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Schlagwort: Wetter

Wettermacher

Das ging fix: Ende März riefen die Grün(liberal)en, die EVP und die SP Burgdorf öffentlich den Klimatnotstand aus.

Eine Woche später teilte die Stadt mit, sie habe verstanden:

„Force“ ist immer gut: Kaum hatte die Medienmitteilung die Verwaltung verlassen, war die Schweiz zugeschneit.

Ich wollte gestern eigentlich einmal mehr gegen die Erderwärmung demonstrieren gehen, liess es dann aber bleiben: Nach dem Winter-Comeback wars dafür viel zu kalt.

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Programmänderung

Eigentlich war ich ja nach Gran Canaria geflogen, um einfach wieder einmal nichts zu tun. Chli sünnele, chli bädle, chli sii: Mit diesen drei Vorsätzen landete ich am vorletzten Freitag in Las Palmas.

Abgesehen davon (nein: vor allem) war ich finster entschlossen, meinen Wahlkampf fertig aufzugleisen: An der nächsten Mitgliederversammlung des Altstadtleists Burgdorf geht es (auch) darum, den Präsidenten in seinem Amt zu bestätigen – und damit um meine unmittelbare nebenberufliche Zukunft.

In groben Zügen habe ich als alter Politfuchs natürlich längst skizziert, wie ich der Wählerschaft beibringen will, dass sie keine Alternative hat: Sobald ich am 30. März von den Kanaren zurückbin, lasse ich von meinem Helferheer überall in der Oberstadt und im Kornhausquartier weltformatgrosse Plakate mit meinem Konterfei aufhängen.

Darüber steht gross der Slogan

„Gschäch nüt Schlimmers“

und darunter

„ERFAHREN. KOMPETENT. NACHHALTIG:

HANNES HOFSTETTER (bisher).

FÜR HEUTE. FÜR MORGEN.

FÜR IMMER. UND EWIG.“

Dazu kommen in allen vier Ecken Testimonials mir wohlgesinnter Zeitgenössinnen und -nossen, ein Kurzabriss meines Lebenslaufs plus eine Zusammenfassung meiner Ziele bis 2035.

Nun solls vor der Westküste Afrikas an den Feinschliff gehen (Interviews durch mit mir verheiratete oder befreundete Medienschaffende), Podiumsdiskussionen über von mir vorgegebene Themen vor handverlesenem Publikum usw.), aber irgendwie wurde daraus bis heute nichts, obwohl die Zeit langsam drängt: Die Versammlung findet am 3. April statt.

Denn kaum hatte ich mein Hotelzimmer betreten, erspähte ich auf dem Tischli eine Karte, die alle Pläne zunichte machte. Auf einem „Wochenplan der Aktivitäten“ war vermerkt: Eine Wanderung, ein Besuch bei Winzern oder eine Piratenparty (sicher mit Kostümen!) und anderes mehr oder kurz: Wovon auch immer ich 50 Jahre lang geträumt hatte – es wurde mir auf dem Silbertablett in Form dieses Kartons serviert.

Über eine Woche ist seither über das Eiland gezogen, ohne, dass ich auch nur einen dieser Punkte hätte abhaken können. Ständig kam etwas dazwischen: Mal musste ich Zigaretten holen, mal hatte ich Hunger, mal war am Pool gerade eine Liege freigeworden.

Heute aber…heute war ich bereit. Schon im Frühtau hatte ich die Wanderschuhe geschnürt, um mit einem Grüppli Gleichgesinnter zu Berge oder wohin auch immer zu ziehen, und Studentenfutter, ein Pärli Servalats plus eine Thermoskanne Tee in meinem Rucksack verstaut. Ich wollte gerade gehen, als ich durch die geöffnete Balkontüre ein Geräusch hörte, das sich wie Regen anhörte.

Aber Regen? Hier? Zu dieser Jahreszeit?

