Ein Abend mit Fleisch am Knochen

Fägige Musik, flotte Leute und Fleisch bis gnue: Am Samstag, 12. Mai, lassen mein Mit-Rocknrolldie Peter Urech und ich wieder einmal eine Sause unter den „Metzgere“-Lauben in der Burgdorfer Oberstadt steigen. Am Grill legt erneut Markus Chalilow auf. Der Eintritt ist gratis.

Full House

Einen tolleren Jahresabschluss hätten wir uns nicht vorstellen können: Dutzende von Familienmitgliedern, Freunden, Arbeitskolleginnen und kollegen, ehemaligen Nachbarinnen und Nachbarn und weiteren lieben Leuten folgten gestern Abend der Einladung zur Einweihung unseres neuen Daheims.

Gegen Mitternacht hatten sämtliche Schuhe, die beim Eingang deponiert worden waren, wieder eine Besitzerin oder einen Besitzer gefunden. An der Hauswand erinnert nur noch ein knallgelber Knirps an diese wunderschönen Stunden im Kreise von wunderbaren Menschen.

Facelifting für die Rocknrolldies

Die Rocknrolldies haben ihre Website neu gestaltet – und freuen sich auf die Spielzeit 2017. Den ersten öffentlichen Auftritt der neuen Saison haben Peter Urech und ich am 1. April. Dann kramen wir im Theater Z in Burgdorf nach dem Konzert von “The Great Light of Slow” in unserem Schatztruhen. Wir sorgen aber auch gerne andernorts für Stimmung. Veranstalter von Hochzeiten, Firmenfesten, Geburtstagsparties, Jahrgängertreffen und anderen Feiern können uns im Doppelpack oder einzeln buchen.

Kontakt: +41 76 537 74 84 oder hofstetter.hannes@gmail.com

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Tage wie dieser

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Hin und wieder sollte man einfach die Zeit anhalten und sagen können: Genauso, wie es hier und jetzt ist, geht es weiter und weiter und weiter und weiter, bis nichts mehr geht und nichts mehr kommt. Solche Moment erlebte ich heute über Stunden hinweg:

Zur Feier meiner zehnjährigen Trockenphase organsierte Chantal ein Fest, wobei ich keine Ahnung hatte, wen sie eingeladen hatte und was passieren würde.

Nach und nach gaben sich in “unserem” Garten Verwandte, Freunde und Nachbarn ein Stelldichein der obergemütlichen Art. Bei handgemachten Kuchen und selbstkomponierten Pizzen höckleten wir zusammen und genossen den wunderprächtigen Sommertag, der für die letzten Gäste erst ausklang, als die Geister im Schloss oben sich für den Ausgang hübschzumachen begannen.

Ich danke meinem Schatz und allen, die irgendetwas zu dieser Feier beigetragen haben, von Herzen für ihren Einsatz, ihr Kommen und Bleiben und, vor allem, für ihr Da-Sein auch dann, wenn gerade keine Party steigt.

Bei den Höllenengeln

Jetzt kann ichs ja sagen: Wenn ich- rein hyphotetisch hypotheth hypothet – nur einmal angenommen – nicht Journalist geworden wäre, würde ich heute als Undercover-Agent für das FBI arbeiten.

Mit meinen Tätowierungen, dem leichten Bauchansatz, dank meines messerscharfen Verstandes, meines extrem ausgeprägten Antizipationsvermögens und überhaupt, eigentlich allem, wäre ich die Topbesetzung für eine Infiltration der Hells Angels.

Wie ich dabei vorgehen würde, beschreibt der reale FBI-Fahnder Jay Dobins verblüffend präzise in seinem Buch “Falscher Engel“: Monatelang lebte er mit Hells Angels zusammen. Er begleitete sie, wohin sie auch fuhren. Er verhöhnte mit ihnen jede Frau, die ihm über den Weg lief. Er hörte sich mit ihnen “Steppenwolf”-Songs an, bis ihm die Ohren wackelten. Er beteiligte sich an ihren Partys und Schlägereien und Besäufnissen (was in der Regel ein und dasselbe ist) und fädelte für seine “Brüder” Waffengeschäfte ein. Irgendwann war er akzeptiert. Nachdem er ein Mitglied einer konkurrierenden Gang umgebracht hatte (als Beweis dafür zeigte er den Angels Bilder, auf denen ein Mensch an viel Blut und Gehirnmasse zu sehen ist), war er festes Mitglied des sagenumwobensten und wohl skrupellosesten Männerclubs dieses Planeten.
Und fühlte sich dennoch einsamer als je zuvor.

Für Dobyns wäre es ein Leichtes gewesen, sich in seinem Buch zum grossen Helden emporzustilieren. Wer die Gerüchte kennt, die sich seit der Gründung der Hells Angels (es heisst übrigens “Hells”, nicht “Hell’s”, weil die Angels davon ausgehen, dass es, je nach Typ, verschiedene Höllen gibt); wer also auch nur ein paar der Legenden gehört hat, die sich um die Hells Angels ranken, würde dem Autor jede auch noch so abstruse Erzählung abnehmen.

Doch genau darauf verzichtet der Agent. Stattdessen schildert er immer wieder, in welche Gewissensnöte er sich bringen liess und wie seine Frau und seine Kinder je stärker unter seinem Job litten, desto ernster er ihn nahm. Irgendwann fragt er sich, was seine Gattin sich schon lange fragt: Ob er noch Polizist oder bereits Hells Angel sei. Sehr zur Glaubwürdigkeit seiner Aufzeichnungen trägt auch der Umstand bei, dass Dobyns jede Menge Fehler einräumt und kein Geheimnis macht aus den Alpträumen und Ängsten, die ihn bisweilen Tag und Nacht umtrieben und die ihn schliesslich zu Mitteln greifen liessen, die ihn ebenso stark wie gleichgültig machten: Alkohol und Tabletten.

“Falscher Engel” ist ein Buch, das man einmal zur Hand nimmt und erst wieder weglegt, wenn man ganz sicher ist, dass es darin nun wirklich keinen ungelesenen Buchstaben mehr hat. Sensiblen Gemütern ist es eher nicht als Bettlektüre zu empfehlen. Aber es erlaubt einen Einblick in eine Welt, zu der nur sehr, sehr wenige Menschen Zutritt erhalten; und Polizisten schon gar nicht. Es sei denn, sie nehmen ihr Ziel mit einem derartigen Ehrgeiz und Willen zur Selbstaufgabe in Angriff, dass sie, wenn sie endlich am Ziel sind, nur noch einen Wunsch haben: zu sterben. Und damit: Alles zu vergessen.