräsident Bernhard Antener, unter anderem darüber, welches die echte Hauptstadt des Emmentals sei. Der Eintritt ist frei.

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„Manchmal ist es hier schon schier ein Gjufel“

„Dickschädelig, besserwisserisch, engstirnig – aber wärchig!“: Mit diesen Worten charakterisiert Peter Leu, der Intendant der kulturfabrikbigla, seinen neuen Gehilfen Aschi Rüegsegger. Dieser erlebt am 8. Februar mit der „Revue für einen Bühnenarbeiter“ seine „Stärnstund“. Obwohl er bis weit über die Mützenspitze hinaus mit Büez eingedeckt ist, nahm sich der Eggiwiler Bauer, Kleinsägerei-Betreiber und Gelegenheits-Tookmaschter Zeit für ein Gespräch über Künstler, Computer, Vrene und Stühle.

Im Internet…

Aschi Rüegsegger: …dieses neumödige Zeug, für das man einen Computer braucht…

…genau. Im Internet…

…so etwas käme mir dann gar nicht öppe ins Haus. Meine Vrene stürmt schon lange…

…aber einen Computer gibts bei Rüegseggers daheim trotzdem nicht.

Nenei.

Jedenfalls: Im Internet kann man ein Bild von dir sehen. Es zeigt dich in der kulturfabrikbigla, inmitten einer dicken Rauchwolke. Was war da los?

Ach. Der Leu (Aschi meint Peter Leu) sagt immer nur, „Aschi mach dieses, Aschi mach jenes“. Kürzlich gab er mir ein Büchlein mit dem Titel „Es werde Licht“. Das ist so ein Schnellkurs für Beleuchter – als ob ich die Zeit hätte, da stundenlang herumzulesen.

Also hast du einfach mal drauflos gfuuschtet – und schon hats gequalmt.

Das Licht brennt jetzt ja. Und es steht noch alles.

Was hat der Chef dazu gesagt?

Der soll froh sein, wenn einer chli öppis macht hier. Er selber kommt ja hinten und vorne nicht nach mit der Arbeit.

Und du? Kommst du nach? Du bist Bauer, hast eine kleine Schreinerei, bist zwischendurch Tookmaschter – und jetzt noch dieser Job im Theater. Wird dir das mit der Zeit nicht zuviel?

Es ist so: In einer Sägerei hat man im Winter viel weniger zu tun als im Sommer. Deshalb sagte meine Vrene im letzten Herbst, „frag doch mal den Leu, ob er dich in den nächsten Monaten ein bisschen beschäftigen könnte“. Ich bin ja eben manchmal Tookmaschter, draussen im Foyer. Ich gehe hier ein und aus. Der Leu hatte sofort Arbeit für mich. Und jetzt bin ich für ihn eine Art Knecht.

Was genau steht in deinem Pflichtenheft?

Ich weiss gar nicht, wo anfangen. Ich baue die Bühne auf, was nicht einfach ist, denn einmal muss sie grösser sein und einmal wieder kleiner, und wenn man meint, man sei endlich fertig, kommt garantiert der Schauspieler oder der Musiker, der am Abend draufsteht, und sagt, sie müsse jetzt doch kleiner sein oder grösser. Abgesehen davon montiere ich die Lampen da oben, was ebenfalls sehr difisil ist, weil jede einzelne Lampe noch extra mit einem Ketteli gesichert werden muss, damit sie nicht runterfällt, obwohl ich doch weiss Gott weiss, wie man eine Schraube anzieht, damit sie hält. Weiter putze ich die Toiletten oder stelle die nummerierten Stühle der Reihe nach im Saal auf. Das war übrigens noch lustig: Ganz am Anfang, als ich hier angefangen habe, stellte ich die Stühle einfach so hin, wies grad kam. Die Leute mit reservierten Plätzen mussten schön suchen, bis sie wussten, wo sie abhocken können.

In einem Satz: Ohne dich läuft hier nichts.

Das ist so. Ich sage immer: „Nicht verzagen, Aschi fragen.“

Pesche Leu…

… der ist ja nie da. Wenn man ihn braucht, hängt er am Telefon oder fährt durch die Weltgeschichte. Der denkt, jetzt, wo er den Aschi hat, müsse er sich um gar nichts mehr kümmern.