„Mit Regen – allerdings nur vereinzelt – müssen Sie ab Oktober rechnen“: Das steht so, wortwörtlich, im Onlineportal Reiseklima.de unter der Rubrik „Gran Canaria“. Aufgrund dieses Versprechens buchte ich den Trip. Darauf, weitere Ratgeber zu konsultieren, verzichtete ich in der Annahme, dass mich schon jemand warnen würde, wenn es etwas zum Davorwarnen gäbe.

Doch erschütternderweise erachteten es weder die kanarenerfahrenen Menschen in meinem Umfeld noch die Leute im Reisebüro meines Vertrauens als angezeigt, mich darauf hinzuweisen, dass es im Zielgelände ständig schifft wie aus Kübeln. Offenkundig geht es inzwischen selbst Reisebüros mehr ums Geldverdienen als ums Beraten.

Ebenfalls nicht gesagt wurde mir, dass in meinem Hotel in Schlechtwetterperioden keine Indoor-Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten werden. Zunehmend frustriert schlurfte ich auf der Suche nach einem Billardtisch, einer überdachten Minigolfanlage oder wenigstens einer Kartbahn durch die menschenleeren Flure. Je länger ich in den Gängen umherwandelte, desto mehr beschlich mich das Gefühl, dass gleich ein „Redrum“ murmelnder Knirps um die Ecke gedreiradelt kommen würde.

Stattdessen traf ich auf einen leise vor sich hinpfeifenden Angestellten, der sich normalerweise um den Getränkeausschank an der Poolbar kümmert. Er sagte „Hola“ und fragte, ob ich etwas suche. Ich sagte, ja, die Sonne, worauf er sagte, da könne er mir leider nicht helfen, worauf ich sagte, das sei mir schon klar, worauf er mit den Achseln zuckte, worauf wir beide nicht mehr wussten, was wir einander noch sagen könnten.

Das lag allerdings weniger an mir, als vielmehr am mich nicht gelinde erstaunenden Umstand, dass der Mann kaum in der Lage zu sein scheint, in halbwegs passablem Oxforddeutsch eine längere Konversation mit tieferem Sinn zu prästieren. Unten, an der Bar, war mir das bis dahin nie aufgefallen. Doch da musste er auf mein „A Cola Zero, prego“ auch immer nur mit „Si, Senor“ antworten.

Ich ging noch ein bisschen weiter, weils mich auf einmal wundernahm, was Hotelgäste eigentlich tun, wenn sie wegen Schlechtwetters in ihren Zimmern eingeschlossen sind. Hinter den meisten Türen hörte ich Fernseher dröhnen. Durch manche erklang Musik oder Rap. In drei Räumen summte ein Föhn, in einem rauschte Wasser in die Badewanne. In allen anderen Gemächern wars mucksmäuschenstill, aber das musste ja nicht heissen, dass alle Kunden wie tot auf ihren Betten lagen; ganz besonders nicht in „Hotels für Erwachsene“, zu denen auch das meine gehört.

Zurück in meinen vier Wänden nahm ich ein Buch zur Hand, das ich vor langer, langer Zeit einmal in Angriff genommen hatte, und mit dem ich immer noch nicht richtig warm werde:


All jenen, die es noch nicht gelesen haben, sage ich mit Lennon/McCartney: Let it be und kauft euch lieber „Blind“ von Chrige Brand.

Dann hörte der Regen auf. Höhnisch bescheint die Sonne meine Wanderutensilien, bevor sie sich gleich hinter dem Shoppingcenter schlafenlegt.

Ich höckle auf dem Balkon und tippe diesen Beitrag fertig. Anschliessend entwerfe ich bis spät in die Nacht hinein Inserate und Flyer.