Aber bezahlt er dich wenigstens anständig?

Chasch dänke. Wenn mir Vrene nicht jeden Morgen ein Eingeklemmtes zwägmachen würde und eine Guttere heissen Tee – ich würde verhungern. Mit diesem Löhnli kann ich unmöglich allpott im „Bären“ Zmittage.

A propos Vrene: Was sagt sie zu deinem Nebenjob?

Die ist glaub ganz froh, wenn ich nicht allzu häufig in unserer Stube herumstürme.

Was hats du eigentlich für einen Bezug zur Kultur? Gehst du noch in anderen Theatern ein und aus?

Nicht unbedingt. Vrene hauts allpott nach Bern, ins Stadttheater. Sie hat da so ein Abonnent. Dann muss ich halt öppemau mit. Aber sonst, selber? Ich singe noch gerne, beim Melken oder so. Als Kind machte ich bei den Krippenspielen mit. Und in der Musig bin ich auch, schon seit vielen Jahren; in der Musikgesellschaft Eggiwil.

Was spielt du da?

Euphonium. Weiss du, was das ist?

Ja.

Das ist das mit dem Trichter nach oben. Das mit dem Trichter nach vorne ist das Sousaphon. Das spielt der Gräppi Christian. Er sitzt in der Musig direkt neben mir. Ja…und einmal im Jahr haben wir halt unser Jahreskonzert mit Theater. Aber das Theater ist nicht so modernes Zeug. Wir spielen anständige Sachen. „Der Blitz in der Bettstatt“, zum Beispiel.

Theater gibts jeweils auch im Sommer, auf der Moosegg. Hast du dir das schon einmal angesehen?

Ja, ja. Vrene hat mich mitgeschleppt.

Und? Hats dir gefallen?

Es geht. Es wurde chli viel gestorben, finde ich.

Du hingegen hast es lieber heiter.

Auf jeden Fall. Und vor allem bin ich froh, wenn man nachkommt. Was diese Regisseure manchmal für Ideen haben…das ist nichts für mich.

Peter Leu ist ebenfalls Regisseur. Hat ers im Griff?

Hm. Jetzt muss ich ihm die ganze Halle einrichten, weil er etwas Neues einstudieren will. Er führt glaub etwas mit dem Adrian von Bubenberg auf, samt der Schlacht von Murten und Blutbädern und so. Bis jetzt hat er zwar nur darüber geredet. Aber das wird dann schon gut kommen.

Das Schöne für einen Bühnenarbeiter ist vermutlich, dass er sich jede Aufführung gratis ansehen kann.

Es gibt hier ja alles. Manchmal führt jemand ein Theater auf, manchmal spielt jemand Negermusik, manchmal macht jemand so Sachen…. Meist sehe ich mir das eine Zeitlang an. Nach einem Weilchen gehe ich in den „Bären“ oder ins Foyer an die Bar, zur Frau vom Leu. Das ist noch eine Gäbige. Hin und wieder spendiert sie mir ein Bier. Dann warte ich, bis die Vorstellung fertig ist. Ich muss ja länger bleiben als die anderen; jemand muss am Ende schliesslich putzen und all die Sachen wegräumen. Oft helfe ich auch noch beim Einladen. Es gibt Künstler, die kommen mit ganzen Lastwagen voll Zeug.

Ich sehe: Du bist mit deinem Theaterjob bis zum Anschlag ausgelastet.

Manchmal ist es hier schon schier ein Gjufel; das stimmt.

Ist das für dich eine neue Lebensstelle, oder machst du das nur im Winter?

Ou, nei! Ich bin froh, wenn es mit der Sägerei wieder losgeht. Lange hält man das hier nicht aus. Nur schon das Drinnensein immer. Ich wärche lieber draussen an der frischen Luft.

Z Wärche gibt es in der kulturabrikbigla bald wieder: Am 8. Februar findet eine Première statt…

…wirklich? Davon hat mir Leu noch gar nichts gesagt. Das ist dann wohl eben diese Bubenbergsache.

Nein, nein. „Aschis Stärnstund“; eine „Revue für einen Bühnenarbeiter“.

Henu. Der Leu wird mir schon Bescheid geben. Wahrscheinlich drückt er mir kurz vorher einen Zettel in die Hand, den man kaum lesen kann. Und dann mache ich das Zeug halt zwäg.