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Aus Weiss wird Schwarz

Sonntag, 6. Januar 2019: Ungläubig starren die Menschen an diesem frühen Morgen aus ihren Fenstern. Wochenlang hatte der Winter Burgdorf mit seinen eisigen Klauen umklammert. Doch nun scheinen seine Kräfte nachzulassen: Das Weiss auf dem Boden wird langsam wieder zu Schwarz.

Die Freudentränen der Überlebenden gefrieren innert Sekundenbruchteilen zu winzigen Perlen. Mit einem leisen „Pling“ zerschellen sie auf unzähligen Küchen-, Stuben- und Schlafzimmerböden zwischen dem Schloss und der Emme.

Auch die Ältesten können sich nicht erinnern, je ein schöneres Geräusch gehört zu haben.

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Im Princeip wärs ja Frühling

Sometimes it snows in April„, sang der vor genau einem Jahr viel zu früh verstorbene Prince.

Wo der Mann Recht hatte, hatte er Recht: Am 19. April 2017 fielen auch über Burgdorf eher überraschend weisse Flocken vom Himmel. Das hätte meiner unmassgeblichen Ansicht nach nicht un-be-dingt sein müssen – aber irgendwie…irgendwie sahs halt schon noch schön aus, die Blumen auf dem Kronenplatzbrunnen, mitten im Schneegestöber.

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Kino oder Cave – das ist hier die Frage

Als wir gestern in Sydney einfuhren, regnete es, aber alles andere wäre auch sehr überraschend gewesen, denn wenn wir nach Sydney kommen, um die Familie von Chantals Cousine Cat zu besuchen, regnet es immer; das war schon bei unserer ersten Australienvisite 2010 so und wiederholte sich 2014.

Nun ist natürlich die Frage: Was tun? Die Optionen „Bonday Beach“, „Taronga Zoo“ und „Hafenbummel“ fallen weg. Aber Sydney wäre nicht Sydney, wenn die Stadt nicht auch ein paar Indoor-Zeittotschlagmöglichkeiten bieten würde. Wir könnten ins Kino oder bowlen oder an ein Konzert gehen, nur: Hier sind die Filme weder Deutsch untertitelt noch sinch syntch synchor übersetzt, meine Nase schmerzt nach dem Bruch im vorletzten Sommer bei extremen Belastungen manchmal noch immer und der Gig von Nick Cave and the Bad Seeds findet erst im Januar statt.

Die Site „Viatorcom“ empfiehlt zehn weitere „Dinge, die man in Sydney bei Regenwetter machen kann“, und selbstverständlich könnte Chantal auch ihr Makramee (Röhrender Hirsch vor einem Waldsee, früh am Morgen) weiterknüpfen, während ich ein bisschen blogge, aber irgendwie ist es uns unter diesen meteorolgischen Umständen und nach gut 2000 Autokilometern durch Tasmanien und der australischen Ostküste entlang genausowenig ums Aktivsein um jeden Preis wie unseren zwei vierbeinigen Mitbewohnern:

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Weiter gehts

Es ist schon seltsam: Zuhause, in Burgdorf, kann ich immer bis 4 Uhr ausschlafen. Hier, in Tasmanien, erwache ich schon um kurz vor halb Drei.

Einmal schreckte ich aus einem Traum hoch, der inhaltlich alles zu Guetnachtgschichtli degradierte, was ich schon an in Blut marinierten und mit menschlichen Innereien garnierten Thrillern gelesen habe, 24 Stunden später drückte die Blase, gestern zankten sich auf einem Baum neben unserer Unterkunft zwei Kookaborras („Lachende Hanse“, wie der Lateiner sagt) in Metallica-Lautstärke, und jetzt sitze ich schon wieder zu dieser doch noch recht frühen Stunde auf der Terrasse vor unseren Häuschen in der Freycinet-Lodge an der Great Oyster Bay, lasse den Wind meine Locken verwuscheln, lausche dem Getier, das für mich unsichtbar durchs Unterholz kreucht und fleucht und den Fröschen, die nebenan quaken, und starre dabei irritiert auf den Kalender, der mir anzeigt, dass schon ein Drittel unserer Ferien Down Under vorbei ist.