Aufführungsdaten

Mittwoch, 8. Februar, 20.15 Uhr (Premiere)
Donnerstag, 9. Februar, 20.15 Uhr
Sonntag, 12. Februar, 17 Uhr
Mittwoch, 15. Februar, 20.15 Uhr
Donnerstag, 16. Februar, 20.15 Uhr
Sonntag, 19. Februar, 17 Uhr
Mittwoch, 22. Februar, 20.15 Uhr
Donnerstag, 23. Februar, 20.15 Uhr
Sonntag, 26. Februar, 17 Uhr

Abendkasse/Barbetrieb ab 19 Uhr (Sonntag ab 16 Uhr)

Eintrittspreise:

Normal: 30.–
Single-, Paar- und Firmenkarte: 15.–
Sitzplätze unnummeriert

Vorverkauf: www.ticketeria.org / 0900 10 11 12 (Fr. 1.19/Min. ab Festnetz)

Seinen nächsten Einsatz als Tookmaschter hat Aschi übrigens am 13. Februar. Ab 19.30 Uhr diskutiert er in der kulturfabrikbigla mit seiner Gaschtig, Burgdorfs Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch und Langnaus Gemeindepräsident Bernhard Antener, unter anderem darüber, welches die echte Hauptstadt des Emmentals sei. Der Eintritt ist frei.

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Das Jahr, das war

Mist: RTL war wieder schneller. Während ich noch hin- und herüberlegte, ob ich meinen Jahresrückblick schon am 30. oder erst am 31. Dezember online stellen soll, präsentierte Günther Jauch schon gestern, am 4. Dezember, die „Menschen, Bilder und Emotionen“ der letzten…äh…zwölf Monate. Aber immerhin: Falls ich mich spute, schaffe ich es noch, die Konkurrenz vom ZDF abzutrocknen. Sie führt die „Menschen 2011“ erst am nächsten Sonntag vor. Irgendwann werden die ersten Jahresrückblicke Mitte Juni gezeigt werden. Spätestens dann werde ich darauf verzichten, mich an  diesem unwürdigen Rennen um Quoten und Klicks zu beteiligen. 

Aber item. Hier sind, chronologisch ungeordnet und total subjektiv ausgewählt, meine Highlights des an Höhepunkten erneut nicht armen ablaufenden Jahres. Falls ich jemanden oder etwas vergessen haben sollte – und das habe ich bestimmt! -: Sorry. Ist nicht böse gemeint. Es würde einfach den Rahmen meines Internets sprengen, all das Tolle aufzuzählen, was ich seit Januar sehen, spüren, hören oder kurz: erleben durfte.

Die zwei schönsten Ereignisse überhaupt waren die Hochzeit von meinem Brüetsch und seiner Judith am 13. Mai und, am 17. September, die Geburt ihres Sohnes Robin Lemmy. Bilder vom Wedding 2011 gibt es nicht. Das heisst: Doch, natürlich gibt es welche, haufenweise sogar. Aber weil das Brautpaar die Gäste gebeten hat, keine Fotos von seinem grossen Tag zu veröffentlichen, hänge ich in meinem virtuellen Wohnzimmer weiterhin nichts auf, was Rückschlüsse auf die Teilnehmerliste oder den Ablauf der Feier zulassen würde. Und behelfe mich, um diesen Beitrag trotzdem irgendwie illustrieren zu können, mit unverfänglichem Archivmaterial (das die beiden, liebe Kolleginnen und Kollegen aus den Klatschressorts, im Fall nicht auf der Hochzeitsreise zeigt).

Das Theaterereignis des Jahres fand auf der Moosegg statt: „Eichbüelersch – e starchi Frou“ – das war ein hochklassiges Freilicht-Schauspiel in einer prächtigen Naturkulisse hoch über dem Emmental. Die Geschichte um eine vom Schicksal arg gebeutelte Familie liess, trotz aller Tragik, viel Raum für Hoffnung und dürfte keinen einzigen der zigtausend Menschen, die in diesem Sommer den Weg auf die Moosegg gefunden hatten, unberührt gelassen haben.

Die Equipe des Jahres ist das „Forum“-Team der BZ. Unser Arbeitsprinzip ist relativ simpel: Wir machen, was wir wollen, und zwar perfekt (das wäre jedenfalls die Idee). Es hat in den letzten 25 Jahren sowieso nur sehr, sehr wenige Tage gegeben, an denen ich lieber zuhause geblieben als auf die Redaktion gegangen wäre. Aber seit ich im „Forum“ mitwirke, schreibe ich „Arbeit“ in Anführungszeichen. Wünsche erfüllen, mit Lesern diskutieren, einfach drauflostippen und schauen, was passiert, mit Worten und Bildern spielen und dafür erst noch bezahlt werden: Was ich in Bern seit gut einem Jahr treibe, kommt meiner Vorstellung vom Journalistenparadies sehr, sehr nahe.

Die CD des Jahres haben die Stranded Heroes produziert. „Metamorphin“ heisst das Werk, mit dem die ambitionierte Truppe aus dem aargauischen Seetal Laien und Fachleute gleichermassen verblüfft. Sollten die Heroes bald einmal im Emmental stranden, müssten sich die Lokalmatadoren von Shakra warm anziehen.


Das Konzert des Jahres gaben – grosse Überraschung! – Toto am „Live at Sunset“-Festial in Zürich. Auch Monate später weiss ich nicht, wie ich beschreiben könnte, was mein Schatz und ich damals direkt vor der Bühne fühlten. Und weil ich auch nicht weiss, wieso ich das überhaupt beschreiben soll, belasse ichs bei einem Müsterchen.

Der Herrscher des Jahres ist unser Quartierkater Mauz. Niemand im alten Markt hat die Lage so souverän im krallenbewehrten Griff wie er. Niemand sonst achtet so genau darauf, wer kommt und wer geht. Niemand sonst kann mit einem einzigen Muskelzucken soviel Desinteresse signalisieren. Niemand sonst legt sich so ungeniert in anderer Leute Gartenbeetchen. Niemand sonst schafft es, sich zu jeder beliebigen Tages- oder Nachtzeit Zutritt zu fremden Treppenhäusern und Kellern zu verschaffen, ohne, dass ihm das jemand ernsthaft verübeln würde.

Tookmaschter des Jahres ist Aschi Rüegsegger. Der Bauer und Betreiber einer Kleinstsägerei in Eggiwil trifft sich, wenn es die Arbeit und die Frau Gemahlin zulassen, in der kulturfabrikbigla mit aller Gattig Lüüt, um über Themen zu reden, die niemanden interessieren und dabei zu Erkenntnissen zu gelangen, die keinen Menschen weiterbringen. Im Herbst hatten Hannes Zaugg-Graf und ich die Ehre, zu „Aschis Gaschtig“ zu zählen. Wir verbrachten einen ausgesprochen kurzweiligen Abend auf dem zersägten Sofa.

Das Gebäck des Jahres ist der Apfelkuchen von meinem Schatz. Wer ihn schon probiert hat, weiss, wovon ich schreibe.

Das Buchprojekt des Jahres sind die dritten „Mordsgeschichten aus dem Emmental“. Verena Zürcher vom Landverlag hat wiederum zwei Dutzend Schreibtischtäterinnen und -täter eingeladen, eine Kurzgeschichte zu verbrechen. Die Vernissage der Anthologie findet am 1. Juni 2012 in der Heimstätte Bärau statt. Dann wird auch der Krimi-Wanderweg eingeweiht.

Der Film des Jahres heisst „Wasser für die Elefanten“. Das Opus dreht sich um einen Zirkus und dessen halb wahnsinnigen Direktor und einen Elefanten und einen Dompteur und eine Frau und überhaupt. Für jene, die immer noch an einem tollen Weihnachtsgeschenk herumstudieren: Der Streifen ist jetzt als DVD erhältlich. Meine Adresse: alter Markt 6, 3400 Burgdorf.

Die Frage des Jahres lautet: „Sag mal: Wann heiratet ihr eigentlich?“ – Nun: Eigentlich spricht ja wenig dagegen, das Datum hier und jetzt, wos rückblickend schon fast ein bisschen feierlich geworden ist, zu verraten. Es dauert ja auch nicht mehr ewig bis zum Tag X. Andrerseits: Wers wissen muss, weiss es längst. Alle anderen erfahrens spätestens dann, wenn es vorbei ist. Hier, in diesem Blog. Vielleicht sogar mit einem Bild. Vielleicht aber auch ohne.