Über eine Woche lang haben wir nun auf dieser Insel zwischen Australien und der Antarktis verbracht – und waren jeden Tag aufs Neue begeistert über den Reichtum an Tieren und Pflanzen, die wunderschönen Landschaften, die oft pittoresken, in jedem Fall aber sehr gepflegt wirkenden Örtchen und die ungekünstelte Freundlichkeit der Menschen, die hier leben.

Auch wenn Tasmanien mit seinen endlosen Hügelketten und den sich von irgendwo nach nirgendwo erstreckenden Buschgebieten auf den ersten Blick nicht übertrieben einladend wirken mag: Wer hierherkommt und bereit ist, sich auf dieses spezielle Land und seine selbstbewussten, naturverbundenen und chli knorrigen Bewohnerinnen und Bewohner einzulassen, fühlt sich auf Anhieb wohl und willkommengeheissen.

Wettermässig entsprach das Haben nicht ganz meinem Soll: Eigentlich hatte ich brütendheisse Tage und lauwarme Abende erwartet. Dem war nur bedingt so: Das Klima ähnelt plusminus jenem in einem normalen Schweizer Sommer. Sobald die Sonne weg ist, wirds sogar frisch bis an den Schlotterpunkt. Als wir gestern den East Coast Natureworld-Tierpark besuchten, fiel vom Himmel plötzlich Wasser auf die Tasmanischen Teufel, Kängurus, Strausse, Wombats und menschlichen Anwesenden.

Doch wenn ich mir auf Facebook zwischendurch anschaue, wie es aktuell zuhause aussieht und mir eine Freundin via Whatsapp zähneklappernd mitteilt, in Burgdorf sei es „arschkalt“, mussdarf ich sagen: Es gibt nichts zu klagen.

Morgen früh fahren wir von Coles Bay zurück nach Hobart, um den Flieger zu besteigen, der uns nach Brisbane an der australischen Ostküste bringen wird. Von dort fahren wir den Gästezimmern von Familienmitgliedern entlang in den Süden, wobei: „fahren wir“ trifft es nicht ganz. Am Steuer sitzt mein Schatz, während ich mich ums Musikalische kümmere und mit einem 50 Prozent-Pensum darum, dass unsere geistreichen Konversationen über Gott und die Welt im Allgemeinen und das grosse Ganze im Besonderen nie abreissen. Rock’n’Roll meets Immanuel Kant, während die Skyline von Sydney sich immer klarer am Horizont abzeichnet:

Wenn das nicht fägt – was dann?

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Klimawandel nach Noten

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Als es Ende November zum ersten Mal in diesem Jahr schneite, wusste ich: dagegen muss ich etwas unternehmen. Also begann ich, auf meiner Facebook-Seite jeden Tag ein Lied mit „Sommer“ oder „Meer“ oder etwas Artverwandtem im Titel zu posten.

Bisher kämpfte ich mit folgenden Songs gegen den Winter:

Me Meer“ von den Halunke
Looking for the summer“ von Chris Rea
Our last summer“ von Abba
Summertime“ von Miles Davis
Boys of summer“ von Don Henley
Summer day“ von Sheryl Crow
Summer Romance“ von den Rolling Stones
Summer nights“ aus dem Musical „Grease“
Summer in the city“ von Joe Cocker
Summer soft“ von Stevie Wonder
Der Sommer“ (aus den „Vier Jahreszeiten“) von Antonio Vivaldi
Someone somewhere in summertime“ von den Simple Minds
The green fields of summer“ von Peter Wolf
Summer“ von Stiller Has
Summer of ’69“ von Bryan Adams
L’été Indien“ von Joe Dassin
Summer rain“ von der Climax Blues Band
Ein Sommernachtstraum“ von Felix Mendelsson-Bartholdy
Summer wine“ von Nancy Sinatra und Lee Hazlewood
Summer skin“ von Death Cab for Cutie
All summer long“ von Kid Rock
Summer nights“ von Van Halen
Summer sunshine“ von The Corrs
Un‘ estate italiana“ von Gianna Nannini und Edoardo Bennato
Summer night“ vom Keith Jarrett Trio
Summer night city“ von Abba
Summer madness“ von Kool & The Gang
Summer son“ von Texas
In the summertime“ von Mungo Jerry
The first day of summer“ von Tony Carey
That sunday, that summer“ von Nat King Cole
A warm summer night“ von Chic
All summer long“ von den Beach Boys

Und siehe/höre da: es funktioniert! Seit dem Tag, an dem ich zum klimatischen Gegenschlag ausgeholt hatte, haben wir durchgehend überlebbares Wetter.

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Schlimmer gehts immer

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Mit dem Wetterbericht in einen Text einzusteigen, ist nicht die knackigste aller Möglichkeiten, in einen Text einzusteigen, auch wenn das die Kolleginnen vom swissmusicdiary womöglich chli anders sehen.

Nur: Wenn man lange genug darüber nachdenkt, kommt man irgendwann zum Schluss, dass ein meteorologischer Auftakt zwischendurch immer noch heftiger fägt als gar keiner oder einer, in dem es – um nur die paar naheliegendsten Beispiele zu nehmen – um die Börsenkurse von 1991, erste Hochrechnungen der Wahlen in Nairobi oder was auch immer zum Thema „SVP“ geht.

In diesem Sinne:

Am frühen Morgen lächelte die Sonne noch vom Himmel wie ein frisch gefüttertes Baby aus dem Laufgitter. Doch dann zogen hinter dem Hoger bei Playa del Inglés erst helle, dann graue und schliesslich gfürchig dunkle Wolken auf. Wie eine gigantische schwarze Decke legten sie sich (das sich in diesem Zusammenhang aufdrängende „in Windeseile“ verkneife ich mir) über die Stadt und den Strand, und wenig später…aber wenn die hier schon einmal erwähnten Reiseexperten von reisen-experten.de schreiben, auf Gran Canaria herrsche an 300 Tagen pro Jahr Schönwetter, meinen sie eben 300 und nicht 365.

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Henu, dachte ich: dann gehe ich halt aufs Zimmer und lese in aller Ruhe „Totenhaus“ zu Ende, den nigelnagelneuen Bestseller von Bernhard Aichner, dem Gewinner des Burgdorfer Krimipreises 2014.

Aber irgendwie…irgendwie wars auch mit der entspannten und entspannenden Lektüre nicht allzuweit her. Das hatte nicht das Geringste mit dem Inhalt des Thrillers zu tun, sondern nur und ausschliesslich damit, dass wenige Meter neben meinem Bett ununterbrochen Bohrer heulten und Fräsen kreischten.

Also verkrümelte ich mich an die Poolbar, wo ich nun mit ein paar Überlebenden der Sintflut und nicht vorzeitig abgereisten Indermittagsruhegestörten der Dinge harre, die da noch kommen mögen.

Einige von uns nippen mit entzündeten Lungen an ihrem Bier, andere mampfen mit blutenden Ohren Erdnüssli, doch auch wenn wir alle chli unguter zwäg sind als noch am Morgen, als vor unseren Balkonen munter die Vögelein jubilierten und die Putzenfrauenkolonne in der Lobby zu den Klängen von „Let’s work together“ ihren traditionellen Schichtbeginntango in den frisch gewienerten Boden stampfte, stärkte uns bis soeben doch der feste Glaube daran, dass es heute im Grunde nicht mehr schlimmer werden könne.

Doch dann deutete ein plötzlich kreideweiss angelaufener Österreicher zähneklappernd auf ein Plakat am anderen Ende des Tresens:

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