Wir machen uns da noch keine soooo grossen Gedanken. Und freuen uns einfach nur darüber, dass wir bereits wissen, was das Ereignis 2012 sein wird. RTL und ZDF und alle anderen tappen in dieser Hinsicht noch im finstersten Dunkeln.

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Also gut: Hier ist der Termin

Am Anfang fand ichs ja noch lustig: Kaum war durchgesickert, dass wir „es“ tun, wollten die Leute wissen, wann der grosse Tag sei. Ob schriftlich oder mündlich, ob nur angedeutet oder direkt: Ich habe nicht gezählt, wieviele Menschen sich in den letzten Monaten nach diesem offensichtlich auch für sie elementar wichtigen Datum erkundigten.

Doch ohne, dass wir das abgesprochen hätten, behielten wir den Termin für uns. Wir fanden, es genüge, wenn jene paar wenigen Personen eingeweiht sind, welche sich um einen reibungslosen Ablauf des Ereignisses kümmern müssen/sollten/dürfen/.

Ganz hartnäckige Gwundernasen gingen irgendwann dazu über, mich mit einer Mahnwache zu empfangen, wann immer ich aus dem Haus ging. Kaum hatte ich die Türe geöffnet, blickte ich in zwei Dutzend und – je nach Wetter – mehr Gesichter, deren Züge mir ein stummes „Wann???“ entgegenschrien. In den ersten Tagen liess ich mich von den Rädelsführern in Diskussionen verwickeln. Später durchschritt ich die Horde stumm und liess die Leute mit ihren Transparenten und T-Shirts („Ich will nicht unbedingt ein Kind von dir. Aber wenigstens eine Antwort!!!“) im strömenden Regen oder in der gleissenden Sonne stehen.

Wenn ich gegen Abend zurückkehrte, schliefen einige der Gestalten unruhig auf ihren mitgebrachten Quilts. Andere kauerten nach Wochen des Wartens ausgezehrt unter den Apfelbäumen und hofften entkräftet darauf, dass ihnen eine der Früchte in den Schoss fallen möge.

Mir dämmerte: Auf Dauer ist das keine Lösung; vor allem nicht mit Blick auf den nahenden Winter. Falls eines Tages jemand erfroren in meinem Garten liegt, möchte ich mich nicht für den Rest meines Lebens dafür verantwortlich fühlen müssen. Für vieles andere: Gerne. Aber für einen Toten im Gemüsebeetli: Hm.

Es ist deshalb an der Zeit, dem Rätselraten ein Ende zu bereiten: Am 24. Oktober ist es soweit.

Dann treffen der Uetendorfer Gemeindepräsident und SP-Grossrat Hannes Zaugg-Graf und ich in der Kulturfabrik Bigla in Biglen bei einem öffentlichen Streitgespräch aufeinander. Er als engagierter Politiker und ich als entschiedener Nicht-Abstimmer und -Wähler diskutieren ultimativ über die Politik und deren Exponenten.

Auch wenn der Ausgang der Debatte naturgemäss völlig offen ist, lässt sich doch heute schon vermuten: Mein Vornamensvetter gibt alles, um mich – und das Publikum – von den sozialen, finanziellen, baulichen und anderen Segnungen der Politik zu überzeugen. Ich meinerseits lasse nichts unversucht, um den Leuten klarzumachen, dass es sich im Lager der Politabstinenten viel zufriedener leben lässt als unter all den Profilierungsneurotikern mit ihren dauerausgefahrenen Ellenbogen.

Moderiert wird der Anlass von Ernst „Aschi“ Rüegsegger, dem Filippo Schawinski aus dem Eggiwil. Er hat nach eigenen Angaben „ein dickes Brett vor dem Kopf, aber trotzdem nicht den totalen Durchblick“. Der für seinen investigativen Fragestil berüchtigte Betreiber einer Kleinstsägerei und Kleinbauer wird erfahrungsgemäss dafür sorgen, dass die Gäste am Ende so ahnungslos sind, wie sie es vor der Diskussion waren.

Die Diskussion beginnt um 19.30 Uhr. Um 18.30 Uhr werden die Abendkasse und die Bar geöffnet.
Der Eintritt ist frei; ein Vorverkauf findet nicht statt.

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